Hamburg 2017: Erinnerungen an die Weimarer Republik

„Straßenschlachten mit Links- und Rechtsradikalen gehörten in den letzten Jahren der Weimarer Republik zum Alltag. Eine Ursache dafür dürfte auch die aktuellen Gewaltexzesse in Hamburg erklären…..“ (hier)

18 comments

  1. nattl

    Ich bin immer wieder überrascht, welche Artikel hier verlinkt werden.
    […]Am rechten Rand ist es prinzipiell nicht anders.[…]

  2. Thomas Holzer

    Diese „eine Ursache“ hat der Autor aber nicht erklärt oder aufgezeigt; oder habe ich dies ob der Belanglosigkeit dieses Artikels überlesen?!

  3. stiller Mitleser

    interessant (da hat „Die Welt“ mal die Nase vorn), die Lokalgeschichte Hamburgs (Stärke der KPD in einer Hafenstadt, traditionelle marginale Milieus) spielt für das Entstehen der Roten Zora auch eine wichtige Rolle,
    im Unterschied zu den Londoner und Pariser riots ( die Unterschichtenphänomene sind, bei Demos evtl. begleitet von ein paar Militanten ) scheint der Hipster Faktor in Hamburg hoch gewesen zu sein;

  4. Selbstdenker

    Die G20-Krawalle in Hamburg haben tatsächlich einige Parallelen zur Weimarer Republik aufgezeigt.

    Was in der historischen Betrachtung der Zwischenkriegszeit leider häufig zu kurz kommt, ist, dass die roten Sozialisten das Land zunächst im Sinne ihrer Umsturz-Methodologie destabilisierten und damit Verhältnisse geschaffen haben in denen die braunen Sozialisten die Macht ergreifen konnten.

    Es greift zu kurz, wenn man die Radikalisierung dieser Zeit allein auf die schlechte wirtschaftliche Lage reduziert und über die Verzweiflung vieler Menschen „entschuldigt“. Vielmehr wurde die Destabilisierung gezielt vorangetrieben um ein entsprechendes Momentum für einen Umsturz aufzubauen.

    Die Destabilisierung war in vielen Ländern Europas „erfolgreich“ und es gab auch Umstürze – wenn auch häufig nicht in die von Kommunisten gewünschte Richtung. Radikale linke Intellektuelle analysierten die Gründe für ihre gescheiterte Revolution; einige davon gründeten das Institut für Sozialforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main („Frankfurter Schule“).

    Den Menschen in Europa wäre in den vergangenen hundert Jahren wahrscheinlich viel erspart geblieben, wenn sich die Umstürzler ehrlich mit der Tatsache auseinandergesetzt hätten, dass ihre widerwärtigen Methoden jederzeit von anderen – ebenfalls widerwärtigen – Umstürzlern kopiert werden können.

    Diese Überlegung führt mich zurück zum letzten Absatz im Artikel der „Welt“:

    „Die Polizei der Weimarer Republik scheiterte an der Aufgabe, linke und rechte Aggressionen zu unterbinden. Und, schlimmer noch: Die Gerichte ahndeten selbst gut dokumentierte Übergriffe viel zu milde, um einen Abschreckungseffekt zu erzielen. Heute ist die Polizei weitaus besser ausgerüstet und ausgebildet, doch das Grundproblem bleibt: Täter, die nackte Brutalität auf die Straßen tragen, um das Sicherheitsgefühl der friedfertigen Bürger zu erschüttern, werden weiterhin nicht als das behandelt, was sie sind – als Terroristen, ob nun von links oder von rechts.“

    Wer als Linker den sogenannten „Rechtsradikalismus“ (eigentlich: braunen Sozialismus) verhindern möchte, sollte sich durch den Kopf gehen lassen, ob er diesen mit Krawallen wie z.B. in Hamburg nicht selbst sogar erst richtig entfacht.

    Ein ähnlicher Vorwurf betrifft auch diejenigen, die mit äquidistanter Heuchelei die eindeutig linke Gewalt in Hamburg relativieren oder gar wegdefinieren wollen.

