Kurzer Bericht zur Lage der Freiheit
(ANDREAS TÖGEL) Eben wurde die Ausgabe 2012 des von der amerikanischen Denkfabrik „Heritage Foundation“ zusammen mit dem „Wall Street Journal“ erstellten Index wirtschaftlicher Freiheit veröffentlicht. Wie im Vorjahr, liegt die Zahl der in die Wertung aufgenommenen Länder bei 179. An der Spitze gibt es keine Veränderungen. Unangefochten auf Platz eins liegt erneut Hong Kong, gefolgt von Singapur, Australien und Neuseeland. Die Führungsrolle des pazifischen Raumes im Hinblick auf die wirtschaftliche Freiheit bleibt damit aufrecht. Rang fünf geht wieder an die Schweiz, die sich damit als Oase der Freiheit in einer immer mehr zur Regulierungswüste verkommenden Alten Welt präsentiert. Auch am Ende der Tabelle hat sich wenig getan: Wieder sitzen die „üblichen Verdächtigen“ – afrikanische Kleptokratien und südamerikanische Bananenrepubliken – im letzten Waggon. Absolutes Schlußlicht bildet das Paradies der werktätigen, hungernden und frierenden Massen, Nordkorea. Der internationale Durchschnittswert des auf einer hundertteiligen Skala gemessenen Index´ liegt nunmehr bei 59,5 und damit um 0,2 Punkte unter dem Vorjahresergebnis. Die dank der Verschuldungsexzesse der letzten Jahre explodierenden Zinsverbindlichkeiten und die im Zuge der Eurokrise kräftig angezogenen Regulierungsschrauben zeigen ihre Wirkung. Folgende Kriterien gehen – gleich gewichtet – in die Statistik ein:
► Eigentumsrechte ► Korruptionsfreiheit ► Steuerliche Freiheit ► Staatsausgaben ► Geschäftsfreiheit ► Arbeitsfreiheit ► Währungsfreiheit ► Handelsfreiheit ► Investitionsfreiheit ► Finanzfreiheit
Österreichs größter Nachbar und zugleich wichtigster Handelpartner, Deutschland, rutscht von Platz 23 auf Rang 26 ab – eine Folge der Eurokrise. Österreich setzt neue Maßstäbe und stürzt gleich um 7 Ränge, nämlich von 21 auf 28 ab (Minus 1,6 Punkte – von 71,9 auf 70,3). Die regierenden Neidgenossen und die ihnen zuarbeitenden Herz-Jesu-Sozialisten von der ÖVP haben ganze Arbeit geleistet! Daß es sich bei dem im Index gesammelten Datenwust nicht um bloße Fingerübungen gelangweilter Ökonomen und Statistiker handelt, wird bei der Betrachtung ausgewählter Volkswirtschaften deutlich. So konnten etwa Chile (Rang sieben) und Mauritius (Rang acht) ihr Ranking in den zurückliegenden Jahren dramatisch verbessern und in die Weltspitzengruppe vorstoßen. In beiden Ländern gelang das durch konsequente Freimarktpolitik und Deregulierung. Parallel dazu kam es in beiden Ländern zu einer deutlichen Erhöhung des allgemeinen Wohlstandsniveaus. Die mit verstärkter Zentralisierung stets einhergehende Zunahme der Regulierungsdichte hat dagegen einen hohen Preis – wie man etwa am Beispiel Frankreichs erkennen kann, das sich, ebenso zentralistisch organisiert, wie sozialistisch durchseucht, präsentiert (Verlust von 1,6 Punkten gegenüber 2011 und um drei Ränge auf Platz 67 abgerutscht). Daß wirtschaftliche Freiheit stark mit unternehmerischen Aktivitäten korreliert, ist keine Überraschung. Und daß unternehmerische Aktivitäten die Basis des Wohlstands bilden, sollte ebenfalls einleuchten. Breiter Wohlstand entsteht eben als Folge von Kapitalakkumulation und die dadurch ermöglichte, kostengünstige Produktion marktfähiger Produkte und Dienstleistungen – nicht aber durch hohe Steuern, Regulierungsmaßnahmen und Umverteilungsexzesse. Man braucht daher kein Prophet zu sein, um mit Blick auf das dräuende „Sparpaket“ der Bundesregierung, einen weiteren Rückgang unternehmerischer Aktivitäten (und damit des Volkswohlstandes) für unser Land zu prognostizieren. Eine politische Führung, die in einem beinahe schon zu Tode regulierten Hochsteuerland weiterhin neue Steuern erfindet – und damit die produktive Elite systematisch entmutigt oder außer Landes treibt, leistet besonders dem in Sonntagsreden so gerne beschworenen „kleinen Mann“ einen Bärendienst.
