Pirincci-Debatte: Der Nazi in den Täterkindern

(von WERNER REICHEL) Wut, Enttäuschung, Trauer, Hass: Es sind keine schönen Gefühle, die hochkommen, wenn man erfährt, dass einen der geliebte Partner jahrelang betrogen hat. Man fühlt sich hintergangen und ausgenutzt. So ähnlich dürfte es vielen linken Spiegel-Journalisten und Lesern gegangen sein, als bekannt wurde, dass der Verleger des „Hassbuches“ von Akif Pirinçci das Manufactum Warenhaus gegründet hat. Eine in diesen Kreisen sehr geschätzte Marke.

Manufactum-Gründer Thomas Hoof ist noch dazu ein Apostat, ein vom Glauben Abgefallener. Er war einst Mitglied der Grünen, jetzt verlegt er einen „rechten Pöbelbestseller“ mokiert sich der Spiegel. Ja, da werden Emotionen frei. In Anlehnung an den Manufactum-Slogan übertiteln die beiden Spiegel Journalisten Georg Diez und Thomas Hüetlin ihren Artikel deshalb mit: „Es gibt sie noch, die bösen Dinge“. Und das ist garantiert nicht ironisch gemeint.

In ihrem Text trauern Sie den einstmals schönen, einfachen und edlen Dingen von Manufactum nach. Die beiden sind sichtlich betroffen: „Die Kette handelt nicht nur mit vermeintlich guten Dingen, die Kette verkauft eine gute Welt.“ (für gute Menschen, aber das schreiben sie dann doch nicht dazu). Und nun dieser „große Schock“. Jetzt sind all die schönen Dinge und diese gute und heile Welt irgendwie besudelt, der Geist eines „üblen Nazis“ steckt plötzlich in den edlen handgefertigten Produkten. Da hat das steingemahlene skandinavische Weizenmehl um sieben Euro das Kilo plötzlich einen ganz üblen Beigeschmack und der schwarze Herren-Kurzmantel Marineloden um 553 Euro erschient nun in ganz anderem Licht.

Sollen die Spiegelautoren und ihre politisch korrekten Mündel die teuren Dinge, die nun die braune Aura des Bösen umweht, einfach in die Tonne treten? Eine Frage, die sich der eine oder andere gute Mensch nun tatsächlich stellen wird.

Da kann man schon wütend werden. Thomas Hoof hat gut betuchten Salonmarxisten, bildungsbürgerlichen Weltrettern und Rotwein trinkenden Möchtegernrevolutionären ein gutes Lebensgefühl verkauft: „Der Gestus von Manufactum ist antikapitalistisch.“ Und nun stellt sich heraus, dass dieser Judas die Glaubenssätze der politischen Korrektheit ablehnt und in den Schmutz zieht. Dass er längst nichts mehr mit Manufactum zu tun hat, ist bei der ehrlichen Empörung und dem bigotten Eifer zur Nebensache verkommen, schließlich steckt noch nimmer sein böser Geist in den nunmehr entweihten Dingen. Nein, für diese Menschen ist das alles andere als absurd. Sie machen gerade eine schmerzhafte Erfahrung durch.

Mit der falschen politischen Einstellung ist alles, was jemand macht oder gemacht hat – egal wie großartig, toll und segensreich es auch sein mag – irgendwie widerlich, anstößig, pervers und ungut. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass selbst die widerlichsten Dinge mit der richtigen politischen Einstellung akzeptabel oder sogar gut sind: etwa Sex mit Kindern (Grüne), Massenmord (Mao, Pol Pot, Castro …), Terrorismus (RAF), Verfolgung oder Folter. Man kennt ja die Vorbilder, Einstellungen und Vorlieben der 68er und ihrer Epigonen.

Im selben Spiegelheft, in dem man sich über Abweichler Thomas Hoof ereifert, arbeitet der Reporter Cordt Schnibben auf zwölf Seiten die Vergangenheit seines Nazivaters auf. Dieser war in den letzten Kriegstagen an der Ermordung eines „Volksverräters“, eines mutigen Mannes beteiligt, der die damals (gerade noch) herrschende Ideologie hinterfragt hat. Da haben ein paar überzeugte Nazis, selbst als sich das Ende schon abzeichnete, noch einen „Querulanten“ und „Quertreiber“ hingerichtet. Auf seine Leiche legten sie einen Zettel mit der Aufschrift: „Wer sein Volk verrät stirbt“.

