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Ein wahrer Europäer

Der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat von der dänischen “Europäischen Bewegung” den Ehrentitel Europäer des Jahres 2012 erhalten. Auf eine subtile Art und Weise eine durchaus treffende Wahl.

  1. mannimmond
    13. Dezember 2012, 14:50 | #1

    Zu diesem Anlass ein Werk von Günter Grass aus seinem jüngsten Gedichtband:

    In jungen Jahren konnte ich
    mit strammem Strahl
    die Namen der jeweils Geliebten,
    selbst längere wie Annerose und Aurora,
    in den Schnee pinkeln, sogar
    mit zärtlichem Vorwort und Nachwort;
    sobald es gegenwärtig schneit,
    bin ich dankbar, wenn es gerad noch
    zum Bekenntnis für Ute reicht.

    Günter Grass
    Herbst 2012

    Quelle: http://www.zeit.de/2012/42/Lyrik-Gedicht-Guenter-Grass-Eintagsfliegen/seite-2

  2. Nashwin Fuller
    13. Dezember 2012, 15:13 | #2

    Da fällt mir assoziativ ein (weil bald Weihnachten ist)
    – oder wie es Grass ausdrücken würde:

    Da fällt
    mir assoziativ ein
    weil bald
    Weihnachten
    ist:

    Leise pinkelt ein Reh
    ein Loch in den Schnee.
    Weihnachtlich glänzet der Strahl,
    Rehlein, pinkel nochmal!

    Schönen Ad
    vent!

  3. herbert manninger
    13. Dezember 2012, 16:11 | #3

    Wenn IdiotInnen den/die ideale/n Vertreter/in wählen, wer hätte da noch bessere Karten gehabt?
    (Hier passt ausnahmsweise die Genderei…)

  4. menschmaschine
    13. Dezember 2012, 17:34 | #4

    @mannimmond
    ich wollte jetzt etwas posten, aber ich bin von dieser großen kunst dermaßen berührt, ja direkt ergriffen, daß mir die worte fehlen.

  5. Fritz Wunderlich
    13. Dezember 2012, 19:02 | #5

    Subtil? Kommt darauf an, aus welcher Perspektive betrachtet. Eher eine Bestätigung des Trendes in der EU.

  6. Gerhard Huemer
    13. Dezember 2012, 19:53 | #6

    @Fritz Wunderlich – typisch Krone-Niveau – Hauptsache die EU ist schuld …. und ich dachte immer Liberale können selber denken?

  7. 13. Dezember 2012, 20:33 | #7
  8. Adept
    13. Dezember 2012, 22:27 | #8

    Yep, in der Grundschule haben wir an die Decke geseicht (gebrunst, gepinkelt etc….) bis die Decke tropfte.
    Ganz ohne Annerose etc, das war sportlicher Ehrgeiz.

    Allerdings waren damals die Toilettendecken höchstens 3 Meter hoch…

    Das machen kleine Jungs quasi aus ihrem Naturell heraus.

    Alle zwei Tage kam die Putzfrau oder Hausmeisterin oder Lehrerin und beklagte sich.

    So sind sie halt, unsere Zofen: begreifen unsere kleineren Männer nicht.

    Frauen pissen zur Erde, Männer in die Höhe.

  9. 13. Dezember 2012, 23:38 | #9

    Ich gehörte zu jenen, die Grass nicht für einen Antisemiten, sondern für einen Idioten, der trotz seines Nobelpreises nicht 1+1 zusammenzählen kann, hielten:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/07/nobelpreistrager-scheiert-an-addition/

    Mittlerweile halte ich unseren ”Freund” für ein berechnendes Grassloch.

    Wirtschaftssanktionen wären wohl das einzige Mittel, um die Mullahs zum Einlenken zu bewegen und Israel einen riskanten Militärschlag zu ersparen.

    Deutschland ist als größter Wirtschaftspartner des Iran essentiell für effiziente Sanktionen.

    Grass stellt Israel als Aggressor und zukünftigen Völkermörder dar.

    …tut jedoch selbst alles, um Israel in die Position des Aggressors zu bringen, indem er sich gegen die Sanktionen einsetzt.

  10. Jeremias
    13. Dezember 2012, 23:54 | #10

    ***
    Bei GraSS ist es um jeden Kommentar zu schade. Schade!
    ***

  11. Herbert Blaha
    14. Dezember 2012, 00:38 | #11

    Die kurzzeitige Zugehörigkeit des damals wirklich noch sehr jungen Herrn Grass zur SS wäre kein Problem für mich. Was mich ankotzt, ist sein Umgang damit. Verlogen, verheuchelt, als ob er von Amnäsie geplagt worden wäre, konnte er gekonnt jarhzehntelang die unbefleckte Empfängnis des Guten aus dem Bösen geben. Wenn dann wenigstens ein paar ehrliche Töne gekommen wären. Wenn er dann wenigstens sein Maul gehalten hätte. Nein, der nicht. Sülzt weiter dumm herum, als ob nichts gewesen wäre, und als ob es nach dem Krieg nicht verlogene Existenzen genug gegeben hätte. Der Mann ist tot und glaubt’s einfach nicht.
    Aber wer oder was ist die “dänische ‘Europäische Bewegung’” und was ficht die an, tote Leute zum “Europäer des Jahres 2012″ zu küren? Gab’s da keine Alternativen?

  12. 14. Dezember 2012, 19:20 | #12

    @Herbert Blaha
    Danke!
    Sehe ich genau so.
    LG
    caruso

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