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2000 Euro pro Monat für jeden!

Eine politische Initiative in der Schweiz fordert jetzt ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden in Höhe von etwa 2.500 Franken – monatlich. Wer die Schweizer auch nur ein wenig kennt, weiss wie dieses Volksbegehren ausgehen wird. Sechs Wochen Urlaub haben die Eidgenossen jedenfalls nicht goutiert. Bericht hier.

  1. 12. April 2012, 09:49 | #1

    Mich nervt daran wie selbstverständlich in andere Leute Taschen gegriffen werden darf/soll. Frei nach dem Motto: Wer zahlt? Du oder Du?

  2. Holmes
    12. April 2012, 11:19 | #2

    Solche realitätsfremde Initiativen wird es immer wieder geben. Auch in Österreich kommen diese vorwiegend von Personen, welche von der Schule nahtlos in Parteifunktionen wechseln und kaum eine Ahnung haben, wie der “Normalbürger” seinen Lebensunterhalt verdient. Mit vollen Hosen …

  3. Jeanvaljean
    12. April 2012, 11:37 | #3

    Wenns irgend machbar wäre, würde die SPÖ das als “Gerechtigkeitslohn” auch einführen, mit 100 % Lohnnebenkosten, versteht sich.

  4. Herr Karl jun.
    12. April 2012, 13:19 | #4

    Das ist eben Demokratie (oder besser: Ochlokratie): Zwei Füchse und eine Gans stimmen über die nächste Mahlzeit ab.

  5. herbert manninger
    12. April 2012, 13:32 | #5

    Ah, das ist ja noch garnichts. In einer Ö1-Diskussion meinte ein Soziologe, man müsse auch die individuellen Bedürfnisse des Nichthacklers respektieren. Der eine benügt sich eh mit dem Pizza-Sevice, der andere Sandler macht´s nicht unter 3 Hauben, jedem das Seine.
    Erst dann ist die wahre Gerechtigkeit erreicht, wenn solche Ideeen umgesetzt werden.

  6. leitwolf
    12. April 2012, 16:36 | #6

    Ein Schweizer der nur 2.500 Franken im Monat hat, gilt zumindest als armutsgefährdet (die Armutsgrenze lag 2005 meines Wissens bei 2.200 Franken). Dabei entspricht die Kaufkraft ca. 1.400 Euro in Österreich. Bei uns ist das Mittelstand.

    Von den 5.000 Franken Durchschnittslohn (netto wohl gemerkt!) kann der Österreicher sowieso nur träumen. Und apropos träumen: die Statistik behauptet das BIP/Kopf sei in Österreich etwa so hoch wie in der Schweiz.

  7. Reinhard
    12. April 2012, 19:51 | #7

    Leitwolf, seit 2005 sind eine Menge Dinge passiert.
    Das Kaufkraftverhältnis SFR zu € lag damals bei 1,6 : 1, also SFR 2.500 entsprachen etwa € 1.500.
    Inzwischen sieht es so aus, dass (unter starker Bremswirkung der SNB) der Franekn bei 1,2 : 1 steht und das Gespenst der Parität noch immer umgeht. Da entsprechen die € 2.500 fast € 2.100.
    Nicht umsonst kaufen die Schweizer momentan wo es geht wie die Irren im Grenzgebiet vA Deutschlands ein.

  8. Reinhard
    12. April 2012, 19:52 | #8

    Korrektur, es soll natürlich heißen: Da entsprechen die SFR 2.500 fast € 2.100.

  9. Arne
    12. April 2012, 20:05 | #9

    Hmm. Also ich finde, das die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens durchaus ihre Vorteile hat. Vor allem könnte man die Verteilungsbürokratie für Sozialleistungen komplett abschaffen, und alle Subventionen, die unter dem Motto : ” Das schafft schliesslich Arbeitsplätze” verschwen..äh ausgegeben werden, streichen. Ob das wirklich Mehrkosten verursacht, oder sogar Geld einspart, müsste man vielleicht erstmal richtig durchrechnen. Zudem könnte das Arbeitsrecht lockerer gestaltet werden, und die Lohnnebenkosten ( keine Arbeitslosenversicherung, keine gesetzliche Rentenversicherung) gesenkt werden. ( in den meisten Modellen sollen die Grundeinkommen ja über erhöhte Konsumsteuern finanziert werden. Auf die Idee des Grundeinkommens höre ich erstaunlicherweise immer genau zwei verschiedene “Antworten” : von den Konservativen: um Gottes Willen, wer soll dann denn noch die Drecksarbeit machen – und von den eher linken: Um Gottes Willen: Die Reichen sollen das Geld auch kriegen?

