Frankreichs Intellektuelle proben die Unterwerfung

(FRANK JORDAN) Der französische Wissenschaftler und Essayist Christian de Moliner hat im Magazin causeur.fr (Online- und Printausgabe) einen vielbeachteten Artikel publiziert. Er schreibt darin, die Situation in Frankreich sei so verzweifelt, dass, um einen Bürgerkrieg zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu verhindern, das Land geteilt werden sollte. So, wie die Engländer es nie geschafft hätten, die irischen Katholiken zu zähmen, würde es auch Frankreich nie schaffen, den radikalen Islamismus auszurotten. Weiter schreibt er: „Jeder erkennt, dass sich in Frankreich ein zweites Volk gebildet hat, ein Zweig, der sein Leben ausschliesslich auf religiösen Werten abstellen will und sich dem liberalen Konsens, auf dem unser Land begründet ist, grundsätzlich widersetzt.“ Eine Nation, so de Moliner, beruhe stets auf einem fundamentalen Pakt, einem Minimum an Gesetzen, die von allen gebilligt würden. Dies sei in Frankreich nicht mehr der Fall.

„Wir können die Zahnpasta nicht in die Tube zurück drücken und die 30 Prozent der Muslime, die die Einführung der Scharia fordern, von den Vorzügen unserer Demokratie überzeugen und dazu bringen zu unserem Säkularismus zu konvertieren“, erklärte der Autor. Die Teilung sei längst Tatsache, bloss dass man sie nicht beim Namen nenne. Bereits heute, wo der Krieg zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen noch kein offener sei, seien die Gläubigen des Propheten in Gebieten gruppiert, wo die Sharia oder zumindest Teile davon längst gültig seien (Zwangsverschleierung, Judenhass, Ehe und Eheleben, die nach koranischen Prinzipien geregelt sind).

Der französische Autor warnt davor, den Beschwichtigungen jener zu erliegen, die sich für die rechtliche Anerkennung der Scharia in französischen Gesetzen und Gerichten einsetzen. Aus Angst, als islamophob zu gelten und/oder die muslimische Wählerschaft zu vergraulen, seien Politiker heute bereit, die Verbreitung radikaler Praktiken zu akzeptieren. Schleier in Schulen und im Beruf, Verpflichtung zu Halal-Fleisch in allen Mensas, usw. .

Er argumentiert, dass, wenn Frankreichs Politiker weiterhin auf diese Weise versuchten, die muslimische Minderheit zu besänftigen, dann würde es nicht mehr lange dauern, und es gäbe schon bald Gebiete mit lokalen Gesetzen, die allen dort ansässigen Menschen beispielsweise verböten, während des Ramadans zu essen, wo Blasphemie als Anstiftung zum Rassenhass bestraft würde und wo das Christentum im Geheimen praktiziert werden müsse.

De Moliner sieht nur eine Lösung im Umgang mit dieser  kulturelle Kluft : „Ein Territorium, eine Regierung, aber zwei Völker: die Franzosen mit den üblichen Gesetzen und die Muslime mit den islamischen Gesetzen für alle, die sich ihnen freiwillig unterwerfen wollen.

Das totale, umfassende und durchschlagende Scheitern all dessen, was in den vergangenen Jahren an Propaganda, Aktionismus und via Milliarden von Steuergeldern als „Integration“ gefordert und gefördert wurde, könnte deutlicher nicht beschrieben werden.

Die Idee von de Moliner mag gut gemeint sein. Aber vor dem Hintergrund einer Staatsquote von rund 56 Prozent, einer Staatsverschuldung von 97 Prozent des BIP, einer dank Zentralbanken-Politik zombifizierten beziehungsweise verstaatlichten Wirtschaft im hochgejubelten künstlichen Scheinboom und einer Bevölkerung, die, wie andernorts auch, zum grössten Teil in irgendeiner Form zu den Netto-Leistungsbezügern zählt, wird auch dieses Gedankenspiel zur Utopie. Zur Komponente des religiösen Fanatismus gesellt sich früher oder später der Kampf und die Verteilung der Schulden (Wohlstand ist längst nicht mehr da) der nächsten Generationen.

