Die Roten und die Ratings
“…Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann zeigte sich indes erbost über die Kritik der amerikanischen Ratingagenturen an der geplanten Beteiligung privater Gläubiger in Griechenland. Er attestierte den Agenturen ein mangelndes Einfühlungsvermögen sowie mangelnde “Ortskenntnis”. Es sei an der Zeit, eine europäische Ratingagentur zu errichten, die mit den Gegebenheiten in Europa besser vertraut sei. Er habe schon vor Wochen mit europäischen Amtskollegen über dieses Thema gesprochen und werde nun weitere Gespräche unter anderem mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel führen, so Faymann. Der Kanzler sprach von einer “unkontrollierten Entwicklung”, bei der Ratingagenturen einen größeren Einfluss hätten als parlamentarische Beschlüsse….,” berichtete die “WZ” im Juli 2011. Etwas anders liest sich das heute in einer Aussendung der Kanzlerpartei: “Die Agentur Fitch Ratings hat heute die beste Bonitätsnote für Österreich bestätigt und eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht gestellt. Für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin belegt die Bewertung, “dass Österreich auf die Finanz- und Wirtschaftskrise richtig reagiert hat”. Hinsichtlich Beschäftigung, Wachstum und Verteilungsgerechtigkeit - bei soliden Staatsfinanzen – nimmt Österreich eine Vorbildrolle inEuropa ein...” – Liegt vielleicht an der mangelnden Ortskenntnis der Ratingagentur.
Der Faymann bespricht sich mit Frau Merkel, na dann hoffen wir mal, dass diese anders denkt. So sicher bin ich mir eh nicht mehr.
Wenn Fitch Österreich wieder die Bestnote zugesteht müssen wir hoffen, dass die Analysten sich nicht auf die volkswirtschaftlichen Analysen der SPÖ Vorfeldorganisationen AK und ÖGB verlassen haben. Diese halten Pensionsreformen und einen Umbau des Sozial- und Gesundheit- Systems für unnötig, ergo gibt es keinen Handlungsbedarf für Restrukturierungen und schwups, schon ist die wirtschaftliche Aussicht positiv. Budgetsanierung durch Ignorieren für Dummies unter zu Hilfenahme mangelnder Ortskenntnis und ungeeigneter Quellen. Einfach, effizient, schmerzlos und funktioniert ganz, ganz sicher.
Sven Lagler
Sven_Lagler@yahoo.de
Wenn das die Frau Rudas sagt, dann muß es einfach stimmen
Zur Info
In Deutschland gibt es wenigstens noch Mutige. Wo haben sich die in Österreich versteckt?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/milliardenrisiken-bundesbank-wegen-target-angezeigt-11721386.html
Mit den ESM-Zahlungen können dann der Faymann und die Rudas wieder auf die Rating-Agenturen schimpfen, wenn der österr. Steuerzahler die Leistung verweigern wird.
Frage am Rande:
hat Hr Faymann als Bundeskanzler und dienstlich schon jemals ein Land betreten in dem nicht deutsch die Landessprache ist bzw verstanden wird?
Deutschland, Lichtenstein und Schweiz waren ja schon auf der Liste..
@rubens
Ein Steuerstreik in Österreich?!
Sie sind ein Otpimist!
@Thomas Holzer
Warum Steuerstreik? Die Leistung geht in kommunistischen Gebilden stark zurück, damit die steuerpflichtigen Einnahmen. Könnte natürlich sein, dass die Beschreibungen in Timothy Snyders “Bloodlands” wie Stalin die Ukrainer ausblutete, dann wieder Wirklichkeit werden.
Stalin erkannte ja damals in den verhungernden und toten Bauern tatsächlich Widerständler.
Apropos Rating, jetzt wird sogar schon gegen den bombenfesten AAA-Rating-Inhaber Deutschland spekuliert:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828214,00.html
“In einer Telefonkonferenz habe Paulson seinen Investoren mitgeteilt, dass sich die Schuldenkrise der Euro-Zone in den kommenden Monaten dramatisch verschlimmern werde, schreibt die “FT”. Er wette deshalb darauf, dass sich die Bonität Deutschlands, dessen Staatsanleihen bisher als sicherer Hafen in der Finanzkrise gelten, verschlechtern werde. Der 56-Jährige managt mit seiner New Yorker Firma Paulson & Co Investorengelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar.
Der Zeitung zufolge erwartet Paulson, dass sich die Probleme Spaniens auf die gesamte Euro-Zone ausweiten werden. Spanische Staatsanleihen hatten sich in der vergangenen Woche deutlich verteuert, das Land muss deutlich höhere Zinsen zahlen, um sich an den Finanzmärkten Geld zu besorgen. Die Zinsen, die Deutschland für seine Staatsanleihen zahlen musste, lagen fast auf Rekordtief.”
Tick-tack. Tick-tack. Tick-tack.
LOL! Besser hätte ich es nicht sagen können. Es gibt gute und böse Rating-Agenturen, wie es gute und böse Steuern gibt
Dieser Ratingschwachsinn auf Staaten angewendet bringt sowieso nichts.
Man kann das sowieso nur auf “schwache” und kleine Volkswirtschaften anwenden, siehe Griechenland, Irland, Portugal.
Denen helfen dann die “großen” Volkswirtschaften mit frischem Geld damit die Banken bezahlt werden.
Ist also eher nur ein Trick damit die Spekulanten an ihr Geld kommen.
Das Faymann-Prinzip:
“Könnten die Medien negativ über dich berichten, dann schaffe dir hörige Medien, und das Problem ist gelöst!”
Umgelegt auf die Schuldenkrise:
“Könnten die Ratingagenturen dich negativ bewerten, dann schaffe dir hörige Agenturen, und das Problem ist gelöst!”
So einfach ist das.
@Mr. Burns
Jaja, Bewerten die Banken die Bonität eines Kreditnehmers nicht, dann treiben die bösen Spekulanten die armen Kreditnehmer in die Schuldenfalle.
Bewerten sie sie doch, dann wollen die bösen Spekulanten nur über Umwege an das Geld kommen.
Dieses Weltbild hat geradezu rudas’sche Qualität.
Dass ein Kreditnehmer selbst Schuld sein könnte, wenn plötzlich das Geld zum Aus-dem-Fenster-Werfen nicht mehr bereitsgestellt wird, kommt in diesem Weltbild nicht vor.
Dafür Horden raffgieriger Spekulanten.
Vampire und Werwölfe wahrscheinlich auch.
Hr.Faymann war jetzt sogar in Amerika.Ob er etwas gesagt hat glaube ich nicht
da er kaum einen Satz Englisch spricht.Ich denke Russisch,das Land seiner Träume.