Piraterie ist auch keine Lösung…
(von ANDREAS UNTERBERGER) Österreich und Europa stecken in einer schweren Krise: Vertrauensverlust; Schuldenexplosion; Geburtendefizit; unfinanzierbar gewordenes Wohlfahrts- und Pensionssystem; funktionsunfähiger Föderalismus; soziale und Schulprobleme als Folge der Massenmigration; leichtfertige Billionen-Haftungen für das kollabierende Südeuropa; mit Steuergeldern bestochene Massenmedien; Justizkrise durch eine träge und einäugige Staatsanwaltschaft; Zurückfallen der Universitäten.
Wie soll da eine Partei, die von keinem einzigen dieser Probleme auch nur eine Ahnung hat, eine “Chance” sein? Ist die Netzfreiheit, also das einzige Thema der Piraten, also die Abschaffung der Urheberrechtsansprüche von Schriftstellern und Musikern, etwa eine brauchbare Antwort auf irgendeine Frage?
Auch die Demokratie selber braucht dringend Therapien. Aber auch die bieten die “Piraten” nicht an. Die Lösung kann nämlich nur heißen: Mitverantwortung der Bürger durch eine echte direkte Demokratie nach Schweizer Muster. Hat doch selbst die größte Partei des Landes immer seltener eine Haltung zu zentralen Punkten – siehe derzeit die totale inhaltliche Abstinenz der SPÖ zur Frage, wie man Bundesländer und Gemeinden zu Sparsamkeit zwingt.
Lediglich alle paar Jahre die Stimme abzugeben (im wörtlichen Sinn), ist in einer differenzierten Gesellschaft völlig unzureichend. Die Parteien vertreten keine geschlossenen Lager mehr, sie trauen sich daher auch keine Entscheidungen mehr zu. Mangels Mehrheitswahlrecht sind überdies nur noch Koalitionen mit gegenseitiger Blockade möglich. Da können Parteien, die sich auf einen einzigen populären Inhalt reduzieren, zwar scheinbar leicht reüssieren. Diese Taktik funktioniert freilich nur, solange diese Parteien nicht regieren. Denn dann bricht zwangsläufig der Katzenjammer aus. (Tagebuch)
“Piraterie ist auch keine Lösung” – stimmt. Umbau oder gar Ausbau der Demokratie auch nicht. Ganz im Gegenteil. Die Lösung kann nur in einer drastischen Reduktion von Demokratie liegen. Und somit im drastischen Abbau der Kompetenzen des Kollektivs gegenüber dem Individuum. Egal, ob das Kollektiv durch ochlokratische (Volksabstimmungen) oder oligarisches (parlamanetarische Abstimmungen) repräsentiert wird. Wichtigste Schritte dahin: Abschaffung des staatlichen Währungsmonopols und Reduktion der Zwangsabgabenquote auf maximal 5%.
@FritzLiberal
Absolut korrekt!
Jedoch lassen wir die Zwangsabgabenquote doch beim Zehent
wegen unserer christlichen Wurzeln
@FritzLiberal
… wie stellen Sie sich das vor: “Abschaffung des staatlichen Währungsmonopols”
Jede Gemeinde oder Stadt eine eigene Gelddruckerei?
Wo gilt das dort gedruckte Geld ??
Eigentlich sind ja die Piraten in ihrer Schwammigkeit mehr Symptom als potentielle Lösung.
@astuga
Sponge Bob wäre das bessere Parteilogo gewesen.
Gemeinde oder Stadt eben nicht. Sondern private Währungsanbieter. Und der mit dem besten Geld wird sich am Markt durchsetzen.
Überall dort, wo Menschen es annehmen. Daß auch staatsnahe Einrichtungen in einem freien Währungsmarkt mitspielen, ist insbesondere in diesem Zusammenhang kein Widerspruch zur Idee des Wettkampfes. Wenn Menschen das staatsnahe Geld akzeptieren und jenem der Privatanbieter vorziehen, dann soll es so sein. Entweder wirkt das Korrektiv des alternativen Angebotes, oder das staatsnahe Geld verschwindet.
Auch und insbesondere wären öffentliche Einrichtungen aus vielerlei Gründen dazu angehalten, ihre Bediensteten resp. Alimentierten mit der eigenen Währung zu füttern. Nachdem nun schon ECB-Mitarbeiter lautstark nach Inflationsschutz rufen, kann davon ausgegangen werden, die Vernunft wäre einmal mehr nur kurz- und mittelfristig an der kurzen Leine zu halten.
Menschen mögen vielleicht bestimmten Grundsätzen nur schwer zugänglich sein, die Anhäufung von Illusionen im Geldwesen ist ja nicht zufällig höher als das Tauernmassiv, doch das Portemonnaie in seiner Rolle als empfindliches Sinnesorgan war noch immer ein brauchbares Korrektiv.
eine Partei von infantilen Piraten steigt zur politischen Hoffnung auf.
die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst
Wieder einmal wird eine Satire von der Realität übertroffen:
http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/14/sind-wir-nicht-alle-piraten/