Wien, die Kapitale der Sozialgeldbezieher

(JÜRGEN POCK) Die nackten Zahlen liegen auf dem Tisch, zumindest für Wien. Und diese bestätigen einmal mehr, dass das österreichische Fürsorgesystem seit geraumer Zeit aus den Fugen geraten ist. Der neue Höchststand erklärt sich durch den massiven Andrang von Flüchtlingen auf die Mindestsicherung. Tendenz weiterhin steigend. Als Hort der Hoffnungslosen übt die Bundeshauptstadt den größten Anreiz auf die Sozialgeldbezieher aus. Mittlerweile verlassen sich insgesamt mehr als 191.000 auf die staatlichen Geldleistungen, auch bereits abgewiesene Asylwerber, die aufgrund untauglicher Rücknahmeabkommen nicht in ihr Heimatland abgeschoben werden können, zapfen derweil die Versorgungsschläuche der Sozialwerke an. Die Anzahl der Asylberechtigten, die Mindestsicherung beziehen, ist im Jahr 2016 um 40 Prozent gestiegen.
Diese wenig überraschende Erkenntnis verträgt sich allerdings kaum mit der noch im letzten Herbst publizierten Studie des Wittgenstein Centre in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität und der Akademie der Wissenschaften. Damals wurde überschwänglich von „positiver Selektion“ berichtet. So seien die im Rahmen der Flüchtlingswellen nach Österreich gekommenen Migranten grosso modo gut gebildet. Ja, die Ankommenden seien sogar besser gebildet als die Gesamtbevölkerung im Herkunftsland. Die Quote von Akademikern und Personen mit Fachmatura liege bei 26 Prozent und damit fast so hoch wie in Österreich. Laut der Projektleiterin würden die Studienergebnisse die weit verbreitete Annahme entkräften, dass der Großteil der Ankommenden ungebildet sei. Im Gegenteil, mit der raschen Eingliederung in den Arbeitsmarkt würde der Staat mit „viel Humankapital“ bereichert werden. Der einzige Haken an dieser euphorischen Ankündigung: Die Ergebnisse basierten auf Befragungen, die den Wahrheitsgehalt der unbewiesenen Aussagen nicht in Frage stellten. Auf diverse Zeugnisse wurde verzichtet. Anders wären diese Mikrozensuserhebungen auch nicht zustande gekommen. Denn leider haben fast alle gebildeten Flüchtlinge ihre Papiere zum Nachweis ihrer Abschlüsse auf dem Weg ins Sozialsystem verloren.
Das einst gepriesene Gewinngeschäft mit der Flüchtlingsbewegung lässt bis heute auf sich warten, der wirtschaftliche Nutzen für das Land wurde trotz der beharrlichen Ignoranz verschiedener ideologisch vorangetriebener Studien nicht realisiert. Die Wirklichkeit weist in eine andere Richtung: Wien, verschuldet bis über beide Ohren, musste 2016 das Budget nachträglich um 130 Millionen Euro aufstocken, um die uferlosen Sozialausgaben stemmen zu können. Die indessen von ihrer Partei ins Exil geschickte Sozialstadt Wehsely moralisierte vordem vollmundig, dass auf keinen Fall „die Flüchtlinge als Vehikel für einen Sozialabbau in großem Stil verwendet werden“ dürfen.
Die von der Großkoalition geführten Scheindebatten über die Reduzierung der Obergrenze für neue Asylwerber oder bestmöglich geschnürte Arbeitsmarktintegrationspakete können nicht verschleiern, dass die Regierung ihrer Verantwortung nicht nachkommt. In erster Linie beruhen die Probleme auf einem irrealen Menschenbild, getragen von sozialistischen Gleichheitsprämissen, die das Sozialsystem zur Existenzsicherung und nachhaltigen Umverteilung von Wohlstand nutzen. Die Sogwirkungen sind außer Kontrolle geraten; jeder weiß, die Migranten wählen ihr Zielland nach den Sozialleistungen. Dennoch verpönen der Moralismus und das Ideal der politischen Korrektheit die kritische Debatte, sie verbieten Einspruch. Während die bizarren Sozialtechniken dazu führen, dass die ausgefeilten Sicherungssysteme nicht überblickbare Nischen schaffen, die der Steuerzahler finanziert.

12 comments

  1. Thomas Holzer

    „Denn leider haben fast alle gebildeten Flüchtlinge ihre Papiere zum Nachweis ihrer Abschlüsse auf dem Weg ins Sozialsystem verloren.“

    Die scheinen halt zu wissen, wie es funktioniert; also doch „gebildet“ 😉

  2. pippin

    In Wien leben rund 2 Mio. Menschen. Wenn man von rund 1 Mio. im erwerbsfähigen Alter ausgeht, bedeutet das, dass jeder Fünfte zwischen 15 und 65, der einem in Wien über den Weg läuft, von der MS lebt. Oder irre ich?