Aber vor allem offenbart der Artikel das Folgende: Die Wahl, die de Moliners Szeanrio in Wahrheit lässt,  ist eine zwischen mehr Islam oder mehr Staat. In beiden Fällen bedeutet dies nur eines: mehr Gewalt. Im Grund ist es ein Aufruf: Mehr Totalitarismus wagen. Jetzt. Um die „Demokratie“ zu retten.

Da stehen wir. Es sieht nicht nach einem Ritt in den Sonnenuntergang aus. (Hier)

13 comments

  1. Thomas Holzer

    Aus de Artikel: „…..und die Muslime mit den islamischen Gesetzen für alle, die sich ihnen freiwillig unterwerfen wollen.“

    Ein bisserl naiv, dieser Mann, denn sehr viele Muslime haben leider ein mehr als nur gestörtes Verhältnis zur Freiwilligkeit.

  2. Rado

    Also „Land für Frieden?“ Das wird in Frankreich genausowenig funktionieren wie in Gaza.

  3. Astuga

    Die lehre sollte eher sein, so wie sich die iren niemals den briten unterworfen haben. Nur ein volk und ein land das bereit ist, wenn notwendig auch über jahrhunderte seine identität und kultur aktiv und kämpferisch zu bewahren, überlebt in dieser welt.

  4. TomM0880

    Naja, es gäbe schon noch eine Möglichkeit. Hartes durchgreifen. Doch dazu sind sich die Politiker zu gut, zu feig oder beides? Eher ist es ein Plan, den ich noch nicht verstehe.

    Null-Toleranz gegenüber intoleranten Systemen, egal aus welcher politischen oder religösen Richtung, das wäre die Lösung.

    Jene die keine Staatsbürgerschaft vom Gastgeberland haben, können dann schon mal die Heimreise antreten. Jene die eine haben, kommen ins Gefängnis

    Bei den Reichsbürgern (oder wie der Verein heißt) ist man ja zu Recht auch nicht zimperlich. Aber die sprengen sich halt selten selbst in die Luft. Da kann man den starken Staat vorspielen.

  5. Franz Meier

    Die Konfrontation wird kommen. Ein Bürgerkrieg in 10 oder 15 Jahren ist nicht mehr aus zu schliessen. Dann werden die freiwilligen Helfer aus den anderen muslimischen Ländern ihren Glaubensgenossen über das Mittelmeer zur Hilfe kommen. Die wollen alle „in den Krieg ziehen“. Die Amerikaner werden aber dieses mal nicht ihre GI’s über den Atlantik schicken, um die Franzosen von den selbst gewählten Besetzern zu befreien. Die Franzosen sind selber schuld. Das gemeine Volk besteht meist aus Sozialisten und Kommunisten, die einen radikalen Sozialstaat ohne Arbeitseinsatz wollen, Frührente muss sein. Die Elite verschanzt sich in ihren geschützten Wohnquartieren. Die Muslime leben in ihren Ghettos, in ihren Parallelgesellschaften. Das kann nicht gut gehen. Ein toxisches Gemisch. Tragisch!

