Je globalisierter, desto besser

(C.O.) Wenn diesen Freitag und Samstag in Hamburg die Staatschefs der 20 wichtigsten Industriestaaten zum G20-Gipfel zusammenkommen, wird auch der bekannte Schweizer Politaktivist Jean Ziegler (83) wieder einmal vor Ort an der Seite gewaltbereiter Randalierer zum Kampf gegen Kapitalismus, Globalisierung und das Finanzkapital aufrufen.

Die zentrale Botschaft des Hasspredigers aus Genf – er hat in Österreich öffentlich dazu aufgerufen, „Spekulanten“ aufzuhängen – ist seit Jahr und Tag immer die gleiche: „Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren“, trommelt er, und dies sei glatter Mord im Gefolge der Globalisierung, des Neoliberalismus, der Gier „der Oligarchen“ und aller verwandten Bösewichte.

Es ist dies eine Botschaft, die angesichts ihrer Simplizität geradezu viral geworden ist. Keine Berichterstattung über den G20-Gipfel, in der nicht irgendwo diese Botschaft vorkommt. Auch der „Spiegel“ hat seine aktuelle Titelgeschichte damit begonnen.

Nun ist es gewiss ein völlig unbestreitbarer Mega-Skandal, wenn im dritten Jahrtausend noch dermaßen viele Kinder verhungern. Was Ziegler und seine Mitbrandstifter jedoch regelmäßig unterschlagen: Als Argument gegen die Globalisierung ist das nicht nur untauglich, sondern ganz umgekehrt ein Grund, diese Globalisierung möglichst schnell möglichst weit voranzutreiben. Denn wo verhungern heute noch Kinder in großer Zahl? Nahezu ausschließlich in jenen Staaten der Welt, die von der Globalisierung noch weitgehend abgekoppelt sind – also im Wesentlichen große Teile Schwarzafrikas.

Wo immer hingegen die Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnten arme Staaten eingebunden hat, ist dort der massenhafte Hungertod von Kindern relativ schnell verschwunden oder zumindest dramatisch reduziert worden. Etwa in den früher bitterarmen asiatischen Staaten China, Vietnam, Laos oder Kambodscha und auch in großen Teilen Indiens und Pakistans.

Überall dort ist mehr oder weniger das Gleiche geschehen: Indem sich die Staaten dem Welthandel geöffnet haben, sind dank niedriger Löhne ausländische Investitionen ins Land geflossen und haben Jobs geschaffen und die Armut zurückgedrängt. Mit der Folge, dass 1990 noch 35 Prozent der Weltbevölkerung unter dem Existenzminimum von 2 Dollar pro Tag lagen, während es 2013 nur noch 11 Prozent waren – eindeutig ein Erfolg der Globalisierung.

Nur dort, wo kleptokratische politische Eliten dies bisher verhindern, um die eigene Bereicherung nicht zu behindern, verharren die jeweiligen Staaten in jenem Elend, das hungernde Kinder zur Folge hat.

Dies ist freilich keine Folge der Globalisierung, sondern ganz im Gegenteil ein Problem mangelnder Globalisierung.

Ginge es Herrn Ziegler und den Hamburger Randalierern tatsächlich darum, das Schicksal der Ärmsten dieser Welt zum Besseren zu wenden, müssten sie ihren Furor nicht gegen vermeintliche Bösewichte im Westen, sondern gegen die wahren Schuldigen an diesem Skandal richten: nämlich die raffenden Klassen und ihre Croonies in den Kleptokratien der Dritten Welt.

Aber das kommt halt im habituell zur maßlosen Selbstbezichtigung neigenden Europa nicht so gut an. (WZ)

10 comments

  1. Mourawetz

    Randalierer? Ich würde sagen gewaltbereiter… nein gewalttätige Linke. Die sogenannte „autonome Szene“ nichts Anderes als Gewaltverbrecher, die auf jegliche Form von Rechtsstaatlichkeit pfeifen. Diese Leute gehören hinter Schloss und Riegel.

  2. waldsee

    @Mourawetz
    vielleicht hat der Jean,83, eine wirksame Methode für die Randalierer parat.
    Sicher liegt bei diesem Herrn ein erhebliches neurogeriatrisches Problem vor,das sich binnen Jahren lösen wird.Was aber seine Saat machen wird,kann ich nicht sagen.

  3. Falke

    Ich kann nicht verstehen bzw. nachvollziehen, warum es 20.000 Polizisten nicht möglich ist, zumindest die schlimmsten Gewalttäter festzunehmen. Ebenso unverständlich ist mir, dass Staatsanwälte bzw. Gerichte – wenn dann tatsächlich einige dieser Verbrecher angeklagt werden – keine entsprechend abschreckende Urteile verlangen bzw. fällen: Brandstiftung, schwere Körperverletzung und auch Mordversuch sind da durchaus vertretbar. Wenn ein paar dieser Kriminellen zu 8-10 Jahren verurteilt werden, werden es sich die linken Gewalttäter das nächse Mal schwer überlegen (falls deren Hirnreste überhaupt zu Überlegungen fähig sind), wieder so zu agieren. Es wurde ja kürzlich in Deutschland ein Mann, der ein (unbewohntes!) Flüchtlingsheim angezündet hat, zu 8 Jahren verurteilt. Weiters sollten die Organisatoren derartiger „Demos“ zum Ersatz sämtlicher Schäden verurteilt werden (und nicht der Staat, wie sich die mit eher schlichtem Gemüt geschlagene Merkel beeilt hat zu verkünden). Und letztlich muss man sich ebenfalls fragen, warum die Polizei derartige Demos, von denen sie genau weiß, dass immer und regelmäßig Gewalttaten passieren, nicht von Anfang an verbietet. Das hat mit Demonstrationsfreiheit überhaupt nichts zu tun.

