Was bedeuter Trump für die Konflikte im Nahen Osten?

(FLORIAN MARKL) Soweit sich eine Linie Trumps erahnen lässt, wird er nicht wie Obama und dessen Außenminister Kerry Druck auf Israel ausüben, um den nur noch virtuell existierenden Friedensprozess durch israelische Zugeständnisse voranzutreiben. Israel wird bei Trump auf mehr Sympathien für die Selbstverteidigung gegen terroristische Angriffe stoßen, als dies bei der Obama-Administration der Fall war. Auch wenn noch abgewartet werden muss, wer in der Trump-Regierung die Leitung des State Department übernehmen wird, ist nur schwer vorstellbar, dass Trumps Außenminister sich beispielsweise im Falle eines neuerlichen Krieges mit der Hamas derart hamasfreundliche Waffenstillstandsvorschläge der Türkei und Katars zu eigen machen würde, wie John Kerry dies während des Gaza-Krieges 2014 getan hat… (weiterlesen hier)

9 comments

  1. Gerald Steinbach

    Seltsam das Menschen nach einer demokratischen Wahlentscheidung und der andere nicht genehme gewinnt dann, protestieren.
    Irgendwie sieht das nach einen Protest gegen die Demokratie aus und in allen Fällen kommt dieser Protest immer nur von einer Ecke
    Den ORF war dies eine Schlagzeile wert

    http://orf.at/stories/2366061/2366063/

  2. Lisa

    @Gerlad Steinbach: was haben manche Schreiber hier denn für eine eigenartige Ansicht über Demokratii??? Mehrheitsentscheide müssen immer auch die Minderheitswünsche berücksichtigen. Vor allem wenn die Minderheit ft dieHälfte ist. Das brint Unzufriedenheit und damit Unruhe ins Land. Das war mit t der Wahl Tumps vorauszusehen.

  3. mariuslupus

    Wieder ein Prognostiker. Gehört zu denen die bereits wissen was President-Elect, machen wird, oder machen sollte.
    Aus der Sicht des kleinen Mannes in Europa und in den USA wäre für alle, am aller besten, Trump würde nichts machen, überhaupt nichts. Jede Aktion der USA mit seinen „Allierten“, oder der NATO in dieser Region hat nur zu mehr Kriegen, Nachfolgekriegen und Vergeltungskriegen geführt. Der Aufstieg des IS und der anderen Organisationen El Quaida, Jihadd, und wie sie alle heissen, ist die die direkte Folge der Interventionen, der selbst ernannten Demokratie-Missionare im Nahen Osten. Sinnvoll wäre diese Region mit einen containment zu versehen. Die vorhandenen Konflikte könnten, dann die dort Anwesenden miteinander und untereinander, austragen, oder lösen. Hat der Westen die Lektion noch nicht gelernt, dass Einmischungen von aussen immer nur die Problem eskalieren, aber nicht lösen. Indochina, Vietnam, Irak, Libyen, Kuba, usw. etc……
    Trump könnte versuchen mit Putin ein vernünftiges, verständnisvolles Verhältnis aufzubauen. Wäre von Vorteil für Europa, die USA und für Russland. Besser als die ständige EU Hetze, abwechselnd gegen Trump und Putin. Die infantile Haltung der EU Poltiker erinnert an Spiele von Buben im Sandkasten. Nach dem Motto, „Nein, mit dir spielen wir nicht“.
    Putin hat ein Problem, und dass ist China. Putin ist klar, dass Russland mit der zukünftigen Expansion Chinas, überfordert sein wird. Putin braucht einen Verbündeten. Die EU meint, sie muss unbedingt Putin mit Sanktionen erziehen, ist also kein Verbündeter, insbesondere kein zuverlässiger Verbündeter. Was Putin über Merkel persönnlich und ihre Politik meint, hat er bereits gesagt. Noch weniger als nichts.
    Bleiben die USA. Eine Chance für Trump eine Geostrategie der Zusammenarbeit und gegenseitiegen Unterstützung, zwischen den USA und China, aufzubauen Sollte das gelingen, wird Europa auf diese Linie einschwenken müssen.
    Ein erfreulicher Nebeneffekt. Das Ende der merkelschen Autokratie. Einziger verbleibender Verbündeter, der Kalif am Bosporus.

  4. G.K.

    @Lisa: Verstehe ich Sie richtig? Repräsentieren die amerikanischen Juden Israel bzw. dessen Regierung, die im Satz gemeint war? Welche sie zudem als mehrheitlich linksliberale ebensowenig wie Trump gewählt hätten?

