Wie der Staat unternehmerische Produktivität senkt

(ANDREAS TÖGEL) Das am 25. Mai in Kraft tretende Bürokratiemonstrum hört auf den hübschen Namen Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG. Davon betroffen ist jedermann, der personenbezogene Daten digital speichert oder verarbeitet. Wer sich jetzt nicht angesprochen fühlt, sollte bedenken, dass unter anderem auch mit dem Mobiltelephon aufgenommene Bild- und Tonaufzeichnungen darunter fallen. Die Zeiten, in denen man unbefangen Landschaften und Baulichkeiten photographiert oder filmt, die zum betreffenden Zeitpunkt nicht absolut menschenleer sind, sind also vorbei – zumindest dann, wenn man zuvor keine Einverständniserklärung der Abgelichteten einholt. Viel Spaß, wenn es sich dabei zum Beispiel um ein paar Dutzend chinesische oder russische Touristen handelt. (weiter hier)

7 comments

  1. Ländler

    Ein irrwitziges Regulatorium, das europäische Unternehmer schikaniert, am eigentlichen Zweck – Datenkraken à la Google, fb & Co unter Kontrolle zu bringen – komplett vorbei geht. Wieder mal eine Glanzleistung der EU-Bürokraten.

  2. Christian Peter

    Diese Richtlinie dient wieder den Konzernen, wie fast alles, was von der EU kommt. Kleine Unternehmen haben bereits heute 27 x höhere Bürokratiekosten als Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Tendenz : steigend.

  3. Falke

    Die Kosten für derart unsinnigen Aufwand müssen natürlich auf die Preise aufgeschlagen werden, d.h. von den Letztkonsumenten bezahlt werden. Und dann beginnt wieder das große Jammern, dass man gegen China nicht konkurrenzfähig ist. Man hat langsam wirklich den Eindruck, dass Brüssel des geistige Zentrum des Dilettantismus und der Unfähigkeit ist – der ausufernden Bürokratie sowieso.

  4. Steuerzahler

    Ernsthaft beneidenswert. Die Briten haben genau wie die Schweizer die Möglichkeit, sich die Rosinen zu holen und den Rest den Wapplern zu überlassen, die die Gaudi zahlen dürfen. Wapplern wie uns…

  5. Johannes

    Und da reden alle von der schrecklichen Orbanisierung in Ungarn. Dagegen ist Orban ein Waisenknabe.
    War übrigens 3 Tage am Balaton. So entspannte, tüchtige und lebenslustige Menschen wie in dieser Gegend sind mir schon lange nicht mehr begegnet.
    Ein kurzer Blick auf die heimische Tristesse, mit ihren Kohlmeiers, Sobotkas und der gepflegten Selbstgeisselung habe ich via Internet gewagt dann war ich für den Rest des Urlaubes geheilt. Schon aus so kurzer Distanz sieht man Österreich mit anderen Augen.

  6. Mourawetz

    Ich kann den Wirbel um die DSGVO nicht nachvollziehen.
    „Wer sich jetzt nicht angesprochen fühlt, sollte bedenken, dass unter anderem auch mit dem Mobiltelephon aufgenommene Bild- und Tonaufzeichnungen darunter fallen.“
    Laut Geltungsbereich der DSGVO gilt sie NICHT für Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten (Artikel 2, (2) c).
    „Die praktischen Konsequenzen dieses (nach den Duschkopf- und Pommes-frites-Verordnungen) neuen eurokratischen Irrsinns lassen sich gegenwärtig noch nicht abschätzen.“
    Die DSGVO übernimmt vielfach die schon bestehenden Bestimmungen aus der EG-Datenschutzrichtlinie 95/46. Insbesondere bleibt der Begriff der „personenbezogenen Daten“ im Artikel 4 wie bisher weit gefasst.
    „Schon organisieren die Wirtschaftskammern und findige Beratungsagenturen entsprechende Informationsveranstaltungen, geben praktische Leitlinien mit Fahrplänen für die korrekte Vorgangsweise heraus und bieten sachgerechte Dienstleistungen an.“
    Dass die Wirtschaftskammern versuchen zu informieren, ist eine gute Sache. Allerdings sind einige IT-Berater gerade dabei, aus der allgemeinen Unsicherheit finanziellen Nutzen zu ziehen. Manche verbreiten Panik, indem sie Falschbehauptungen aufstellen und ein Bedrohungsszenario aufbauen, wegen der hohen Strafen, die die DSGVO vorsieht. Anschließend bieten sie ihre Beratungsdienste an, um zum Beispiel Websites „DSGVO-sicher“ zu machen. An dieser Panikmache sollte man sich nicht beteiligen. Ganz im Gegenteil sollte man aufklären und nicht diese Menschen Geschäftemachern zutreiben. Das habe ich hiermit, für mich zur Genüge, getan.

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