Das Märchen vom gerechten Lohn

„…..Aus irgendeinem Grund bleiben Hausbesitzer, Gemüsehändler usw. vom Zorn der Aktivisten dafür verschont, dass sie die Reallöhne nicht niedrig halten. Dagegen bleiben mit den Arbeitgebern jene im Visier der Aktivisten, die den Nominallohn auszahlen, da sie aus irgendeinem willkürlichen Grund die volle moralische Verantwortung dafür tragen, dass die Löhne auskömmlich sind…..“ (hier)

3 comments

  1. Fragolin

    Ein Effekt des Mindestlohnes bleibt immer unerwähnt: Wenn der Mindestlohn eines minder Qualifizierten und geringwertige (also vom Kunden nicht adäquat bezahlte) Leistung erbringenden Hilfsarbeiters über seinem erarbeiteten Wert liegt, dann ist es nicht nur so, dass sich jeder Unternehmer überlegen muss, ob er diesen Menschen weiterbeschäftigt, sondern er führt auch dazu, dass hoch qualifizierte und hoch leistende Arbeitnehmer weniger verdienen, denn irgendwo muss ja ein Ausgleich stattfinden. Populistisch ausgedrückt könnte man sagen, der Fleißige hakelt für den Faulen mit. So sieht „Gerechtigkeit“ (ein Wort, bei dem mir regelmäßig schlecht wird) aus.
    Besonders putzig finde ich, dass wir gleichzeitig, während hunderttausende angeblich hochmotivierte Menschen ohne Sprachkenntnisse und verwertbare Ausbildungen das Land fluten, wieder einmal über höhere Mindestlöhne und damit weit höhere Zugangsbeschränkungen Niedrigqualifizierter zum Arbeitsmarkt diskutieren. Auch ohne, wie ich das tue, die angeblich hohe Motivation anzuzweifeln, hier als Billiglöhner, Fensterputzer und Altenpfleger ein neues erfülltes Leben in der deutschen Arbeitstretmühle zu finden, wo es doch üppige Geldgeschenke fürs Nichtstun gibt – selbst wenn einer arbeiten will, wird er keinen Job finden, denn was soll ein Unternehmen mit einem ungebildeten Hilfsarbeiter, der nicht einmal deutsch kann und keine Arbeitsanweisung versteht, wenn er nicht einmal einen Job für deutschspechende Arbeitslose hat?
    Es gibt für Unternehmen nur eine Verpflichtung, und diese ist sogar gesetzlich festgeschrieben: Gewinne erwirtschaften. Es gibt keine Verpflichtung, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten oder Mitarbeitern einen gewünschten Lebensstil zu garantieren. Weder eine gesetzliche noch eine moralische.
    Ob ich jemanden einstelle oder nicht, welche Anforderungen ich an meine Mitarbeiter stelle und wie ich sie bezahle geht genau genommen niemanden etwas an.
    Kollektivisten werden das aber nie kapieren. Lemminge verstehen das Konzept der Eigenentscheidung nicht.

  2. Zaungast

    Kleine Anmerkung zum trefflichen Kommentar des Vorposters „Fragolin“:

    Ein großer Bevölkerungsteil ist überfordert, abstrakte Zusammenhänge zu verstehen. Die Leute können und wollen auch gar nicht verstehen. Das Weltbild ist dann ein sehr simples: „Ich krieg nicht das, was ich will, und das ist himmelschreiend ungerecht; schuld sind die bösen Banken – Unternehmer – Vermieter – Gemüsehändler usw., die mich ausbeuten, betrügen und übervorteilen.“ Dagegen ist nicht anzukommen. „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“

  3. Reini

    Viele große Baufirmen in Österreich lassen lieber die eigenen Arbeiter zu Hause und nehmen billige Subfirmen aus dem Ausland,… den unser Lohnniveau muss leider an den Durchschnitt der EU angepasst werden. Unser Wirtschaftsplus ist noch die gute Ausbildung und die Qualitätsarbeit in den Berufen,… aber wie lange noch kann der Standard gehalten werden? … beim AMS sitzen die Leistungsschwächsten die mit dem ständig steigenden Arbeitsplatzdruck nicht zurechtkommen, es werden ständig mehr! … und der Arbeitsmarkt wird gerade mit neuen Billigstarbeitern überschwemmt! …

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