Wenn Macron und Tsipras Schulz beraten

„Frankreichs Staatspräsident und Europas Sozialdemokraten drängen die SPD, gemeinsam in einer Großen Koalition Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen. Diese Meldung wurde am Wochenende allgemein als ein weiteres Argument für eine Große Koalition in Berlin angeführt. Aber ist es das wirklich? Könnte es nicht sein, dass das europäische Ausland – und namentlich Frankreich und Griechenland (!) – ein wenig von Eigeninteressen geleitet ist? Beispielsweise von der Vergemeinschaftung der europäischen Schulden. Oder besser: Der Haftung Deutschlands für die Schuldenlast der Südländer.

Wenn sich ausgerechnet der französische Filou Emmanuel Macron und der griechische Salon-Stalinist Alexis Tsipras in die deutsche Innenpolitik einmischen, dann sicherlich nicht aus altruistischen Gründen. Besonders, wenn Alexis Tsipras eine SMS an Martin Schulz schickt und ihn dringend bittet, in „dieser entscheidenden Phase für Europa“ nicht abseits zu stehen, dann sollte beim deutschen Michel der Rauchmelder anspringen…. (hier)

9 comments

  1. Thomas Holzer

    Nicht nur hat sich Griechenland in EU und Eurozone geschwindelt; dieser Schwindel wurde auch noch von allen anderen EU-Staaten und der Kommission wissentlich und willentlich gedeckt

  2. Christian Peter

    @TH

    Sie sagen es, die korrupten Regierungen sind ganz andere. Griechenland hätte schon vor vielen Jahren in die Pleite entlassen werden müssen, bloß um deutsche, französische und andere Banken vor Verlusten zu bewahren, wurde Griechenland ‚gerettet‘ und seitdem jedes Jahr Unsummen Steuergeld verschwendet.

  3. Christian Peter

    Nachtrag : Der Großteil der seit 2010 geleisteten Griechenland – Hilfsgelder ist für Schulden- und Zinsendienst an ausländische Banken geflossen, nur 4 % flossen in den griechischen Staatshaushalt.

  4. Selbstdenker

    Diese Meldung hat auch bei mir die „Rauchmelder“ erklingen lassen.

    Die Sozis versuchen sowohl die europäische Schuldenunion als auch die europäische „Sozialunion“ – überfallsartig voranzutreiben. Beides zum erheblichen Nachteil der Mitteleuropäer übrigens:

    Vergleichsweise „seriös“ wirtschaftende Staaten werden endgültig! in eine „Solidar“haftung mit den hochgradig wirtschaftlich verantwortungslos agierenden europäischen Südstaaten gezwängt. Wer das als tolle Idee ansieht, kann als Privatperson den Effekt ausprobieren indem er für eine kauf-, drogen- oder spielsüchtige Person als unbegrenzter Bürge eintritt.

    Mit der europäischen Sozialunion wird die fehlende Wettbewerbsfähigkeit von Frankreich und Italien gelöst, indem Deutschland, Österreich, etc. auf südeuropäisches Niveau runtergezogen werden. Der ganze Kontinent kackt groß ab, aber „wenigstens“ saufen die Deutschen gleichschnell ab wie die Griechen und die Franzosen: Gsturm is gsturm sogt da Wurm. Ois Leich is jeda gleich…

    Insgesamt läuft es auf eine Plünderung der Mitteleuropäischen Sozialtöpfe bei gleichzeitiger Steuererhöhung hinaus. Die Sozis versuchen alles auf die europäische Ebene zu verlagern, weil ihnen auf Ebene der Nationalstaaten die Machtbasis schnell wegbricht.

    PS: übrigens ein echter „Insiderwitz“, wenn die Sozialunion mit der Schuldenunion Hand in Hand geht… 😉

  5. Hausfrau

    Die Unterstützungserklärungen für Schulz aus F und GR waren bestellt. Dies hilft der SPD, von ihrer selbst gewählten Oppositionsrolle leichter wegzukommen. Steimeier agiert – ebenso wie VdB – nicht überparteilich, sonder trägt weiterhin sein rotes Herz. Nun ist Schulz in einer starken Position und wird Merkel einiges an Zugeständnissen abverlangen.

  6. Falke

    Sollte es wirklich zu einer sogenannten Großen Koalition kommen, kann ich mir nicht vorstellen, dass der SPD-Vorsitzende (und Vizekanzler) dann noch der Totalversager und Koalitionsverweigerer Martin Schulz sein wird – es sei denn, die SPD gibt sich selber völlig auf.

  7. astuga

    Auf gut Wienerisch: Unter CDU und SPD is Deitschland Europas Weh.

    Zur Erklärung – ein „Weh“ ist jemand der zulässt, von anderen ausgenutzt oder übervorteilt zu werden.

  8. Johannes

    Eine CDU mit der außer den Grünen keiner mehr will, eine SPD die weiß das sie mit ihren politischen Vorstellungen auch in Zukunft Wähler verlieren wird und dennoch unfähig ist den Kurs zu wechseln.
    Eine CDU die nur mehr der Schatten von Merkel ist.

    Deutschland hat eine veritable politische Krise es ist ein führerloser Tanker geworden weil viele Wähler nicht mehr bereit sind mit zu gehen.

    Das man die AfD ähnlich wie früher die FPÖ in Österreich als Option ausgeschlossen hat rächt sich nun denn diese Partei wurde mit Wählerstimmen ausgestattet die im Zusammenspiel mit der FDP für eine satte Mehrheit sorgen würden. Dafür wäre natürlich ein Kurswechsel notwendig und den schafft man im Moment noch nicht, dieser Lernprozess bedarf eines weiteren absackens bei kommenden Wahlen.

  9. Lisa

    Natürlich hat jeder Staat Eigeninteressen. Genauso wie jeder Bürger, jeder Mensch überhaupt. Man braucht nicht mal Machiavellist zu sein, um das zu vertreten. Die Frage ist: wie viel Eigeninteresse gebe ich für das Wohl einer Gemeinschaft auf, die mir Nutzen bringt? Ist dieser Nutzen gleich Null, besteht kein Grund mich für sie zu engagieren. Wo der Staat etwas für den Bürger tut, fühlt der sich mitverantwortlich und loyal – die Arbeitsbeschaffung nach den Krisenjahren war das stärkste Motiv damals, der nsdap die die Stimme zu geben. Politische Einheiten sind aber immer durch die Kultur ihrer Mitglieder geprägt. Demokratie funktioniert nur da, wo eine lange proto-demokratische Kultur schon vorhanden war, also kaum in Kulturen mit steiler Hierarchie, grossen Unterschieden zwischen Armen und Reichen sowie mangelnder Einsicht in grössere Zusammenhänge: arm, ungebildet und autoritätsgläubig – ideale Manövriermasse für Diktatoren. (das Niveau in Schulen zu senken macht daher Sinn…)

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