ORF, wo man Geschmeidigkeit lernt

(ANDREAS UNTERBERGER) Sebastian Kurz und H.C. Strache haben in den letzten Tagen vorweihnachtlich geladen, so wie jedes Jahr. Darunter viele Journalisten. Dreimal darf man raten, wer die Empfänge am intensivsten gestürmt hat – und zwar ganz sicher nicht der Maroni oder Gansl wegen, die jahreszeitgemäß gereicht wurden. Denn diese beiden spätherbstlich-winterlichen Köstlichkeiten gab es bei den beiden Parteien auch schon früher jedes Jahr. Dennoch war heuer der Ansturm unvergleichlich stärker. Aus einem klaren Grund: Während aus den Zeitungen halt jeweils wie immer ein oder zwei Journalisten kamen, hat plötzlich fast die gesamte ORF-Redaktionsmannschaft ihre „Liebe“ zu Schwarz und Blau entdeckt. So sehr, dass wahrscheinlich ein Weltkrieg ausbrechen hätte können und niemand im Gebührensender hätte es gemerkt. Auch der sich ebenfalls anschleimende ORF-Generaldirektor natürlich nicht.

Wir sehen: Genau die gleichen Menschen, die elf Jahre lang „öffentlich-rechtlich“ gegen die beiden Parteien rechts der Mitte gehetzt haben, biedern sich jetzt peinlich an, als ob sie eh schon immer dazugehört hätten. Und zwar am liebsten bei beiden gleichzeitig.

Offen bleibt nur die Frage: Ist das widerlich? Ist das peinlich? Oder ist das halt bloß österreichisch geschmeidig-charakterlos? (hier)

8 comments

  1. waehler2015

    es ist alles – von allem etwas. aber warum sind die eigentlich eingeladen worden? hätte gereicht ihnen am 1.1. eine kündigung zukommen zu lassen.

  2. sokrates9

    Es gehört doch zur linken Ideologie immer dort zu sein wo es etwas gratis gibt…Außerdem müssen sich doch die Arbeitenden geehrt fühlen, wenn sie einflussreichen Besuch bekommen!

  3. Christian Peter

    Wen interessiert’s ? Parasiten sind Sie alle, die Herrschaften von der ÖVP und FPÖ sogar noch größere als die Mitarbeiter des ORF. Letztere lassen sich bloß subventionieren, während sich erstere als Berufspolitiker zu 100 % vom Steuerzahler durchfüttern lassen.

  4. Peter Malek

    Ein Journalist bezeichnet andere Journalisten als „geschmeidig“. Aber wir wollen ja nicht in der Vergangenheit des Journalisten forschen, wir begnügen uns statt dessen damit, diesen Artikel einfach nur als „lächerlich“ zu bezeichnen.

  5. Rennziege

    10. DEZEMBER 2017 – 12:58 — kannitverstaan
    „Das Logo der ORF ist halt nicht umsonst ein Loch.“ Das liegt aber daran, dass Gerd Bacher das CBS-Logo abkupfern ließ, um dem ORF ein moderneres, internationales Image zu verschaffen. Der mutige Umsetzer des Rundfunks-Volksbegehrens (1964) hat es ja für etliche Jahre geschafft, diesen sinkenden Seelenverkäufer zu einem funktionierenden, weitgehend unparteiischen Schinakel zu restaurieren. Dessen flotte Mannschaft führ mit dem eisernen Besen durch Strukturen und Programme, die sogar im benachbarten Ausland bewundert und nachgeahmt wurden.
    Aber auch Gerd Bacher wurde alsbald hinterrücks gemeuchelt, nicht nur von den Roten, sondern auch von den Schwarzen, denen er näherstand. Die Parteien wollten halt wieder beide Füße in der ORF-Tür haben.

    (Info, wie so oft, von meinem alten Herrn, der damals für Fritz Moldens Buchverlag arbeitete und Gerd Bacher gut kannte, der dort eine Zeitlang Verlagsleiter war, als u.a. Bestseller wie „Papillon“, „Der Pate“, „Der geschenkte Gaul“ veröffentlicht wurden. Man könnt‘ glatt sentimental werden.)

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