Die beiden Texte in dieser Spiegel-Ausgabe passen gut zusammen. Spiegelautor Schnibben fragt sich, wie viel von seinem Nazi-Vater in ihm steckt und er erkennt die „komische Sehnsucht der Generation der Täterkinder, vor der Vergangenheit ihrer Eltern zu fliehen in den Dogmatismus von Maoisten, Trotzkisten und Stalinisten oder gar in die Mordlust terroristischer Werwölfe.“

Ob Flucht oder nicht, eine Abkehr von Kollektivismus, Dogmatismus, Etatismus, Totalitarismus und Menschenverachtung war das jedenfalls nicht. Den Schritt in Richtung Freiheit, Individualismus, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung haben die meisten bis heute nicht getan oder geschafft. Dies hätte einen grundlegenden und schmerzhaften Umdenkprozess vorausgesetzt. Zu tief ist dieses Denken offenbar in den Köpfen verwurzelt.

Stattdessen hat man es sich so wie die Eltern am wärmenden Kaminfeuer eines starken Staates gemütlich gemacht.

Es steckt viel mehr „Nazi“ in den „Täterkindern“, als den 68ern und ihren politisch korrekten Epigonen lieb ist. Denn die „gelegentlichen antisemitischen Reflexe“ oder die „verstörende Kälte behinderten Menschen gegenüber“, die Cordt Schnibben an sich diagnostiziert, sind nur die Symptome. Feindbilder und Sündenböcke ändern sich mit den Zeiten, Umständen und Gegebenheiten, an ihnen kann man die Grundmuster und Strukturen einer Ideologie nicht festmachen. Dazu muss man weiter in die Tiefe gehen.

Jedenfalls sind die Anhänger der politischen Korrektheit, die ja nichts anders als ein weiterer sozialistischer Aufguss in zeitgemäßer Verpackung ist, von ihrer Gesinnung und der Richtigkeit ihres Denkens und Handelns so tief überzeugt, dass sie all ihre Kritiker, wie etwa Akif Pirinçci, mit einem beängstigenden Eifer und Furor diffamieren, beschimpfen, verleumden und sozial ausgrenzen.

Sie glauben aus tiefster Überzeugung den Wahrheitsanspruch gepachtet zu haben. Und keiner dieser selbstgerechten Vertreter des rezenten Zeitgeistes kommt auch nur eine Sekunde lang auf die Idee, dass es genau dieses Verhalten, dieses Denken und dieses unreflektierte Mitläufertum ist, dass sie mit ihren „Nazieltern“ gemein haben könnten. Dass das gerade beim vermeintlichen und besonders gründlichen „Kampf gegen rechts“ so offen zu Tage tritt, ist komisch und tragisch zugleich. Die Geschichte wiederholt sich als Farce.

Denn die Verfolgung und Ausgrenzung Andersdenkender wird mit einer Überzeugung, Inbrunst und Skrupellosigkeit betrieben, die wirklich Angst macht und an dunkle Zeiten erinnert. Und dabei wird die Schraube immer weiter angedreht. Die Meinungsfreiheit wird Schritt für Schritt eingeschränkt, zunehmend auch juristisch. Der soziale Druck auf die „Verräter“ wird immer größer. Selbstverständlich nur für die gute Sache. Auch daran hat sich nichts geändert. Die politische Korrektheit nimmt immer totalitärere Züge an.

Es wird längst nicht mehr argumentiert oder differenziert, es wird einfach drübergefahren. Jeder, der nicht auf Linie ist, ist ein Rechter, ein Nazi und damit mehr oder weniger zum sozialen Abschuss freigegeben. Da verlässt sich der brave politisch korrekte Untertan auch ganz auf die Meinung seiner Rädelsführer in den Mainstream-Medien, Universitäten, Kultureinrichtungen, Amtsstuben und Ministerien. Wie viele seiner Kritiker haben Pirinçcis Buch „Deutschland von Sinnen“ tatsächlich gelesen und sich ernsthaft mit seinen Aussagen auseinandergesetzt? Und wie viele verlassen sich einfach nur auf die Meinung anderer?