  5. Rado

    Das mit der Gleichsetzung der Links und Rechtsextremisten wurde bereits bemerkt. Kleiner Unterschied, die Rechten werden nicht staatlich gefördert und verwöhnt. Die zitierten Vorfälle 2015 muss ich mir raussuchen. Tippe auf eine kleine Lüge um wie gewohnt Pegida u Co Krawalle der Linken oder Brandstiftung der Asylos umzuhängen.

  6. stiller Mitleser

    @ Selbstdenker & alle
    die ständig geäußerte Übernahme der Einstufung der Frankfurter Schule (die auch kein homogener Block, sondern in sich differenziert und zerstritten war) als Großer Feind ist einfach traurig und redundant

  7. wbeier

    Im Gegensatz zu den tatsächlich hochpolitischen Vorgängen in der Weimarer Republik glaub ich nicht an die politische Mission der Mehrzahl der Hamburger „Aktivisten“. Vielleicht doch nur ein weiterer Event, eine gemeinschaftliche Party, Gaudi inklusive Bullen klatschen und das alles unter – da war doch was – dem Motto irgendeiner politischen und damit sankrosankten Botschaft. Ist doch toller und prickelnder Lifestyle: Weekendanarchist und am Montag wieder Spießer.

  8. Selbstdenker

    @stiller Mitleser:
    Ich streite nicht ab, dass bestimmte Tatsachen schmerzen oder traurig machen können. Es ändert aber nichts daran, dass es Tatsachen sind.

    Zuerst mit dem Feuer spielen und dann „we didn’t start the fire“ rufen, spricht jedenfalls nicht gerade für eine ehrlichen Umgang mit der eigenen Vergangenheit von denen, die sich Linke nennen.

    Die fehlende Bereitschaft zur Reflexion und zur Übernahme von Verantwortung zieht sich wie ein blutgetränkter roter Faden durch die Geschichte von denen, die sich Linke nennen.

    Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass diejenigen, die sich Linke nennen, immer und immer wieder die gleichen Fehler machen. Es werden permanent die Begriffe geändert, doch das Ergebnis ist nach jedem Anlauf das selbe.

    Auch die Frankfurter Schule blieb dieser linken Tradition treu: sie suchten den Fehler nicht bei sich, sondern in der Gesellschaft. Auf die Idee, dass ihre eigenen Theorien bereits vom Grundsatz her falsch sein könnten und daher von den Menschen, denen sie aufgedrängt werden, abgelehnt werden, kommen sie erst gar nicht.

    Vielleicht gelingt es denen, die sich Linke nennen, sogar mit ihren islamistischen Busenfreunden die westlichen Zivilisationen zu zerstören. Am Zielbahnhof angekommen, wartet aber nicht die grosse Utopie – die ironischerweise dem Kapitalismus im Jahr 2017 näher steht als der Sozialismus zu jeder Zeit und Ausprägung -, sondern ein wahrscheinlich theokratisches Regime, das in jeder Hinsicht die von den Linken aufgestellten Kriterien von „Rechtsradikalismus“ erfüllt.

    Diejenigen, die sich Linke nennen, werden sich dann – sofern sie nicht gleich das Schicksal der „nützlichen“ Idioten ereilt – gegenseitig auf die Schulter klopfen und beglückwünschen, dass sie mit auswärtigen Rechtsradikalismus heimischen „Rechtsradikalusmus“ verhindern konnten.

  9. waldsee

    im WeltN24-artikel findet sich der deutliche Hinweis auf die jüd.Opferrolle.Aber WO und WER war die Verbindung zur bolschew.Diktatur, in der wiederum jüd.Kreise überproportional aktiv –als Täter — beteiligt waren.Hierbei geht es um millionenfachen Mord an Russen ,nicht um Prügeleien wie im Artikel verharmlosend angeführt.
    Trotzki und Jagoda uvva.sind nur 2 Namen. Hat jemand mehr Informationen zu diesem Thema?

