Juncker, Recht und Wirklichkeit

(ANDREAS UNTERBERGER) Jean-Claude Juncker hat vor kurzem in einer großen programmatischen Rede, die in der EU neben der Ansprache des französischen Präsidenten neben viel Unsinn und dem absurden Verlangen, dass jetzt alle EU-Staaten den Euro einführen sollten, auch einen prinzipiell sehr richtigen Satz gesagt: „Rechtsstaatlichkeit ist in der Union keine Option, sie ist eine Pflicht.“ Volle Zustimmung. Nur: Mir fallen zu einem solchen Satz aus Junckers Mund noch ein paar andere Sätze ein, vor allem eine ewige Weisheit aus der Bibel. Denn Juncker hat diese Kritik nur Richtung Ungarn gesagt, weil dieses einen Mehrheitsbeschluss der EU-Innenminister nicht umsetzen will.

Die biblische Weisheit lautet: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken aber in deinem Auge bemerkst du nicht?“ Diese Frage ist an Herrn Juncker zu richten. Warum tobt er so gegen Ungarn, weil dieses den (formalrechtlich zweifellos verbindlichen) Beschluss zur Umverteilung von mehr als 100.000 sogenannten Flüchtlingen nicht umsetzen will, während er viel schlimmere Rechtsverletzungen, auch der EU-Kommission selbst, ignoriert? (hier)

2 comments

  1. mariuslupus

    Über Juncker etwas zu schreiben, erübrigt sich. Juncker bleibt an der Macht ,so lange die Fantasmagorie einer EU bestehen bleibt.
    Aber zum letzten Satz. Die angeblichen Volksvertreter, wie sie auch alle heissen, die sich für die Menschen die sie vertreten sollten, nicht interessieren, die Anliegen dieser Menschen ignorieren.
    Diese Haltung entsteht immer, wenn die sogenannte Elite, sich in einen, nach aussen, luftdicht abgedichteten Biotop wohnlich eingerichtet hat. Das war bei den Kommunisten so, eigene Bezirke, abgeschlossen gegen die
    Werktätigen.
    Welches Interesse, soll ein sogenannter Parlamentarier das Anliegen der Menschen zu vertreten. Keines Könnte seiner Karriere schaden.

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