Wer etwa, so wie der Spiegel im Zuge der Pirinçci-Hetze, die Zeitschrift „Eigentümlich Frei“ mit ihren Säulenheiligen Friedrich August von Hayek oder Ludwig von Mises als „rechts“ bezeichnet, hat entweder böse Absichten oder er ist ungebildet, ein vollkommen Ahnungsloser oder jemand, der einfach die Behauptungen anderer unhinterfragt nachplappert.

Da ist die ängstliche Frage, wie viel von den Nazi-(Groß)Eltern in einem selbst steckt durchaus berechtigt. Vielleicht sollten die politisch korrekten Weltverbesserer doch einen kurzen und möglichst unvoreingenommenen Blick in Pirinçcis Buch werfen. Das ist für viele Gutmenschen kein einfacher Schritt, das ist fast so, wie damals den Feindsender zu hören.

Die Furcht ist groß. Wer von der verbotenen Frucht isst, der könnte aus dem bunten fröhlichen Multikulti-Öko-Gender-Paradies, das uns Medien und Politik Tag für Tag vorgaukeln, vertrieben und aus der Gemeinschaft der Guten ausgeschlossen werden. Es ist ein Grundbedürfnis der meisten Menschen, sich der Mehrheitsmeinung anzuschließen, das gibt Sicherheit und erspart Selbstzweifel. Auch das ist nichts Neues. Aber damals wie heute lohnt es sich, seine eigene Meinung unabhängig von der dominanten Ideologie und den Meinungsführern zu bilden. Und das Gute daran: Es ist heute wesentlich ungefährlicher als damals.

 

17 comments

  1. Christian Weiss

    Jetzt muss man also sein „Manufactum“-Zoig entsorgen, nachdem man schon den Mozilla Firefox deinstallieren musste, weil der Chef von denen mal eine Initiative gegen die Homo-Ehe unterstützt hat. Hoffentlich kommt nicht noch raus, dass der CEO des homöopathischen Globuli-Produzent Similasan mal „Neger“ gesagt hat.

  2. norbert bender

    NOCH ist es ungefährlicher, seine eigene Meinung zu äußern, wenn man von Berufs-und Karrierebehinderungen, und die gibt es ja bereits nachweislich, absieht. Aber der Hetze-§ kriminalisiert zunehmend – mit dem lässt sich die Meinungsfreiheit nach Belieben der Mächtigen „rechtsstaatlich“ aushebeln.
    (ZB. wird Susanne Winter immer wieder von diversen linken Politikern als Straftäterin angeführt , in der Gewissheit, der uninformierte, denkfaule Wähler denkt da an Betrug, Raubüberfall oder Ähnliches…)

  3. Herr Karl jun.

    In den 1980er Jahren haben wir einmal im studentischen Freundeskreis die Herkunft von Personen aus dem Umfeld der GRM (Gruppe Radikaler Marxisten) in Wien intensiver beleuchtet. Von den ca. 45 Personen, die wir irgendwie näher kannten, stammten gezählte 35 aus bekannten Nazi-Familien in den Bundesländern. Die Zeithistoriker unter stellten auch fest, wie sehr sich die GRM-Söhne ihren Nazi-Vätern ungeachtet vieler Väter-Söhne – Konflikte doch ähnlich waren: Der Hass auf das Establishment, der testosterongesteuerte, zerstörerische Aktivitätsdrang, die Gewaltbereitschaft, das elitäre Sendungsbewusstsein und der Grenzgang zur Amoralität in der persönlichen Lebensführung war beiden Generationen eigen.

  4. fts

    Lange habe ich mich gefragt ob dieses PC Gesockse
    absolut bösartig oder einfach nur abgrundtief dämlich ist.

    Dieser Artikel liefert wesentliche Hinweise zur
    Beantwortung der Frage.

  5. Mario Gut

    Die im Umgang mit der veröffentlichten Meinungsmanipulation erfolggewohnten Bubis und BubInnen der 68iger bekommen langsam angst – das ist der wahre Grund. angst davor, dass ihre ideologische Gehirnwäsche bei den, auch bürgerlichen, Mitläufern nicht mehr funktioniert. Die Hinsichtl und Rücksichtl Bürgerlichen fangen langsam, dank der „neuen Vordenker“ mit dem Nachdenken an. Zumindest buckeln sie immer weniger in Richtung Meinungsdikatur.
    Das spürt die clevere Linke und faucht.
    Daher: Schluss mit dem Meinungsmonopol! ein wichtiger Satz, unter dem alles in der Diskussion subsumiert werden kann: „Es muss ja nicht stimmen, ich muss auch nicht der, oder jener Meinung sein, ABER das Sagen wollen wir doch nicht verbieten, das haben ja schon die Nazis perfektioniert?“
    Darauf bekommt man meistens ein zögerliches „Nein, nein, natürlich nicht – Aber“ ….. damit hat man zumindest die Oberhoheit über die Meinungsfreiheit einmal zurückerobert….