  4. Giovanni B.

    @ Falke – Sie haben schon Recht, nur ist es so, dass die Stadt Hamburg von Linken regiert wird. Weiters ist es als sicher anzunehmen, dass die höheren Polizeistellen inklusive dem hauptverantwortlichen Einsatzleiter ebenso Linke sind. Somit sind die abertausenden Polizisten an deren Vorgaben gebunden. Und eine der Vorgaben lautet mit schöner Regelmäßigkeit Deeskalation. Bei einer derartigen Ansammlung von linksgruenen Chaoten in ganzen Stadtteilen, gut vernetzt und vorbereitet, könnte das nur schiefgehen. Wären diese politischen Hemmnisse nicht vorhanden gewesen und hätte die Exekutive von Haus aus rücksichtslos und brutal vorab bei den kleinsten Vorkommnissen durchgegriffen, wäre es nicht zu einem solchen Chaos gekommen!

  5. Christian Weiss

    Der wahrscheinlich dümmste Mensch, der je in der Schweiz geboren wurde, ist Teil des Problems. Als UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung hat Ziegler Robert Mugabe (Ziegler ist überhaupt ein grosser Freund kleptokratischer Despoten.) ausdrücklich für dessen Landenteignungen und für die Festsetzung von Maximalpreisen für landwirtschaftliche Güter gelobt. Die Folge war, dass in Zimbabwe die landwirtschaftliche Produktion um 80% eingebrochen ist und das Land plötzlich Nahrungshilfe aus dem Ausland brauchte.

    So fixfertig bescheuert sind Leute wie Ziegler. Man fragt sich, wie viele Elefantenherden so jemandem ins Hirn scheissen müssen, bis dieser geistige Zustand erreicht ist.

  6. Der Realist

    @Falke
    weil den Polizisten der Gebrauch der Schusswaffe erst dann erlaubt ist, wenn sie vorher angeschossen wurden, und weil linke Staatsanwälte lieber Hasspostings suchen, als dieses linke Gesindel aus dem Verkehr zu ziehen.

  7. mariuslupus

    Der Gabriel, der Punkerte, hat alle Kravalisten durchleuchtet und keinen einzigen Linken unter ihnen entdeckt. Dafür aber den Mayor of NYC der unbedingt, mangels Möglichkeiten sich im Central Park auszutoben, unbedingt nach Hamburg, zu Seinesgleichen, fliegen musste.
    Die Staatsgewalt ist an Ort und Stelle. Über 450 Polizisten verletzt, aber ganze 37 linke Terroristen werden evtl. angeklagt. Die Hatz auf die Polizisten ist noch nicht vorbei. Nach den Linken und ihren Molotowcocktails, werden die Medien auf die Polizisten einprügeln.

  8. mariuslupus

    Die Nemesis
    Und schon wieder der Kapitalismus, die freien Märkte, die Globalisierung soll daran Schuld sein, dass es noch Menschen auf der Welt gibt, die nicht den Lebensstandart von Europa erreicht haben. Dafür haben alle sozialistischen und kommunistischen dafür gesorgt, dass Menschen die in diesen Diktaturen leben mussten millionenfach verhungert sind.
    Der Kapitalismus, und schon gar nicht der europäische Kolonialismus, trägt Schuld an der Tatsache dass in Afrika Menschen hungern. Auch wenn es der Altrowdy in Genf behauptet. Schuld ist die sogenannte Entwicklungshilfe, die nur die Korruption in Afrika fördert. Korrupte Despoten wie Mugabe leben nur von und dank der Entwicklungshilfe.
    Würde diese Behauptung stimmen müssten auch Menschen in Asien verhungern. Die Lebensbedingungen unterscheiden sich in Asien nicht von denen in Afrika. Seitdem, dass es in Asien den Kapitalismus gibt, nimmt der Wohlstand der Bevölkerung zu.

  9. Die Nemesis

    @mariuslupus

    Von Alan Greenspan ist der Satz überliefert: „Wenn Sie mich verstanden haben, habe ich mich wohl nicht unklar genug ausgedrückt.“

    Natürlich ist der Wohlstand auf Erden dem Kapitalismus zu verdanken, zwingend nötig jedoch ist die Beifügung, das Ganze erfolgte trotz der Pervertierung dieser Wirtschaftsform durch den Globalismus und dessen institutionellen Hervorbringungen, die oben schon aufgezählt wurden.
    Selbstredend verdanken China, Indien und vergleichbare Länder ihren Aufstieg wirtschaftlicher Freiheit und einer Öffnung nach außen hin, bloß ändert das nichts daran, daß wir auf Erden sowohl eine gelenkte Globalisierung haben, wie auch einen absurd deformierten Kapitalismus.

    Bleiben die aktuell sorgsam gepflegten Mythen aufrecht, lesen wir in kommenden Geschichtsbüchern, der Kapitalismus hätte zu Beginn des 21. Jahrhunderts seinen Zenit gehabt und sei dann, ganz nach den marxistischen Lehren, an von ihm selbst systemisch hervorgerufenen Krisen zusammengebrochen. Willkommen in 1984.

    Was braucht es zu dieser dialektischen Legendbildung? — Zwei antagonistische Lager, von dem eines den Kapitalimus immer vehementer zum Teufel wünscht und ein anderes, das Stein und Bein schwört, wir hätten aktuell tatsächlich ein kapitalistisches System.
    Die Dummheit der deklarierten Linken dabei liegt auf der Hand, nicht minder aber ist jene Idiotie der „Rechten“ schon mit Händen greifbar, die sich lieber ein Bein abhacken würden denn öffentlich einzugestehen, wir lebten heute im von Globalisten dominierten Zeitalter des Pseudokapitalismus.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>