  3. Gerald Steinbach

    Bin schon gespannt wenn der erste syrische „Arzt“ seine erste Operation durchführt und ein kleines hoppala passiert,…..er hat aber glaubhaft. ….

  4. waldsee

    wer informiert die „schutzsuchenden“?welche personen öffnen tür und tor?
    wie ist die praxis,wenn ein migrant die grenze übertritt und gleich im sozialtopf landet?ich glaube nicht,daß gebürtige ösis so schnell aus diesem topf löffeln dürfen.was weiß man über linke und islam.aktivitäten in diesem bereich?

  5. Reini

    Wer würde monatlich einem Sandler 800 Euro geben wenn er es selbst nicht hat und ausborgen muss? …
    Es ist doch Strafbar mit öffentlichen Steuergeld zu spekulieren, wurde auch bekanntlich „verurteilt“. (auch in Wien wurden Mrd. verspekuliert, leider ohne Konsequenzen)
    Warum darf aber öffentliches Steuergeld „verschenkt“ werden,
    1. was man nicht hat und
    2. in einem Wissen, dass es nie mehr eingenommen wird!?
    Bekomm jetzt schon einen Lachkrampf, wenn die „Echten Wiener“ streiken und jahrelang der gewünscht Inflationsausgleich fehlt! … was jetzt schon der Fall ist und leider nicht nur ihn Wien,…

  6. dna1

    Erinnert mich an Silvester in Köln, wo man auch die Identität von Leuten feststellen konnte ohne deren Nationalität zu kennen.

  7. Hanna

    Wie die „gebildeten“ Flüchtlinge müssten auch die österreichischen Sozialgeldbeziehenwollenden vergessen, wie sie heißen, wer und woher sie sind und wie sie überhaupt aufs Sozialamt gekommen sind. Gleichberechtigung, oder? Wieso könnte der Staat von der einen Person erwarten, sich und ihre Herkunft zu kennen und von der anderen nicht? Wenn jemand nicht angibt oder nicht weiß, woher er oder sie kommt, gibt“s nur eines – Psychiatrie. Was sonst? Sozialhilfe und freies Leben für Leute, die nicht wissen, wer sie sind? Ist das nicht hochgradig öffentlichkeitsgefährdend? Man sollte dagegen klagen und klagen und klagen … und ich meine rechtlich.

  8. Lisa

    Es wäre wünschenswert, dass Regierende anhand von Beispielen erklären, warum dieses Durchfüttern so nötig für die Gemeischaft der Einheimischen ist. Zumal in den meisten musulimisch geprägten Kulturen Stolz nicht etwa als Todsünde, sondern als Auszeichnung gilt: man kann im direkten Kontakt mit unverschämten Sozialgeldbezügern die Leute schnell von hohen Ross runterholen, wenn man nonverbal oder auch verbal unter die Nase hält, von wessen Geld sie ernährt werden… Mir egal, ob jemand das „menschenverachtend“ findet, à malin, malin et demi, – solange von Seiten der legalen oder illegalen Migranten Verachtung gegen die Einhemischen/“Ungläubigen“ ausgedrückt wird, kann ich mit gleicher Munition zurückchiessen. Das mit der andern Wange hinhalten kann ich nur als Masochismus interpretieren – es mag allenfalls funktionieren, wenn der Watschn Austeilende so etwas wie ein Schamgefühl hat.

  9. Mona Rieboldt

    Und wie man hier lesen kann, sind wohl Deutsche nicht allein das „Idiotenvolk“, wie nattl die Deutschen nennt. In Österreich ist es nicht anders als in Deutschland, der Unterschied ist nur, 80 Millionen Deutsche und ca. 8 Millionen Österreicher. Und Deutschlands Wirtschaft läuft zur Zeit besser.

  10. Falke

    Den Flüchtlingen kann man ja dabei nicht unbedingt zum Vorwurf machen, dass sie versuchen, das Maximum herauszuholen, was der Sozialstaat bietet – würde wohl jeder tun (jetzt einmal abgesehen vom „Stolz“). „Kompetent“ und prompt beraten werden sie dabei von den NGOs (Caritas, Diakonie, Volkshilfe, Rotes Kreuz), die selbst ganz gut von der „Betreuung“ dieser Flüchtlinge leben, also durchaus Interesse haben, dass möglichst viele Flüchtlnge kommen (und bleiben). Das alles natürlich auf Kosten der arbeitenden einheimischen Bevölkerung, die dafür brav ihre Steuern und Sozialbeiträge abliefert. Allerdings hat diese einheimische Bevölkerung mehrheitlich diese Regierung (d.h. die Parteien) gewählt (und tut das auch weiterhin immer wieder), sodass man eigentlich zu dem Schluss kommen muss, dass sie das genauso haben will.

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