  6. Selbstdenker

    Anhand der völlig überzogenen und bizarren Reflexe der selbstgekrönten „Bessermenschen“ kann man erahnen mit welcher Präzision Akif Pirinçci das kalte Herz des linken Meinungsimperiums getroffen hat.

    Vor aller Augen zeigt die feine linke Jagdgesellschaft ihre hassverzerrte Fratze während der medialen Treibjagd gegen den ehemals harmlosen Katzenbuchautor. Allen Einschüchterungsversuchen zum Trotz hat es nun doch jemand gewagt das Offensichtliche offen auszusprechen. Noch dazu ein Deutscher mit türkischen Migrationshintergrund!

    Der Geist ist aus der Flasche und der linke Meinungsimperialismus wird in sich zusammenbrechen wie ein Kartenhaus: go and fuck yourself!

  7. gms

    Ausgezeichneter Kommentar. In einem Aspekt aber ist Werner Reichel unpräzise, wenn er schreibt:

    „Wer etwa, so wie der Spiegel im Zuge der Pirinçci-Hetze, die Zeitschrift „Eigentümlich Frei” mit ihren Säulenheiligen Friedrich August von Hayek oder Ludwig von Mises als „rechts“ bezeichnet, hat entweder böse Absichten oder er ist ungebildet.“

    Man streiche das „entweder“ und ersetze es durch „in überwiegender Mehrzahl der Fälle“.

    Weshalb? — Es bezeichnen auch und insbesondere die redlichen Gebildeten „EF“ als rechts [1], zumal für Klarsichtige das aktuell medial ventilierte Links-Rechts-Spektrum mit seinen vorgeblichen Antipoden an den beiden Seiten bloß Ausdruck eines erbitterten Bruderzwists im kollektivistischen Eck ist, der u.a. mit der infantilen und konsequent durchgehaltenen Verkürzung „Nazi“ statt „Nationalsozialist“ jeden Tag aufs Neue verschleiert werden muß.
    Spinnefeind waren einander auch die Bolschewiken und Menschewiken, und dennoch käme niemand auf die Idee, diese als diametrale Begrenzungen der gesamten Arena zu betrachten. Ähnliches gilt für evolutionäre und revolutionäre Kommunisten, bloß bei den nationalen und internationalen Sozialisten ging der Propaganda-Coup durch, alles andere an Denkschulen sei aussschließlich zwischen den beiden anzusiedeln und nicht außerhalb.

    Bei der Wahl zwischen Falsch und Richtig liegt das Anzustrebendende gewiß nicht in der Mitte, wie etwa das Auspeitschen auch keinen gerechten Kompromiß darstellt für die Behandlung eines Beschuldigten, den die einen zum Tode verurteilen und die anderen freisprechen würden. Wie feig sind wir doch geworden, indem wir uns selbst artig irgendwie in einer „Mitte“ verorten, während zugleich der Oppononent die Vorzüglichkeit seiner eigenen Randstellung preist. Was hilft uns denn der Verstand, wenn wir zu feige sind, ihn zu verwenden und das dabei Erkannte danach auch umzusetzen?

    Wer als Liberaler den Begriff „Nazi“ verwendet und sich zugleich gegen die Zuschreibung eines politischen Rechtsstehens wehrt, macht sich naiv zweimal zum Werkzeug der Linken, deren Erfolg maßgeblich im wirksamen Aushöhlen und Umkehren von Begriffen begründet ist. Seit Aufkommen des Sozialismus/Kommunismus war dieser wie keine andere Ideologie zuvor oder danach darauf angewiesen, die Massen zu erreichen und deren Denken und Handeln zu beeinflussen. Dies nicht erkannt zu haben ist der Kardinalfehler der Nichtlinken — wir wären verdammt schlecht beraten, in diesem Fehler zu verharren.

