Freiheit kontra Demokratie

„….Die vermeintliche «Liberalität» der westeuropäischen Feuilletonisten und Politiker steht zunehmend für snobistischen Dünkel derjenigen, die moralische Überlegenheit («Offenheit») als Statussignal konsumieren, während andere die Kosten tragen. Ihr Misstrauen gegenüber dem «kleinen Mann», dessen Wut durch politische Korrektheit, Nazikeule und Paternalismus in Schach gehalten werden soll, liefert der aufkommenden Gegenreaktion eine Steilvorlage. Diese «Liberalität» ist zutiefst antidemokratisch, denn ihre Proponenten schwingen sich zu den Erziehungsberechtigten der breiten Masse auf, für die sie insgeheim nur Verachtung empfinden. Dem kleinen Mann wird es zu bunt; er sehnt sich nach den grauen, aber einfacheren Zeiten zurück….“ weiter hier

5 comments

  1. Thomas Holzer

    Nicht Freiheit und Demokratie, sondern Freiheit oder Demokratie

  2. aneagle

    @TH
    ohne Recht ist Demokratie eine Mehrheitsdiktatur und Freiheit, für den Schwächeren, eine gefährliche Wildnis. Recht ohne Freiheit hingegen, ist ein Völkergefängnis und eine Gesellschaft bar jeder Demokratie, ist eine Ansammlung von vollkommen unterdrückten Untertanen. Erst die gelungene, wohlabgewogene Mischung der drei einander bedingenden, teilweise überlappenden, aber auch widersprechenden Werte, verdienen den Namen geglückte Staatskunst.

  3. Thomas Holzer

    @aneagle
    Wie schon des Öfteren bewiesen, kann „Recht“, demokratisch „legitimiert“, ganz schnell zu Unrecht werden.
    Nicht Demokratie garantiert dem Schwächeren seine Existenz, sondern einzig und alleine das Recht per se.
    Und je mehr Demokratie es gibt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß der Schwächere, die Minderheit, unter die Räder der Dampfwalz der Mehrheit kommt.

    Ausnahmen (Schweiz) bestätigen wie immer „die Regel“

  4. aneagle

    @TH
    Wer sagt, das geglückte Staatskunst einfach ist? Aber, wenn es die Schweiz schafft? 🙂

  5. Rennziege

    In der Verfassung der Vereinigten Staaten kommt das Wort „democracy“ kein einziges Mal vor — bewusst. Das Wort „republic“ jedoch zwölf Mal, wenn ich mich nicht verzählt habe, im Sinne der altrömischen res publica.
    So manches europäische Königs- oder Kaiserreich war demokratischer als so ziemlich alles, was uns heute unter diesem Wieselwort vorgesetzt wird. Bestes Negativ-Beispiel: die EU. Aber diesen alle Grundrechte verschlingenden Leviathan wird es noch eine ganze Weile geben, und kaum jemand lehnt sich dagegen auf.

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