Die Zeiten der Wohlfühlpolitik sind vorbei

„……Die überbordenden Wohlfahrtsstaaten sind schwerfällig und vor allem unbezahlbar. Von der Wiege bis zur Bahre wird der Bürger geführt, gelenkt, behütet und zunehmend bevormundet…..“ (NZZ, hier)

6 comments

  1. namor

    Da bin ich anderer Meinung.
    Dieser Wohlfahrts-, Nanny-, Kontrollstaat (WNKS) ist ein hocheffektives Ordnungssystem.
    Man kann ihn keinem Land überstülpen, er muss sich in Wechselwirkung etablieren.

    Dieser WNKS hat sich nach 1989 munter weiterentwickelt. Z.B. unter Clinton oder Obama, also nix mit Antwort auf Ostblock als erklärende Hypothese. Trotz WNKS und Wiedervereinigung hat Deutschland 300 Mrd Handelsüberschuss. 1,4% der Erwerbstätigkeit für Landwirtschaft 24% für produzierendes Gewerbe inkl Bau mach 26%. Mit ca. 50% lässt sich der Staat ordentlich führen. Bleiben 50% für Konsum und Wohlfahrt. Trotz Dauerwerbung und Innovationslifestyle wird es so viel Konsumnachfrage nicht geben. Also Produktivität brach liegen lassen, mit allen Folgeproblemen (Lilienthal, etc.) oder über Zwangsabgabe lenken (Sozialabgaben). Das reicht immer noch nicht also über falsche Versprechen wie Lebensversicherungen, Altersvorsorgen, etc Geld einsammeln um damit Produktivität zu bezahlen, die sonst keiner nachfragen würde.

    Noch mal mit 24% Erwerbstätigkeit im Gewerbe produziert Deutschland nicht nur für sich, sondern auch noch im Wert von 300Mrd für das Ausland. und nebenbei ist man WNKS!

    Der deutsche Wohlfahrtsstaat ist ein Kontrollstaat der Funktionierenden den größten Teil ihrer Produktivität über Sozialabgaben, Steuern und Staatsanleihen (da steckt versteckt das Geld des kleinen Mannes) abnimmt und ihn dafür verspricht an der Armutsgrenze zu schmachten, wenn er länger nicht mehr funktioniert. Über Schulpflicht und Permanetnbeschallung durch Medien, welche das Bedürfnis nach Unterhaltung befriedigen, wird der Bürger zum passenden Rädchen.

    Die Schulden werden für kommende Generationen nur dann ein Problem, wenn sie tatsächlich zahlen sollen. Bis jetzt steigt der Schuldenberg mit wenigen Ausnahmen ohne dass je einer bezahlt hat. Wenn Zahltag ist, werden nicht die Schuldner zahlen, sondern die Gläubiger verzichten. Also wer sind die Gläubiger? Man findet wenig dazu, Zufall?

    https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/LangeReihen/Arbeitsmarkt/lrerw013.html

  2. Lisa

    @namor: Klar ist ein Wohlfahrtsstaat kontrollierend, das ist nur nc8ht jedem bewusst. DSie meisten leben da eben wie Kinder, die nicht fragen, woher die Fritten auf dem Tisch und die Legos im Kinderzimmer und die Filme auf dem iPad kommen. Die Eltern richtens ja – und nur jaaa kein Schuldgefühle züchte, etwa Dankbarkeit oder Loyalität verlangen! Wes Brot ich ess, des Lied brauch ich noch lange nicht zu singen – ich kann die Hand, die mich füttert auch beissen, die Eltern (bzw Istitutionen des Sozialstaates) füttern mich trotzdem…
    Übrigens ist jedes Land bei jedem Land mal mehr, mal weniger verschuldet – mit Kurskorrekturen kann man etwas Symptome bekämpfen – aber ohne eine den globalen Finanzcrash wird immer nur weitergewurschtelt, mal hie ein Pflaster, mal dort eine Salbe. Warten wirs ab.

  3. Reini

    Lisa,… richtig, im „Reichtum“ schaltet das Hirn aus, und eine jede Hochkultur hatte noch ihr Ende. Mit der Überschuldung wird das Ende eingeleitet, da man sich nicht mehr zu helfen weiß. Es ist nur mehr eine künstliche Hochzüchtung des Finanzwesen,… das „dumme Volk“ kann sich immer weniger durch die laufenden Preiserhöhungen leisten. Schulden ist die neue Währung,…der Staat lebt es vor! Es gehen mit Absicht Gemeinden, Firmen und Private in den Konkurs, der Staat richtets dann! Man sollte jetzt die Schöne Zeit nutzen,… es kommt eine Andere!

