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Subventionen machen arm

20. Februar 2012 | Autor:

(von ANDREAS UNTERBERGER)  Warum stecken ausgerechnet jene EU-Länder am tiefsten in Schwierigkeiten, die in den letzten Jahrzehnten die größten Summen an europäischen Subventionen bekommen haben? Aus Strukturfonds, aus Kohäsionsfonds und vielen anderen Töpfen sind alljährlich dicke Milliarden vor allem nach Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und (Süd-)Italien geflossen. Und kein einziges der unterstützten Mitgliedsländer ist heute nach Jahrzehnten des Subventionsbezugs auf sicherem Boden gelandet oder gar ein Nettozahler geworden.

Süditalien ist sogar schon vor den EU-Zeiten ständig vom Norden unterstützt worden (was diesen inzwischen frustriert mit einer Trennung des Landes liebäugeln lässt). Waren all diese Subventionen am Ende ergebnislos vergeudetes Geld?

Nein. Sie waren nicht ergebnislos. Sie sind im Gegenteil sogar eine Hauptursache der heutigen Malaise. Sie treiben den Völkern die Eigenverantwortung aus und versetzen diese in ein Stadium des Hospitalismus, also eines Patienten, der sich komplett und ohne eigene Aktivität in die die rundum sorgenden Hände eines Spitalsteams fallen lässt. Dieses Verhalten macht eine Genesung extrem unwahrscheinlich.

Diese Krise hat damit zumindest einen Nutzen: Die Welt ist um eine Gewissheit reicher. Was bisher nur liberale Ökonomen analysiert haben, ist nun empirisch bestätigtes Wissen. Das, was uns heute die EU zeigt, haben ja auch schon etliche – insbesondere afrikanische – Ökonomen in Hinblick auf die Entwicklungshilfe nachgewiesen: Je weniger Hilfe es gegeben hat, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem darbenden Drittweltland heute ein blühendes Industrieland wie Südkorea oder zumindest ein Schwellenland wie China geworden ist.

Die EU denkt freilich nicht daran, ihr riesiges Geldtransfersystem aufzugeben, für das derzeit übrigens der Österreicher Johannes Hahn hauptverantwortlich ist. Schließlich wäre das nicht nur ein gewaltiges Schuldeingeständnis, sondern würde auch viele Beamte und Politiker arbeitslos machen.

Sie alle sollten aber lesen, was der griechische Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis dieser Tage gesagt hat: Als Folge der EU-Hilfen sei in Griechenland das Wissen um die Notwendigkeit harter Arbeit verloren gegangen. „Während wir mit der einen Hand das Geld der EU nahmen, haben wir nicht mit der anderen Hand in neue und wettbewerbsfähige Technologien investiert. Alles ging in den Konsum. Das Ergebnis war, dass jene, die etwas produzierten, ihre Betriebe schlossen und Importfirmen gründeten, weil sich damit mehr verdienen ließ. Das ist das eigentliche Desaster dieses Landes.“

Deutlicher und anschaulicher kann man die verheerende Wirkung von Dauersubventionen nicht darstellen. Die Empfänger hängen am Tropf, werden süchtig und nie mehr gesund.

Und damit niemand glaubt, hier würde ein kapitalistischer Ausbeuter zitiert: Herr Chrysochoidis ist Sozialist. (Tagebuch)

  1. pepito
    20. Februar 2012, 15:01 | #1

    Und in Österreich gibt es doch auch eine Reihe von Zuschüssen, Beihilfen Unterstützungen, usw. – und immer mehr Menschen sind “armutsgefährdet” !

  2. Prinz Eugen von Savoyen
    20. Februar 2012, 20:38 | #2

    Aus Murphys Gesetzen: Hilf einem Mann, der in Schwierigkeiten steckt, und er erinnert sich an dich, wenn er wieder in Schwierigkeiten kommt.

  3. 22. Februar 2012, 10:24 | #3

    Subventionen stehen am Anfang und bestimmen das Ende. Man schau sich die unsäglichen Subventionen in D für Steinkohle an. Alles immer um “Zeit” zu gewinnen. Dumme Frage wenn Sie als Kumpel in 1950 arbeiteten was sollte Sie veranlassen umzusatteln wenn Sie doch weiter bezahlt werden? Schauen Sie sich die diversen “freiwilligen” Selbstbeschränkungen der japanischen Autoindustrie in die USA an. Hat es Chrysler deswegen geregelt bekommen? Wenn man sich ausrechnen kann nicht zu arbeiten ist günstiger als zu arbeiten warum sollte man arbeiten? Das machen zwar immer noch viele weil Sie es unanständig finden nicht für sich selbst zu sorgen. Handel war ist und wird immer die Grundlage von Wohlstand sein. Subventionen setzen freien Handel aus, also sind Subventionen die Grundlage für Wohlstandsverluste.

    Es ist absurd Subventionen als wohlstandsschaffend anzusehen, nur werden das Politiker niemals zugeben. Es würde nämlich zeigen 70% Ihres Lebens sind ein einziger Betrug. Das ist schon ein überaus verheerendes Ergebnis. Also haben wir Antidumping Kommisionen, Zölle etc.

  4. Beobachter
    5. März 2012, 17:47 | #4

    Trash-Journalismus !
    1. Fehler: Italien ist NETTOZAHLER, 2009 der zweitgrößte.
    2. Die Dichotomie Nord-Süditalien ist völliger Schwachsinn:
    a) Strukturschwach sind gerade 3-4 Regionen im Süden
    b) Von dort ziehen Arbeitskräfte nach Nord- oder Mittelitalien und erwirtschaften dort das was Hrn. Unterberger beschreiben will.
    3. Betrachtet man in Italien 4 strukturschwache Regionen einzeln, müßte man dies in Österreich ebenfalls tun mit dem Burgenland und Kärnten.

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