    Aus Zeitmangel verzichte ich darauf, detailliert auszuführen, dass wahre Linksliberale niemals Clinton wählen würden, angesichts des Desasters, das sie und Obama im Nahen Osten hinterlassen, bezüglich dessen Clinton noch mehr vom selben versprochen hat – dazu im Vergleich war Bush ein wahrer Heilsbringer und Trump würde es schwerfallen, das ganze irgendwie noch zu toppen, selbst wenn es wollte.

  5. Gerald Steinbach

    Lisa 08:18
    Ganz genau und deswegen ist es sinnlos einen Tag nach einer Wahl zu protestieren, oder?
    Und Unruhen sollte man nicht in ein Land bringen, bestenfalls eine gesunde Unzufriedenheit!

  6. Herzberg

    @Lisa

    [Mena-Watch] Noch so ein Prognostiker!

    Teuere Freundin der Regionen Europas, Ihr Friend-Foe-Detektor bedarf einer Neukalibrierung, ist Florian Markl in der Bugwelle von Anne Applebaum und Alexandra Föderl-Schmid doch schon längst dort, wo sie erst hinwollen. Vielleicht lesen Sie seine Durchhalteparolen erneut.

    Gelingt Ihnen dann eine plausible Darlegung, wie eine 25%ige Minderheit jüdischer US-Mitbürger ohne Hillary-Psychose bei einem Clinton-Sieg jene Berücksichtigung erfahren hätte, die sie hier wortreich einmahnen, dann dürfen Sie die Ernte des Tages dennoch heimkarren.

    Wer’s noch immer nicht kapierte: Die Bürger Israels verfolgen geopolitisch andere Ziele, als Juden in der Diaspora oder speziell in den USA. Trump hat das verstanden und wurde unter anderem dafür in einem historischen Sketch ausgerechnet als Rrrächter dargestellt. Sinn für Humor scheint tatsächlich nur wenigen gegeben.

    Florian Markl: „Umwälzungen historischen Ausmaßes sind unter anderem daran zu erkennen, dass die Sprache den Kommentatoren den Dienst verweigert.“

    Und dennoch schnattern sie, als gäbe es kein Morgen mehr, freudig repliziert von jenen, denen jeder Sägespan inzwischen wie ein rettendes Floß anmutet.

  7. Lisa

    @Herzberg: ich kenne zwar persönlich nur etwa drei Dutzend von acht Millionen israelischr Bürger persönlich und nicht nur vom Sehen – und zudem sind die nicht aus sozialen Brennpunkten. Aber unsere Diskussionen bewegen und bewegten sich jeweils auf einem Niveau, das von grobschlächtigen Einteilungen wie „rechts“ und „links“, wie hier bedauerlicherweise immer noch anzutreffen, weit entfernt ist. Menschen sind vor allem Individuen – sie können im Gegensatz zu Gruppen oder gar Massen, differenzieren, Probleme ausdiskutieren, Konsequenzen für sich und andere sehen, Verantwortung übernehmen. Es gibt auch dort die Undifferenzierten, klar, aber mit denen würde ich gar nicht reden, denn diese Etiketten verhindern eine gemeinsame Sprache, einen gemeinsamen Wortgebrauch. Was der A unter „links“ versteht, ist nie dasselbe, was der B darunter versteht. Und jede Definition kann sogleich mit Gegenbeispielen widerlegt werden. Wir sind ja nicht Tiere, die man mit Zuordnungen charakterisieren kann, wie „Elefanten sind grau, Tiger gestreift, Albinos ausgenommen“. Wir haben, jeder von uns, eine eigene Art zu denken, die Welt zu interpretieren, Fakten zu bewerten . Einseitige Statements sind jedem Nachdenklichen und eigenständig Denkenden zuwider – wie auch Differenzierungen dem Denkfaulen zu mühsam sind. Ich habe mal mit Jugendlichen nach einer Demo e-i-n-z–e-l-n diskutiert – da traten plötzlich völlig verschiedene Motivationen zutage, teilweise das genaue Gegenteil von dem, was sie krakeelten oder auf ihren Spruchbändern schwenkten. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich für die Abschaffung aller Parteien und für regionale Verwaltungen wäre. Ein übergeordneter „Bund“ braucht nur wenige Kompetenzen (Aussengrenzen schützen, also Militär, evtl Zölle, sowie Verkehr und Kommunikation und – je nach dem – die Währung) Innere Sicherheit/Polizei, Rechtssprechung, Soziales und Wirtschaftliches kann getrost den Regionen überlassen werden, wo man seine Pappenhiemer kennt. Zwar leiden dann einige mit Standortnachteil – aber das kann auch ein Ansporn zum Handeln, für Innovationen sein – oder den Standortbevorteiligten Gelegenheit zu tätiger Nächstenliebe geben…

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