Der gesamte Report findet sich zum Herunterladen unter der Adresse: http://www.heritage.org/Index/pdf/2012/book/Index_2012.pdf Wer sich mit den „Highlights“ begnügt, wird hier fündig: https://thf_media.s3.amazonaws.com/index/pdf/2012/Index2012-Highlights.pdf
Sozialistisch reguliert in den Abgrund…
Griechenland als Schlusslicht der EU am 119. Platz! “Mostly unfree”
@Rado
“Mostly unfree” lautet ja auch das bislang noch unausgesproche, aber höchst real verfolgte Motto der EU für alle ihre Mitgliedstaaten. Also ist Griechenland ein willkommener Vorreiter, geradezu eine Zierde der Gemeinschaft.
@Rennziege
Bei den vier Grundfreiheiten der EU Verträge kommt halt die Korruptionsfreiheit nicht vor.
Na, darüber wird’s ja wohl keine Trauermeldungen geben im Standard oder in Heute oder in Österreich oder wie die Qualtätsblätter halt so heißen…
@Tom Jericho
Doch, wird es. Aber in der Form von Wut & Zorn über die korrupten Ratingagenturen und “Denkfabriken” (na, da weiß man schon…), die die Stirn haben, sich solche Ehrabschneidungen gegenüber Alteuropa herauszunehmen. Es wird Zeit, daß die Statistiken in Brüssel & Strasbourg verbindlich gefä…, eh, ermittelt werden.
@Ulrich Elkmann
Herr Faymann und Fräulein Rudas arbeiten schon an gepfefferten Zurückweisungen dieser verbrecherischen Brunnenvergiftung. Herr Spindelegger wird die Rechtschreibkorrektur übernehmen, da er immerhin im Besitz eines Salzstreuers und eines Dudens ist.
Anscheinend versteht die heritage foundation freiheit als die freiheit ungestört geschäfte zu machen, also letzendlich eine freiheit des geldes.
Die heritage foundation lehnt steuern ab, verlangt aber gleichzeitig eine milliarden verschlingende weltweite militärpräsenz der USA. soll verstehen wer will. Im reich der blinden ist bekanntlich der einäugige könig.
Tatsächlich? Die Aspekte Korruptionsfreiheit, Arbeitsfreiheit und Staatsausgaben sind dann wohl nur zu Alibizwecken reingerutscht. Auch sind Kanada, Australien, Neuseeland, Dänemark, die Niederlande, Finnland etc pp ja auch anscheinlich Horte der ungezügelten Finanzindustrie schlechthin, also berüchtigt für jenes, was man in den üblichen Kreisen nicht nur anscheinend, sondern tatsächlich als “Rauptierkapitalismus” bezeichnet.
Gut, daß wir über diese Art von Anschein gespochen haben.
@gms
“Gut, daß wir über diese Art von Anschein gesprochen haben.”
Darüber freu’ ich mich auch. Vor allem, weil Sie das weitverbreitete Verwexxxeln von Äpfeln mit verfauenden Pflaumen deutlich gemacht haben.
@ gms
Es gibt keine horte der ungezügelten finanzindustrie, nur opfer der ungezügelten finanzindustrie, wozu die erwähnten nationen allersamt gehören. Die ungezügelte finanzindustrie ist global und mittlerweile der einzige wirklich freier spieler im der weltwirtschaft.
Auch sollte die ungezügelten finanzindustrie nicht als raubtier bezeichnet werden. Raubtiere erobern zwar neue jagdgebiete, vernichten aber niemals ihre nahrungsgrundlage, was man von der ungezügelten finanzindustrie nicht behaupten kann.
Würde jackflash von der Finanzindustrie profitieren, würde ich keine laienhafte Beiträge von ihm lesen können.
@jackflash
Könnten Sie neben Phrasen auch Beweise für Ihre “geschätzte” These liefern?
Aber latürnich, wurden doch ausgerechnet Kanada von der Finanzmafia ach so toll gebeutelt. Noch viel härter wurde Neuseeland getroffen. Ach was ist doch der Anschein für ein trolliger Zeitgenosse, generiert er doch willfährige Opfer ohne Ende …
@jackflash
Ungezügelte Finanzindustrie?
Haben Sie mal die Vorgaben von BaselIII gelesen?
Es gibt keinen Bereich der Wirtschaft, welcher durch die Politik mehr geknebelt ist als die Finanzindustrie.
Politiker raus aus der Wirtschaft, kein “too big to fail” mehr, jeder Teilnehmer in der Wirtschaft hat die gleichen Rechte und Pflichten, sprich muß für sein Handeln gerade stehen, keine Enflußnahme mehr durch die Politik, nach einem reinigendem Gewitter kann es nur besser werden.
