EU an Spanien: Löhne einfach um 10% kürzen

Weltwährungsfonds-Chefin Christine Lagarde und EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn schlagen dem krisengeplagten Spanien vor, alle Löhne um 10 Prozent zu senken. Dadurch solle das Land wettbewerbsfähiger werden, meinen die beiden. Die Spanier sind not amused, berichtet die FAZ.

4 comments

  1. oeconomicus

    Die wollen einfach nicht! Bei einem Leistungsbilanzdefizit von 4,1% des BIP (2012 – Durchschnitt 2005-2010:7,7%) hilft eine Ankurbelung des Konsums überhaupt nichts, ergo kein Geld von uns!

  2. Kapuściński

    1. Ein Vorschlag von historischen Dimensionen. Denn noch nie in der Geschichte der Menschheit ist es gelungen per Beschluss in halbwegs rechtsstaatlichen Staaten eine generelle interne Abwertung (Lohnsenkung) von mehr als 0 Prozent zu realisieren.
    2. Warum auch? Spanien hat kein Problem mit der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Griechenland oder Portugal. Warum sollten die Spanier gegenüber diesen Ländern abwerten?
    3. Spanien hat ein massives Problem mit der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Deutschland, China, Südkorea etc. Da sollten die Spanier sehr saftig abwerten. Das macht man seit Jahrtausenden über die Währung. Und zwar gegenüber dem Land gegenüber dem man im Produktivitätszuwachs hinterhinkt.
    4. Aber halt! Das können sie ja gar nicht. Die höchst individuelle spanische Volkswirtschaft hat ja gar keine eigene Währung mehr. Deshalb gilt der Produktivitätsstandard von Deutschland auch in Spanien. Und da können die Spanier leider nicht mithalten. Was man daran sehen kann, dass die Menschen in Europa und im Rest der Welt irgendwie keine Lust haben deutsche Löhne für spanische Industrieprodukte zu zahlen.
    5. Trotzdem schön zu wissen, an der Spitze der europäischen Bürokratie Menschen wie Rehn zu wissen, die mal eben so alle historische Erfahrung und alle Realität auf den Kopf stellen können. Die mal eben so, ganze Gesellschaften in den Abgrund reißen, um ihr eigenes Pöstchen zu retten. Letzteres wiederum soll allerdings in der Geschichte eigentlich Standard sein.

  3. Reinhard

    Die Gestaltung der Bezüge in der Privatwirtschaft geht den Staat, die EU oder sonst welche Menschenverwalter einen Sch***dreck an! Sollen sie sich um die Bezügesysteme in ihren geschützten Werkstätten kümmern, beim Rest hat politische EInmischung den ganzen Mist erst eingebrockt, der die Wirtschaft heute zu ersticken droht!

  4. Suwarin

    Kann man die Löhne nicht stabil halten und die steuerliche Belastung entsprechend senken?

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