  6. Franz Meier

    Das Problem sind die linken Medien und Journalisten, die linken Richter, die linken Hochschulprofessoren und die linken Schullehrer, die linken Künstler und die linken Dichter Nach 50 Jahren linker Politik sind die Europäer schlichtweg nicht mehr in der Lage die Gefahr zu sehen, die von dieser Geisteshaltung ausgeht. Diese Gruppe von einflussreichen, linken Intellektuellen wird jeden Versuch eines Politikers, einer Partei, eines Ministers und der Polizei hart durchzugreifen und diesem Irrsinn ein Ende zu setzen, mit allen Mitteln zu verhindern wissen. Mit allen Mitteln: Getürkte/arrangierte Fotos von toten Kindern, von vermeintlichen Sklavenauktionen, von im Mittelmeer treibenden Leichen. Wie soll sich da Frankreich, wie soll sich Europa aus diesem Schlamassel jemals befreien? Wir werden von einer gefährlichen Kaste von radikal linken, anarchistischen Politikern regiert. Sie führen uns in die Katastrophe. Die Europäer trauen sich nicht rechts zu wählen. Die FPÖ, die AfD, der Front National bräuchten jeweils 50% der Stimmen um das Blatt noch wenden zu können. Das wird nicht passieren. Somit ist auch klar, dass wir in eine Katastrophe laufen werden, die unseren freiheitlichen, demokratischen, pluralistischen Rechtsstaat zerstören wird. Unsere Freiheit und unseren Wohlstand setzen wir damit mutwillig aufs Spiel. Die Probleme in der arabischen Welt und in Afrika gehen uns überhaupt nichts an. Wir sind nicht Schuld an deren Probleme. Seit den 60er Jahren sind tausende Milliarden Dollar an Entwicklungshilfe dorthin geflossen. Der Erfolg ist wahrlich nicht sehr gross bisher.

  7. Thomas Holzer

    Der Herr Macron kommt aus Quatar zurück nach Paris mit Milliardenaufträgen für die franz. Rüstungsindustrie.
    Kritik?! Ach wo, er ist ja ein gestandener, europäischer Sozialist

    Kommt der Herr Trump mit Milliardenaufträgen aus dem Nahen Osten zurück in die USA, wird er einhellig von den versammelten Linken dieser Welt, vor allem Europas, als Kriegshetzer verurteilt.

    da waren die Pharisäer ja noch wirklich glaubwürdig 😉

  8. Falke

    Die Horrorvision, die Michel Houellebecq in seinem Bestseller „Unterwerfung“ für 2022 voraussieht, nämlich ein islamischer Staat Frankreich, wird immer wahrscheinlicher – möglicherweise sogar noch früher. Der Schriftsteller erwartet allerdings nicht Gewalt, sondern eine demokratische Wahl, nach der sich die (linken) Parteien einem moslemischen Präsidenten „unterwerfen“, nur um den Front national zu verhindern.

  9. Lisa

    @Franz Meier: ein Grund für die Sympathie der Bedürftigen in F ist aber auch eine Arbeitsmoral, die ganz im Sinne der mittelalterlichen Feudalherrschaft funktioniert: da gibts Menschen, die müssen für ihr tägliches Brot arbeiten und andere, die nichts tun müssen und alles haben. Das schafft eine ambivalente Haltung dem Reichtum und den Reichen gegenüber: man möchte zwar gerne auch dazugehören und empfindet Neid, nennt es aber „Ungerechtigkeit“ (égalité, s.v.p.!), andererseits möchte man aber auch nicht durch seiner Hände Arbeit etwas zum eigenen Wohlstand beitragen, denn das tun ja nur die, die es nötig haben… Das hat auch mit der lateinischen Kultur zu tun: In den germanische Kulturen (mit Ausnahme von England) beissen sich Arbeit und Wohlstand nicht, sondern bedingen sich.

  10. Rennziege

    Frankreichs Intellektuelle? Die letzten waren François Villon, Baron de la Brède et Montesquieu und Voltaire.
    Was nach diesen kam, waren nur noch Maulhelden. O.K., ich rechne noch Charles Trenet und Michel Houellebecq dazu. Man will ja nicht ungerecht sein.
    Ansonsten? Tote Hose!
    (Man komme mir bitte nicht mit Jean-Paul Sartre und seiner Kampfemanze Simone de Beauvoir, die er tagtäglich betrog. Sie und seine Konkubinen hätten mühelos die „MeToo“-Kampagne verzehnfachen können, wäre das zu ihrer Zeit nicht untergebuttert worden. Und Sartres Bühnenstücke? Seltsamerweise unvergessen. Ebenso wie meine Erinnerung, als wir, wehrlose Gymnasiasten, in Aufführungen von Sartres dramatisiertem Rot-Valium gezwungen wurden. Gähn!)

  11. Bösmensch

    Gutmenschen behaupten doch immer, es gäbe keine Islamisierung. Wie kann das alles bloß möglich sein….

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