    [1] ef-magazin.de/2009/07/31/1382-erik-maria-ritter-von-kuehnelt-leddihn-katholisch-rechtsradikal-und-liberal

  8. rugay

    „Sie glauben aus tiefster Überzeugung den Wahrheitsanspruch gepachtet zu haben. Und keiner dieser selbstgerechten Vertreter des rezenten Zeitgeistes kommt auch nur eine Sekunde lang auf die Idee, dass es genau dieses Verhalten, dieses Denken und dieses unreflektierte Mitläufertum ist, dass sie mit ihren „Nazieltern“ gemein haben könnten. Dass das gerade beim vermeintlichen und besonders gründlichen „Kampf gegen rechts“ so offen zu Tage tritt, ist komisch und tragisch zugleich. Die Geschichte wiederholt sich als Farce.“

    „Tragikomisch“ ist da ja fast schon ein Kompliment – sofern man noch lachen mag.
    Komplett schizoid und kognitiv dissonant trifft es besser 😉
    Es wird wieder einfach und bequem gemacht sein Fähnchen je nach „Zeitgeistlaune“ in den politsch korrekten Wind zu hängen. Wie wurde eigentlich zwischen, sagen wir 1930-33, im „Mainstream“ berichtet ? Ob man da Parallelen findet ?
    Mein Gott müssen unsere Mächtigen und deren Stiefellecker die Hosen voll haben den eigenen Selbstbetrug bis hin zur Verleumdung nicht einmal mehr als sie direkt betreffende Option wahrzunehmen…

  9. Piedro

    DAs Buch habe ich gekauft, nachdem ich ein Interview im Fernsehen sah. Mit den Thesen und Erfahrungen des Herrn Pirincci kann man nur übereinstimmen. Und jetzt, da ich begonnen habe, das Buch zu lesen, fällt alles wie Schuppen von den Augen. Es wird schonungslos das Ergebnis der jahrelangen grün/roten Gehirnwäsche und das Abscheuliche einer Roth offengelegt. Selten habe ich so ein fesselndes Buch gelesen. locker geschrieben, mit richtigen Fäkalausdrücken wo erforderlich, so richtig aus der Mitte. Ich kann nur hoffen, dass es die Richtigen auch lesen unbd aufmucken, vielleicht umsteuern. Denn mein Deutschland ist dieses Gebilde nach der Rot/Grünen Herrschaft schon lange nicht mehr. Meine grösste Hochachtung für den Mut und die Klarsicht des Herrn Piricci und des Verlegers.

  10. Rennziege

    22. April 2014 – 15:11 Piedro
    Ich teile Ihre Ansicht komplett. Erst halb durch mit dieser nicht nur augenöffnenden, sondern auch erfrischend unterhaltsamen, großteils faktenbasierten Schwarte, kann ich nur sagen: Mehr von Akif Pirinçci! Gerade weil die p.t. Mainstream-Medien dieses Buch als Werk des Leibhaftigen verteufeln — ohne mehr als den Klappentext gelesen zu haben, eh klar —, ist es so wertvoll.
    Grober Klotz braucht einen groben Keil, was seine (eh ziemlich zahme) Fäkalsprache rechtfertigt.
    Ob die Richtigen „Deutschland von Sinnen“ lesen werden, steht noch in den Sternen; das geballte Mediengezeter und die „von Sinnen“ profitierende Sozialmafia werden ihre Schreihälse in Massen mobilisieren, die nur im rotgrünen Gärschlamm florierenden Parteien ebenfalls. Wozu leider auch die C-Parteien gehören, die es eigentlich besser wissen sollten.
    Schwacher Trost für D: In Österreich geht’s noch erbärmlicher zu..

  11. Geneva

    SPD, Grüne-B.90, Linke und Piraten sind unwählbar geworden. FDP sowieso. Die CDU/CSU sind auch nicht besser, sie verkaufen uns an das Transatlantische Abkommen (TTIP), das uns Schulden bringt, 20% mehr Arbeitslosigkeit, Chlorhühner, Gen-Food,Firmengiganten die Milliarden abkassieren und Aberkennung jeglicher Rechte. (siehe Mexiko). Wen sollte man noch wählen? AfD? Denen würde ich noch als einziges trauen mal überall richtig aufzuräumen. Auch unter den Medien. Das kann aber nur gelingen, wenn diejenigen.. die Sodom un Gomorrha schreien, diesmal nicht Ihre eigenen Henker wählen, sondern mal AfD ausprobieren.