Basel III ? Nicht das papier wert auf dem es gedruckt wurde. Es ist doch längst allgemeinwissen das “regulierte” finanzindustrie giganten wie goldmann-sachs ihre institutionellen kundschaft (pensionsfonds, rentenfonds, immobilienfonds, lebensversicherungsfonds), in enge zusammenarbeit völlig unregulierten hedgefonds (paulson & co) schrott cdo’s zum nachteil von millionen kleiner sparer andrehen. Paulson kassiert dabei über 1 milliarde an shorts, während die goldmann-sachs boys großzügige “provisionen” einsacken.
Soviel “finanzfreiheit” muß wohl sein.
http://sec.gov/news/press/2010/2010-59.htm
Nein, das muß garnicht sein! Man kann Menschen auch von Geburt an einsperren. Dann geschehen auch weniger Verbrechen.
Ihr hingerotztes “ist doch längst allgemeinwissen” umfaßt nicht minder den Umstand, daß Betrug verboten sind, aber dennoch geschehen, ja sogar, man mag es nicht glauben, an den Regulierungen vorbei!
Oder wie wollten Sie sonst Betrugsfälle für sich in die Waagschale werfen?
@jackflash
liberalismus beginnt mit wirtschaftsliberalismus, sagte von mises sinngemäß. wer bin ich, daß ich von mises widerspreche? und vor allem: wer sind sie?
@jackflash
Die reden nicht nur von “ungezügelten Finanzinstitionen”, sie arbeiten in einer und wissen wovon sie reden. Im Freud’schen Wien nennt man das “Projektion”…
Sie klingen ja wie ein Angestellter der volkswirtschaftlichen Abteilung der ÖNB nach Feierabend
@ jackflash
Österreich (die Republik, nicht die Tageszeitung) und das Land Wien haben seit 2.2.2000 zusammen knapp 100.000 (!!) Seiten Gesetzestexte verabschiedet und so dazu beigetragen, den Rechtsstaat nachhaltig auszuhöhlen. Wer da nach noch mehr Regulierung schreit, hat offensichtlich wegen allzu vieler Bundes- un d Landesgesetzglätter den Durch- und Weitblick verloren!
Wirtschaftsgesellschaften, sei’s GmbH, Inc, KG, Ltd, Stiftung..etc, genießen ohnehin wirtschaftliche, steuerliche und haftungs freiheiten von die der privater bürger nur träumen kann. Dass der staat, der diese freiheiten gewährt, in der pflicht ist regularien zum schutz vor mißbrauch dieser gewährte freiheiten aufstellt ist selbstredend.
@Herr Karl jun.
Ich bin überzeugt, daß zumindest 50% aller Gesetze ersatzlos aufgehoben werden können, ohne den Rechtsstaat oder die Gesellschaft zu schädigen.
Die verbliebenen 50% sollte in verständliches Deutsch übersetzt werden.
Die, welche die Gesetze verabschieden, verstehen ja selbst nicht, was da drinnen steht.
Na, dann würde ich vorschlagen, dass zumindestens die steuerlichen Freiheiten auch dem Normalbürger gewährt werden. So rein gerechtigkeitshalber.
….Na, dann würde ich vorschlagen, dass zumindestens die steuerlichen Freiheiten auch dem Normalbürger gewährt werden. So rein gerechtigkeitshalber.
Otto normal der seine arbeitskraft als produktionsmittel absetzen kann oder die familie die für den familienerhalt gezahlte mehrwertsteuer absetzt? Und wer soll da noch polizei, strassen, schulen oder militär bezahlen? Die arbeitslosen?
Viel einfacher: weg mit der MWSt, weg mit der ESt.
Polizei und Justiz kann bleiben, wenn auch deutlich reduziert wegen deutlich reduzierter Gesetze. Komplette Abschaffung aller opferlosen “Verbrechen”, die jetzt sinnlos jede Menge Kapazitäten binden, wie Verbot von Rauschgift, Abschaffung der Waffengesetze, Abschaffung von Meinungsverbrechen, etc.
Viel mehr braucht’s nicht, der Rest wird vom Markt bereitgestellt (oder eben nicht, wenn es keine Nachfrage dafür gibt).
Ein staat bestehend aus executive,judikative und freier markt? Da heiße es im grundgesetzt dan wohl ” die freihet des marktes ist unantastbar” ?
Und wer oder was soll hier als legislative fungieren? Die börsen, ratingagenturen, wirtschaftsverbände oder vorstände der banken? Und woraus würden sich ihre demokratische legetimität stützen? Die quartalszahlen?
Nein, sondern “Die Freiheit der Menschen ist unantastbar.”
Wirtschaftsverbände und Banker fürchten sich vor der Freiheit am meisten. Erstere hätten keine Zwangsmitglieder mehr, und zweitere müssten sich ohne staatliche Privilegierung am Markt behaupten, bei voller persönlicher Haftung, wenn sie Scheiße bauen.