  10. Karl

    Warum wundert es euch, dass sich jene, die sich heute „Linke“ nennen, wieder mit den Islamisten vebündet haben?
    Ihre Brüder im Geiste, die braunen Sozialisten (wie sie Selbstdenker bezeichnet), waren im 3. Reich ebenfalls mit den Islamisten ganz dick. Am Balkan gab es ganze Nazi-Brigaden die rein aus Moslems bestanden haben.
    Wacht auf! Die Geschichte wiederholt sich!

  11. Falke

    Es ist ja typisch für die links-grünen Journalisten, dass sie – wie auch im gegenständlichen Artikel – sofort den Vergleich mit (angeblichen oder tatsächlichen) „rechten“ Gewalttaten ziehen, um damit die linken Verbrechen zu relativieren. Und gibt es aktuell keine entsprechenden Taten der Rechten, dann greift man halt auf die 30er Jahre zurück..
    Dazu passt – wer es nicht gesehen hat – die gestrige Markus-Lanz-Talkshow: Da trat ein Journalist auf, der als „Experte“ für die linke Gewaltszene gilt. Zu den Attacken auf Polizisten diagnostizierte er, dass die Polizisten von den Linken „entmenschlicht“ werden, also zu „Dingen“ reduziert werden, die man dann ruhig zerstören kann. Bitte, soll sein. Aber, dann kommt es: „.. so wie die Rechten gegenüber den Flüchtlingen…“. Na, das nenne ich aber eine ausgewogene Sicht der Dinge! Da soll noch jemand sagen, dass Journalisten nicht objektiv und neutral berichten!

  12. waldsee

    Rado 7:57
    von Hayek: Rechts wächst immer als Folge von aggressiven linken Aktivitäten.
    Wer bildete die ersten Schlägertrupps?

  13. Selbstdenker

    Schon vor dem G20-Gipfel gab es linke Brandanschläge auf Bahnlinien:
    https://www.bayernkurier.de/inland/26137-linksextreme-attackieren-bahnlinien/

    Linke Gewalt müsste wie folgt bekämpft werden:
    – Konsequente Durchsetzung vom öffentlichen Vermummungsverbot
    – Verschäfung vom Landfriedensbruch-Paragraphen
    – Einstufung der „Anti“-Fa als terroristische Organisation
    – Regelmäßige landesweite Razzien bei bekannten linksextremistischen Zentren (Rote Flora, etc.)
    – Einschleusen von V-Männern in linke Organisationen
    – Entlassung von Linksextremisten aus öffentlichen Organisationen
    – Streichung sämtlicher Geldmittel an linksextremistische Organisationen
    – Haftstrafen für linke Gewalttäter
    – Streichung der Geldmittel an Uni-Institute, an denen linksextremistische Ideologien „gelehrt“ werden
    – Rücktritt sämtlicher Politiker, die Verbindungen zur „Anti“-Fa haben
    – Öffentlicher Durck gegen die Verharmlosung linker Gewalt in Medien und Politik
    – Aufarbeitung wie linksextremistische Organisationen finanziert werden
    – Etc.

  14. stiller Mitleser

    @ Selbstdenker
    Erst mal Dank weil Sie mich einer ausführlichen Antwort gewürdigt haben.
    Ich bewundere die Sicherheit mit der Sie Ihre Thesen vortragen, ohne sie zu teilen. Die Frankfurter Schule (FS) ist zwar sehr wichtig für die deutschsprachige Studentenbewegung, aber eher als Reibebaum, viel weniger als Ideenlieferant, wie Liberale meinen. Wie überhaupt ein ganzer Teil deutscher Geistesgeschichte von den Liberalen einfach so abgeurteilt und weggewischt werden kann, verblüfft mich immer wieder.
    Vielleicht schreib ich mal was Längeres dazu.
    Für heute, weil ich friedlich bin, Thoreau, den ich in einem libertären US blog (was für eine verwirrende Szene!) lobend erwähnt fand. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/zum-200-geburtstag-von-thoreau-15101665.htm

  15. mariuslupus

    Die Geschichte neigt dazu sich zu wiederholen, weil die Menschen am liebsten Phrasen hören, aber die Wahrheit nicht ertragen.

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