  12. Reinhard

    „Hängt die Schweine an die Pappeln, ihre Beine sollen zappeln!“

    Diesen Spruch hörte ich vor etlichen Jahren. Nein, nicht von hassverzerrten intoleranten ausländerfeindlichen Nazis, sondern von der fröhlich-johlend Toleranz fordernden, gutmenschlichen Gegendemonstration gegen eine (übrigens ob der Tiefe des geistigen Niveaus eher lächerliche) NPD-Wahlveranstaltung im schönen fernen Sachsen-Anhalt.
    Mit diesem feinsinnigen Spruch trugen die Toleranz- und Korrektheitsapostel ihr wahres Denken wie eine Monstranz vor sich her, und der Name täuscht nicht, denn dieses Denken ist von jener Monstrosität, die Judensterne und Gaskammern erfunden und das Töten der Unerwünschten perfektioniert hat.

    Liebe gutmenschlichen Missionare des Lichtes, die ihr glaubt mir scharfem Schwerte im Namen Eures Gottes (nennt ihn „Toleranz“, „Multikulti“, „PC“ oder einfach nur „ICH!“) urteilen und richten zu müssen: Es ist nicht das Ziel eures Handelns, das euch verrät, sondern die Art desselben.
    Ihr habt euch einen neuen Gott gebastelt, um mit den gleichen Methoden weitermachen zu können wie eure Vorfahren. Eure Masken aus klimaneutral und gentechnikfrei handgeklöppeltem Pappmache lösen sich auf. Was darunter zum Vorschein kommt ist genau das, auf das eure Eltern den Spruch gemünzt haben: „Niemals wieder! Wehret den Anfängen!“

    Und wie sehr es schmerzt, die Maske in aller Öffentlichkeit zu verlieren, verrät die Reaktion. Soviel Hass, soviel Wut, soviel Trotz, soviel Aggression stecken da in den Verfechtern der Schönen Neuen Welt. Wer jetzt noch nicht erkennt, wie es in dieser Schönen Neuen Welt zugeht, wenn diese geradezu religiös-fanatischen Hardliner endgültig die Macht in den Händen halten, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Danke, Herr Pirincci, dass Sie den Beweis angetreten haben, dass es doch eine Bereicherung durch türkische Zuwanderung geben kann.

  13. gms

    Rennziege,

    „Gerade weil die p.t. Mainstream-Medien dieses Buch als Werk des Leibhaftigen verteufeln — ohne mehr als den Klappentext gelesen zu haben, eh klar —, ist es so wertvoll.“

    Man kann in der Tat nicht erwarten, die derzeit schnappatmenden Meinungsvorturner seien in der Lage, dieses Werk sine ira et studio zu verdauen. Eher würde ein Asthmatiker lächelnd ein halbes Pfund Hausstaub schnupfen und hernach ohne ein Räuspern Arien trällern, als daß die Zunft der vereinigten Druckerschwärzekanaillen und Tonbildluder den psychosomatischen Druck aushielten, den schon der Konsum einer halben Seite dieses Buches bei ihnen entfesselte.

    Nachdem aber bereits der Klappentext vor Augen führt, was man als bezahlter Söldner der Gesinnungsdiktatur seit Langem unter Aufbringung aller Kräfte in seinem hintersten Winkel des Bewußtseins verräumen mußte, um eingedenk der eigenen Taten nicht jeden Tag aufs Neue vom schlechten Gewissen geohrfeigt zu werden, käme das Lesen des gesamten Buches einem Sprung in einen telephonzellengroßen Fleischwolf gleich.
    Die Journallie muß daher notgedrungen heulen wie ein Frettchen, über dessen Schwanz mehrfach ein einparkender vollbeladener LKW hin und her reversiert, beladen mit einer Fracht aus Milliarden kleiner Flugzettel: „Lieber Medienschaffender, du hast verdammt viel Mist gebaut und weißt das auch. Übrigens: Ich werden gleich über Deutschland abgeworfen, wie unzählige andere schon zuvor.“

    Akif Pirinçci ist nicht nur, aber auch ein Kind des Internets. Ohne elektronischen Rückenwind hätte man sein Buch vielleicht noch totschweigen können. Vilem Flusser, er verstarb 1991, nahm, ohne die heutigen Technologien zu kennen, die Möglichkeiten der Massenkommunikation für jedermann bereits vorweg und das damit einhergehende Aufbrechen einer einseitigen und von wenigen betriebenen Gestaltung der Meinungsverbreitung. In dem, was danach kommt, gibt es keine Autoritäten mehr, die zwischen Wahr und Falsch oder zwischen Berichtens- und Verschweigenswertem vorselektieren können.

