Balancieren am Abgrund
3. Juni 2012 | Autor: Fremde Federn
Die Euro-Krise spitzt sich dramatisch zu und nun straucheln auch die USA und China. Damit stirbt die Hoffnung der deutschen Exporteure auf eine kräftige Erholung der Weltwirtschaft. Die Zeichen stehen auf Mini-Wachstum. (Übersicht im “Handelsblatt”)
Nun man möge es mir bitte nachsehen. Was verflucht kann einen daran “überraschen”. Wann ist man Experte? Wenn man im Nachhinein tolle Erklärungen für etwas nachschiebt was nicht funktionieren kann. Oder wenn man vor einem Blödsinn warnt von dem man weiß, daß er ex-Ante nicht funktionieren kann?
Tut mir leid die derzeitigen VWLer sind Experten der Ersteren Sorte. Schulden machen doch gar nichts, “Nachfrage ersetzen” und was weiß ich noch für ein Blödsinn. Auf jedem liberalen Blog konnt man die Warnungen finden, jeder Liberaler aus der alten österreichischen Schule, hat es sehen kommen. Sogar wie der Ablauf aussieht wurde präzise beschrieben und was wird weiter gelehrt Staatseingriffvoodoo.. IBESL
Nach der geordneten Rückkehr ehemaliger Schwachwährungsländer zu ihren alten Währungen – und einer sofortigen Abwertung der selbigen – ist die innereuropäische Wander-Möglichkeit für Bürger auszubauen. Die Grenzen sind sofort zu öffnen. Es braucht eine gemeinsame EU-Armee, einen gemeinsamen EU-Präsidenten – und ein „echtes“ Parlament. Dazu echte EU-Wahlen (die tatsächlich etwas wählen) und ein mehrsprachiges Schul- und Verwaltungssystem – ähnlich dem der Schweiz.
In Kalifornien ist es heißer als in Griechenland, aber durch die hunderte Jahre währende Binnenwanderung ließ „DER Amerikaner“ dort im Wüstenstaat großartige Firmen wie Google, Microsoft oder Amazon entstehen, wie man sie in Europa nur im Nordteil vermuten würde. Nicht die Verteilung hunderter Milliarden Euros an Strukturförderungen und Agrarbudgets wird Europa irgendwann zusammenschweißen – es ist die Schaffung eines „europäischen Mentalitätstyps“ – mit regionalem Einschlag. Erst wenn es in Griechenland genügend Tüftler aus dem Norden gibt und in Schwaben lebensfrohe Gastgeber, dann wird „DER Europäer“ für gleichförmig planbaren Wohlstand auf DEM europäischen Kontinent sorgen. Und dann erst macht Europas „Dollar“ einen Sinn.
@Dr. Dieter Zakel MA
Sehr richtig. Die Verteilung von Geld sorgt nur für Anspruchsdenken und Leistungsunfähigkeit.
@Dr. Dieter Zakel MA
Kleine Korrektur, Herr Doktor: Microsoft wurde in Redmond, einem Vorort von Seattle (Bundesstaat Washington), gegründet und baut sein dortiges Hauptquartier gerade gewaltig aus.
Doch das ist nicht so wichtig. Ihre Vision der “Vereinigten Staaten von Europa” ist lieb, aber utopisch. Die Nomenklatura in Brüssel wird sich mit Zähnen und Klauen dagegen stemmen, ihre zutiefst undemokratische, fast diktatorische Macht durch echte Wahlen verdünnen zu lassen; sie ist auch mächtig genug, dies zu verhindern.
Auch wäre den EU-Großkopferten (Barroso, Rompuy, Juncker, Ashton, Schäuble, Merkel, Hollande et al.) durch demokratische Gremien die Möglichkeit genommen, unentwegt geltendes nationales Recht sowie EU-Verträge einfach zu brechen.
Einen “europäischen Mentalitätstyp” wird es nie geben; zu verschieden sind Temperamente, Kulturen, Sprachen und Geschichte der einzelnen Staaten. Einzige gemeinsame Mentalität: aus den Subventionstöpfen der EU möglichst viel abzugreifen. Deswegen werden auch Strukturförderungen und Subventionitis nie abgeschafft werden.
Und der “gleichmäßig planbare Wohlstand” ist eine uralte sozialistische Idee, die jedesmal kläglich scheitert. Wirtschaft wird durch staatliche Vorgaben stets gegängelt und ruiniert; doch Wohlstand und Arbeitsplätze entstehen nur durch den ungehinderten Wettbewerb von Ideen und Innovationen.
Außerdem wird das ganze Werkel die gegenwärtige Krise, wenn überhaupt, nur mit gewaltigen Rissen im Gebälk überstehen.
Die eu hat leider ein Konstruktionsproblem, das so nicht in den Griff zu bekommen ist. Der Versuch, das Muster der USA nachzumachen, ist an Dummheit nur schwer zu überbieten.
Die USA wurden von einigen englischen Siedlern begründet, die sich nach und nach über das heute besetzte Land ausgebreitet haben. Die Urbevölkerung wurde durch Kriege und Krankheiten beseitigt, ein paar tausend leben noch. Einen großen Teil kaufte man von Frankreich im Lousiana-Purchase, den Spaniern wurde der Süden durch Krieg abgenommen.
Übrig blieb ein rassenreines angelsächsisches Staatswesen. Da kann man leicht politische Union spielen.
Abgesehen davon gingen nach Amerika die stärksten und entschlossensten Menschen, die sich hier nicht beugen wollten. Das spürt man heute noch.
@Prinz Eugen von Savoyen
“Abgesehen davon gingen nach Amerika die stärksten und entschlossensten Menschen, die sich hier nicht beugen wollten. Das spürt man heute noch.”
Definitiv nicht bei ihrem Wahlverhalten… Obama oder Romney, das ist keine Wahl die von “nicht beugen” zeugt.
Verehrtester, das sind geschichtliche Fakten. Die ändert auch kein Blogger.
Vor allem aber gibt es in den USA keinen Finanzausgleich zwischen den Bundesstaaten
und ein strenges Haftungsverbot für Verbindlichkeiten anderer Körperschaften. (Auch
die Verbindlichkeiten nationaler Notenbanken werden jährlich fällig gestellt) :
So wurde vor wenigen Monaten für den Bundesstaat Minnesota kein Rettungsschirm
gespannt, als dieser zahlungsunfähig wurde. Stattdessen schloss die Regionalregie -
rung zahlreiche Behörden, stoppt einen Großteil öffentlicher Bauarbeiten und schickte
zwei Drittel der Beamten in unbezahlten Zwangsurlaub.
Eines ist sicher : An einer Transferunion á la EU würden auch die USA zerbrechen.
Vor allem aber gibt es in den USA keinen Finanzausgleich zwischen den Bundes-
staaten und ein strenges Haftungsverbot für Verbindlichkeiten anderer Körper -
schaften (auch die Verbindlichkeiten nationaler Notenbanken werden jährlich
fällig gestellt) :
So wurde vor wenigen Monaten für den zahlungsunfähigen Bundesstaat Minne-
sota kein Rettungsschirm gespannt, als dieser zahlungsunfähig wurde. Statt -
dessen schloss die Regionalregierung zahlreiche Behörden, stoppte einen Groß-
teil öffentlicher Bauarbeiten und schickte zwei Drittel der Beamten in unbezahl -
ten Zwangsurlaub.
Eines ist sicher : An einer Transferunion á la EU würden auch die USA
zerbrechen.