  4. KTMTreiber

    @Reini:

    „Man sollte jetzt die Schöne Zeit nutzen,… es kommt eine Andere!“ – Richtig ! Es wird eine Zeit kommen, da wird das sog. „Establishment“ gewaltsam gegen das (zu Recht) aufbegehrende Volk vorgehen. – Ich werde dann einer der ersten sein, der dann „nach Hause gehen“ wird getreu meines Eides: „„Ich gelobe die Gesetze der Republik Österreich zu befolgen und alle mit dem Dienst verbundenen Pflichten treu und gewissenhaft zu erfüllen“ – Jedoch nicht gegen das eigene Volk !

  5. namor

    @Lisa

    Die Frage, „bei wem sind die Staaten verschuldet?“, ist eine zentrale Frage. Mit, „jedes Land bei jedem Land mal mehr mal weniger..“ zeigt von mangelndem Problembewusstsein. Meine Hypothese, vor allem LV, BAV, Fonds, Eigenkapital der Banken (Stichwort Basel II) und damit die Spareinlagen, etc. sind mit Staatsanleihen hinterlegt. Mein BAV-Berater hat sowas durchblicken lassen, im Zuge der Griechenlandkrise wurde bekannt , dass ein Norddeutsches Bundesland die Altersvorsorge ihrer Beschäftigten im „relevanten“ Ausmass dort investierte.

    Die Schulden aus den 70igern zahlt heute noch niemand, wieso soll irgendwann jemand die Schulden von heute, damals und morgen bezahlen? Wer hat die argentinischen Schulden bezahlt? Niemand, die Menschen wurden um ihre private Altersvorsorge betrogen, weil dass waren die Staatsschulden, Ersparnisse aller Art der Argentinier, diese Altersvorsorgen wurden perfider Weise staatlich subventioniert, wie bei uns!

    Luhmann war gegen die 68Revolte, weil er sich bewusst war, dass die Gesellschaft so komplex ist, dass sie unseren Denkapparat übersteigt. Kleine Brötchen backen. Bei wem ist Österreich verschuldet? Und im Ausland bedeutet nicht bei einem anderen Land sondern vielleicht nur bei einer dänischen Rentenversicherung.

    Dann das nächste Brötchen, wohin mit 50% der Produktivität wenn der Staat die Wohlfahrt, den Sport, die „Kultur“ (Anführungszeichen ein muss bei der Kunstschei.e), Gesundheitssystem, Landschaftspflege, Bildung etc nicht mehr subventioniert. Da bleiben den anderen plötzlich 30% mehr Lohn und die einen haben weder Arbeit noch Almosen (Wohlfahrt gibt es ja nicht mehr). Da bricht dann die Nachfrage ein, Deflation da oft die Lager nicht mal leer werden, nicht zu reden von neuer Produktion, das geht dann an die Substanz der „gesunden“ Jobs. Da braucht es jahrelang keine Bauarbeiter für neue Immos mehr, da die verarmten aus Kostengründen zusammenrücken.

    Kann alles ganz anders kommen, da braucht man sich keiner Gewissheit hingeben, Luhmann eben. Änderung muss in kleinen Schritten passieren, damit man negative Auswirkungen wieder einfangen kann.

  6. mariuslupus

    Der Wohlfahrtstaat gibt es, weil die Bürger ihn wollen. Der Wohlfahrtstaat befreit von Selbstverantwortung, die ganze Verantwortung für das eigene Leben, die Arbeit, den Wohlstand, aber auch für die eigenen Unfähigkeiten, für die falschen Entscheidungen werden dem Staat zugeschoben. Der allmächtige Staat soll sich um alles kümmern.
    Selbstverständlich, ist der sich selbst kastrierte Bürger nicht mehr in der Lage, auf kritische Distanz zu seinen „Wohltätern“ zu gehen. Er wählt die, die ihn bis zu den Wahlen angefüttert haben, macht sich keinen Gedanken darüber was seinen „Wohltäter“ nach der Wahl mit ihm vorhaben.
    Nur zwei Beispiele: Studenten die sich sofort nach dem Studium der Soziologie arbeitslos melden. Auch der ORF kann nicht alle linken Soziologen unterbringen.
    Hillary Clinton – typisches Produkt der Absenz von Selbstverantwortung. Alle, nur nicht sie selbst hat ihr Misserfolg verursacht.

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