Waffen machen nicht kriminell

(ANDREAS TÖGEL) Gewaltverbrechen bieten der Nomenklatura immer wieder gerne genutzte Anlässe dafür, einst selbstverständliche Rechte der Bürger im Namen der Sicherheit abzuschaffen und die Freiheit weiter einzuschränken. Schnell ist die Gleichung aufgestellt: keine Waffen = keine Gewaltopfer. Wird diese noch mit dem emotionalen Apell unterfüttert „…und wenn mit einem allgemeinen Waffenverbot nur ein einziges Menschenleben zu retten wäre, wäre es das schon wert“, haben es diejenigen einigermaßen schwer, die für liberale Waffengesetze eintreten.

Nicht nur an dieser Stelle wurde schon viel über die Fehlerhaftigkeit der obigen Gleichung geschrieben. Gewaltkriminalität ist nämlich ein moralisches und kulturelles Problem, nicht aber eine Frage der legalen Verfügbarkeit bestimmter Tatmittel. Ist der Einsatz von Gewalt ein anerkanntes Mittel zur Durchsetzung von Interessen, spielt die Frage der dafür eingesetzten Werkzeuge eine absolut untergeordnete Rolle.

Das von der hiesigen Waffen-weg-Fraktion immer wieder gerne angeführte Beispiel Japans, wo ein weitgehendes Schusswaffenverbot für Private herrscht und tatsächlich sehr wenige Bluttaten verübt werden, ist daher wenig hilfreich, weil dort die Kriminalitätsrate insgesamt deutlich niedriger liegt, als in den USA oder in Europa. Auch mit Pfeil und Bogen oder mit scharfen Blankwaffen lässt sich bekanntlich jede Menge Blut vergießen. In Japan passiert das aber eben nur sehr selten.

Und wenn schon Ländervergleiche angestellt werden, ist es sehr bemerkenswert, dass stets auf die Schweiz „vergessen“ wird, wo Privatpersonen sich nicht nur Jagd- und Sportwaffen problemlos besorgen können, sondern zudem noch zehntausende vollautomatische Militärwaffen in Privathaushalten lagern – und dennoch keine bürgerkriegsähnlichen Zustände herrschen. Die Schusswaffenkriminalität in der von Waffen in Privathand starrenden Schweiz, liegt deutlich unter jener im weitgehend privatwaffenfreien Großbritannien. Wie gesagt – es handelt sich um eine Frage der Kultur, nicht um eine des herrschenden Waffengesetzes.

Dass sich die Sicherheitslage in Europa – besonders seit 2015 – dramatisch verschlechtert hat und ständig weiter verschlechtert, ist der beste Beweis: die Massenzuwanderung von Menschen aus vormodernen, gewaltaffinen Kulturen, in denen man nach wie vor daran gewöhnt ist, vermittels des Einsatzes von Gewalt Faken zu schaffen, lässt gar nichts anderes erwarten, als eine Zunahme von Gewaltdelikten.

Dass in einer derartigen Situation der Staat all sein Sinnen und Trachten darauf richtet, rechtschaffenen Bürgern den Zugang zu Feuerwaffen zu erschweren oder ganz zu verunmöglichen, während er zugleich keinerlei erkennbare Anstrengungen unternimmt, ebenso (illegal) bewaffneten, wie schwerkriminellen Elementen (nicht wenige davon Einwanderer), entgegenzutreten, sollte auch überzeugten Etatisten zu denken geben.

Dass es nicht selten Angehörige von Opfern der Gewaltkriminalität sind, die für liberale Waffengesetze eintreten, wird von den Medien geflissentlich verschwiegen. Viele davon vertreten nämlich die Ansicht, dass die Opfer noch leben könnten, wenn sie über eine Möglichkeit zur wirksamen Notwehr verfügt hätten. Eine Überlegung, die einiges für sich hat. Man muss nicht gleich an einen religiös motivierten Mordexzess wie jenen im Pariser Bataclan, oder das jüngst in Las Vegas verübte Massaker (wo es zur Genugtuung der Linken allerdings hauptsächlich die „richtigen“, nämlich potentielle Trump-Wähler, getroffen hat), denken. Ein schlichter Raubüberfall oder ein bewaffneter Einbruch ins eigene Haus reicht aus, um die Grenzen hoheitlicher Sicherheitszusagen aufzuzeigen. Das staatliche Gewaltmonopol kann nicht überall zugleich wachen. Es ist immer dann nicht zur Stelle, wenn man mit kriminelle Gewalt konfrontiert wird. Dann ist sich jeder selbst der Nächste.

So lange aber eine Wählermehrheit den Staat für den allsorgenden Heilsbringer in Sicherheitsfragen hält, leben die Bürger gefährlich.

 

Dieser Beitrag ist zuerst in der Ausgabe 179 des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen

7 comments

  1. Herbert Manninger

    ,,Und wenn nur ein einziges Leben gerettet wird“ ….
    Dann muss doch der ,,Einzelfall“ als Argument herhalten.

  2. Christine Seidl-Danek

    Seit Brasilien 2003 ein vollständiges Waffenverbot (Estatuto do Desarmamento) erließ, haben Verbrecher das Land übernommen. Die Mordrate mit Feuerwaffen liegt 2000% höher als in den USA. „Wir haben ein Las Vegas Massaker dreimal am Tag“ sagt ein Betroffener. (Ralph Zobec)

  3. sokrates9

    Ob in einem Land Demokratie herrscht sieht man an den Waffengesetzen! Hitler totales Waffenverbot – Putin liberalisiert gerade die Waffengesetze! EU?? Österreich – Demokratie??

    Herbert Manninger@…Und wenn nur ein einziges Leben gerettet wird“ ….In Österreich 450 Verkehrstote! Abschaffung des Individualverkehrs??

  4. Der Realist

    Dass mit registrierten Feuerwaffen so gut wie keine Verbrechen begangen werden, hört man von den radikalen Waffengegner natürlich nicht. Hat man die letzen 14 Tage hierzulande Medienberichte über Gewaltverbrechen verfolgt, dann fiel schon auf, dass viele Angriffe mit Messern darunter waren.
    Eine Waffe macht ja nicht kriminell, da ist schon eher die Herkunft entscheidend, wie jede Kriminalstatistik zeigt, da kommen unsere Mitbürger aus Fernost eigentlich gar nicht vor.
    Ich fühle mich mit meiner Krachen einfach sicherer, da habe ich wenigstens die Chance zur Gegenwehr, sollte einer unserer traumatisierten Mitbürger auf dumme Gedanken kommen.

  5. aneagle

    Die Denkfehler der Bessermenschen bezüglich Gewalt durch Waffen statt durch humane Charakterschwäche, sind so bekannt wie leider unausrottbar. Gegen Dummheit und Ignoranz ist bekanntlich kein Kraut gewachsen. Deshalb sorgt Carlos, unser schwarzer lammfrommer Riesenschnauzer, mittels respekteinflößendem Knurren für eine zivilisierte gewaltfreie Umgebung für jeden, der mit ihm Gassi geht.

  6. Rado

    Sogar der SPD-Lokalpolitiker aus dem Saarland hat seinen Sohn mit einer illegalen Pistole erschossen.

  7. bill47

    Ich finde den Web-Link nicht mehr, aber eine – über Web verfügbare – interne Zeitung der deutschen Polizei berichtete, dass bei weniger als 7% der Morde eine Schusswaffe verwendet wurde. Soviel zur „Gefährlichkeit des privaten Waffebesitzes.

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