  10. Reinhard
    13. April 2012, 10:04 | #10

    Arne, es geht nicht um “Drecksarbeit”, sondern um Wertschöpfung generell. Wer soll die noch machen, oder anders: Wer soll das bezahlen?
    Die Leute rechnen nämlich ganz einfach: Bekomme ich 1000 € geschenkt oder 1500 € für einen Fulltime-Job bedeutet, ich muss für 500 € voll hakeln gehen.
    Für 1500 € stehen die Leute dann morgens noch auf, für 500 € “Zubrot” überlegen sie sich das dreimal.
    Wenn Arbeit sich nicht mehr lohnt, macht sie keiner mehr. Menschen machen nämlich immer nur das, von dem sie sich den größten Nutzen versprechen.
    Klingt hart, ist es auch.
    Deswegen würde ein bedingungsloses Einkommen die Wirtschaft zusammenbrechen lassen.
    Und es über Konsumsteuern zu finanzieren hieße, die Leute bezahlen mit dem Preis der Ware ihr eigenes Einkommen. Sorry, aber das Perpetuum mobile wurde noch nicht erfunden, auch nicht finanztechnisch. Ohne Schub durch Wertschöpfung läuft sich das System rasend schnell tot.
    Und dann stehen alle vor dem Scherbenhaufen und beweinen ihre “wohl erworbenen Rechte” auf Alles für Nix.

  11. Mr. Burns
    13. April 2012, 15:48 | #11

    Einheitliche Wohlstand lässt sich mit dem jetzigen Finanzsystem sowieso nicht schaffen.
    Das ist reinste Utopie!
    Kapital hat nämlich die unangenehme oder angenehme, je nachdem auf welcher Seite man steht, Eigenschaft, sich durch Zinsen zu vermehren.
    Und der Zinseszins ist leider eine exponentiell wachsende Funktion während die Realwirtschaftsleistung anfangs immer nahezu exponentiell beginnt, jedoch mit der Zeit abflacht da ja Resourcen nicht unendlich zur Verfügung stehen, was ja bei exponentiellem Wachstum die Grundvoraussetzung wäre.
    Somit steigt das Kapital dort wo es gebündelt ist immer stärker an und fließt von der breiten Masse wie in ein schwarzes Loch immer schneller hinein.
    Um das Resultat zu sehen müssen wir uns nur anschauen welche Fondsgesellschaften, Milliardäre und Firmen heute über wie viel gebunkertes Kapital verfügen.
    Man stellt fest dass sich die Zahl der Milliardäre als auch die Geldmenge in den Händen von wenigen Gesellschaften in den letzten 50 Jahren vervielfacht hat während für die “Normalbürger” alles teurer geworden ist, ihre Geldmenge/Vermögen also nicht im selben Verhältnis gewachsen ist (was ja klar ist).

  12. Arne
    13. April 2012, 16:44 | #12

    @ Reinhard: “Wenn Arbeit sich nicht mehr lohnt, macht sie keiner mehr.” Müssten sich dann nicht die wohlhabenden, dieser Welt alle mit einem Glas Bier in die Sonne setzen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen? Arbeit ist doch wohl mehr als nur Lohnerwerb. Wenn das Einkommen, oder die Grundversorgung, gesichert ist, heisst das doch lange nicht, das alle Bedürfnisse damit gestillt sind. ( im Gegenteil. die, deren Grundbedürfnisse gestillt sind, entwickeln höhere.)

  13. Prinz Eugen von Savoyen
    13. April 2012, 18:56 | #13

    @Arne

    die, deren Grundbedürfnisse gestillt sind, entwickeln höhere?

    Irrtum. An der Entwicklung der letzten Jahrzehnte sieht man genau, dass das Ankommen auf der untersten Stufe der Maslow-Pyramide nur Ratlosigkeit hervorgebracht hat.

  14. 14. April 2012, 00:10 | #14

    Arne :
    Arbeit ist doch wohl mehr als nur Lohnerwerb.

    Ja eh. Bloß sehen insbesondere Linksgestrickte darin viel mehr Ausbeutung und eine allenfalls geringfügig gelinderte Form der Sklaverei. Und solange in Austrichstan jemand Bundespräsident sein kann, der in den 70ern das Parteiprogramm der SPÖ rund um “Entlohnung nach dem Arbeitsleid” aufzog, ist einmal mehr empirisch der Beweis erbracht, wonach Vernunft hierzulande ein Minderheitenprogramm ist.

  15. leitwolf
    14. April 2012, 13:50 | #15

    @Reinhard

    [QUOTE]Das Kaufkraftverhältnis SFR zu € lag damals bei 1,6 : 1, also SFR 2.500 entsprachen etwa € 1.500.[/QUOTE]

    Das ist Dummquatsch.

    Mit Kaufkraftverhältnis ist der “reale Wechselkurs” gemeint, das ist aber eben nicht DER Wechselkurs. Der reale Wechselkurs lag lange Zeit bei 2:1, sprich mit 14 Franken bekam ich beispielsweise beim McDonalds in Zürich das selbe Menü, welches in Wien um 7 Euro zu haben ist.

    Der Unterschied wird anschaulich, wenn man bedenkt, dass eine 20%ige Aufwertung des Franken eben nicht dazu führt, dass die lokalen Preisniveaus sich mitändern. Der McGatsch kostet dann immer noch 14 Franken bzw. 7 Euro.

    Allerdings werden zumindest Importgüter wie Sprit oder Elektronik aus Fernost für die Schweizer billiger. Wir werden heute bei einem realen Wechselkurs von ca. 1,8 halten. Aber wahrscheinlich überfordere ich hier wieder mal die schlichten Gemüter..

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