    Bis gestern war Deutschland eine Empörungsgemeinschaft, deren verbindendes Element die wiederkehrende Erötertung der aus den Mainstream-Medien sich ergießenden Berichte war. Diese zentrale Taktgeberfunktion kommt ins Wanken. Bis gestern mußten sich Mainstream-Medien noch darum sorgen, ob man ihnen ihre Werke auch morgen noch gegen bare Münze abnimmt, heute müssen sie sich fragen, ob man ihnen überhaupt noch etwas abkauft.

    Im Optimalfall verkörpert Pirinçci einen sog. game changer. Im schlechtesten Fall begnügen wir uns damit, daß die Kluft zwischen den ersten vier Gewalten im Staat und den Bürgern noch größer wird, wenn wir es nicht schaffen, die fünfte und entscheidende Gewalt zu bilden, welche in Umkehrung zum Bisherigen selbst den Takt schlägt, anstatt artig den Zeigern der anderen zu folgen.
    „Ihr tut so, als würdet ihr uns informieren, und wir tun so, als würden wir euch glauben.“ — Dies wäre das sprichwörtlich blaue Auge, mit dem unsere aktuellen Meinungsanimateure wegkommen könnten, ein neues mediales Biedermeier. Oder wir spulen gleich vor bis 1848. Vilem Flusser war Optimist, und weil ich ihn für einen verdammt schlauen Kerl halte, bin ich geneigt seine Zuversicht zu teilen.

  14. ervin

    ….Man, U Fck..ed ´um ! Akif Pirincci – Hut ab, habe mich köstlich amüsiert beim Lesen der Lektüre…. Bin selber als Ausländerbub in einem latent xenophoben Schwobadörfle ufgwaxa 😉 , seit geraumer Zeit eher im neoeuropäisch-unionierten Ausland ansässig und muss zugeben, dass mir der Trend der letzten 5-10 Jahre in Deutschland nicht wirklich zusagt. Aus der Ferne betrachtet sind dann gewisse Dinge recht evident, dass hat der gute Herr Pirincci wirklich treffend auf den Punkt gebracht – Kann mir gut vorstellen, dass sich dieser nun schon andauernde Irrweg dann einem medial erblindeten, sich in der existenziell-herumrobotisierenden Endlosschleife befindlichen Autochtonen Teutonen (Vorsicht – sehr großes oxyMoronisches Potential), nicht so wirklich auf den ersten Blick in seiner Gänze zu erschliessen vermag…. Mit dem A-Loch sieht man halt ab und zu schon besser. Ich bin ehrlich gesagt kein Freund von diesem aufgesetzten Dipol-Konflikten, es stimmt mich recht traurig, dass über den Umweg der Nazivergangenheit der Eltern entsprechende Diskreditierungsversuche des Verlegers dann letztendlich den Türken ins rechte Eck abzuschieben – Pfui – Spiegel -pfui ! Ich find es eh genial, dass ein Türke den Deutschen die Augen öffnen muss – roots bloody roots! Anyway, hatte selten so viel Freude am Lesen eines Buches wie bei Pirincci´s „Deutschland von Sinnen….“

  15. Titus Feuerfuchs

    „Und keiner dieser selbstgerechten Vertreter des rezenten Zeitgeistes kommt auch nur eine Sekunde lang auf die Idee, dass es genau dieses Verhalten, dieses Denken und dieses unreflektierte Mitläufertum ist, dass sie mit ihren „Nazieltern“ gemein haben könnten. Dass das gerade beim vermeintlichen und besonders gründlichen „Kampf gegen rechts“ so offen zu Tage tritt, ist komisch und tragisch zugleich.“

    So ist es!
    Es war genau diese Sorte bornierter Mitläufer, die ’38 mit ausgesrecktem Arm am Heldenplatz stand.

  16. Bernd Schmieder

    Es tut mir leid aber ich bekomme einfach das Grinsen nicht aus meinem Gesicht.

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