Unfassbar: Sparen auf Kosten der Toten
12. August 2011 | Autor: Christian Ortner
Im schuldengeplagten Griechenland hat die größte Rentenkasse Auszahlungen an 1473 Rentner über 90 Jahre eingestellt, nachdem sich herausgestellt hat, dass Empfänger nicht mehr am Leben waren. Wer solche Zahlungen illegaler Weise eingesteckt habe, werde verklagt, teilte die staatlich betriebene Sozialversicherungskasse mit. Zudem wolle die Kasse versuchen, sich 1,9 Millionen Euro zurückzuholen, die auf die Konten der Verstorbenen überweisen worden seien. (“Welt”) – Unglaublich, wie brutal und menschenverachtend die von der EU erzwungene neoliberale Politik sein kann: sogar auf Kosten der Toten wird jetzt schon gespart.
Hat sich jemand aufgeregt wegen der Einforderung unrechtmäßig erhaltenen Geldes über 1,6 Millionen Euro?
Warum wird eigentlich nicht der von einem griech. Reeder zweckwidrig verwendete dreistellige Millionen Förderbetrag nicht rückgefordert? Die Reederei gehört inzwischen AbuDhabi Mar.
Muss eigentlich nur die Höhe stimmen um nicht rückgefordert zu werden, Hunderte Millionen gegen 1,6 Millionen, doch kein Unterschied???
Für die derzeitige Finanzkrise in Europa und den USA gibt es viele kluge Erklärungen, kaum eine ist zutreffend weil feig. Die ganz banale wie brisante Tatsache ist : Es ist viel zu viel privates Geld im Umlauf, dieses wird in diversen Fonds geparkt. Das ist die Folge des neoliberalen Wirtschaftsmodells, viel Geld bei Privat, wenig beim Staat. Die Fondsmanager ( Spekulanten ) müssen dieses vermehren und zocken gegen die Staaten. Fazit: Abschöpfen dieser Gelder durch kräftige Steuern auf Finanztransaktionen und Vermögen, damit hört sich die Spekulation von selbst auf und wir hätten auch wieder Geld für Bildung , Pflege und dgl.
Vielleicht sollte man mal hier ansetzen: “Das hochverschuldete Griechenland hat für 2010 sechs Milliarden Euro für Rüstung eingeplant, das sind 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).” (politik.de) davon allein 400 Mio Euro für Helikopter (!)
Logisch. Hubschrauber sind beim Eintreten des Ernstfalles das bevorzugte Fluchtmittel von Politikern. Ceaucescu hat’s allerdings nicht viel genützt.
@Tribun3
Sorry, aber das ist Unfug! Es gibt kein “privates Geld”, denn das wird ja von den staatlichen Geldmonopolisten gewaltsam verhindert.
Aber ja: es ist zu viel Geld im Umlauf, das von den Zentralbanken “gedruckt” (und von den Geschäftsbanken mit Hilfe der Staatsanleihen vervielfältigt wird).
Die Inflation (Geldmengenausweitung) im Euroraum beträgt jährlich ca. zehn Prozent, und es wird weiter inflationiert (= noch mehr Geld in Umlauf gebracht), und zwar von den Staaten bzw. den Politikern.
Neoliberalismus ist übrigens meist ganz was anderes, als sich Leute, welche diesen Begriff als politisches Schlagwort gebrauchen, darunter vorstellen.
Lieber Tribun3, Sie müssen jetzt ganz tapfer sein. Auch wenn es Sie und die Grundfesten Ihres Denkens erschüttern mag — ein paar Tatsachen muß ein Heranwachsender akzeptieren lernen. Also: Die Zeiten, als Private Geld erzeugt haben, ist schon ein paar Tage her. Das mit der Herstellung und dem in Umlauf Bringen und so — das machen heute die Staaten resp. deren Helfershelfer.
P.S. Falls Ihre Ausführungen ironisch waren, so bin ich doch glatt voll drauf reingefallen.
@gms
“P.S. Falls Ihre Ausführungen ironisch waren, so bin ich doch glatt voll drauf reingefallen.”
Ging mir detto. Aber nach eingehender Exegese der Suren aus der Feder von Tribun3 besteht kein Zweifel mehr, dass er’s leider bierernst meint. (Uuuups! Bier ist offiziell nicht halal. Inoffiziell aber sogar schwarzgebrannter Raki; pro 6-l-Kiste wird ein Blindenhund gratis mitgeliefert.)
@FritzLiberal
“Hubschrauber sind beim Eintreten des Ernstfalles das bevorzugte Fluchtmittel von Politikern. Ceaucescu hat’s allerdings nicht viel genützt.”
Das gibt zu denken. Aber: Warum lassen Österreichs mildtätige Volkstribunen dann die antiken Hubschrauber des Bundesheers so verschimmeln und kaufen auch keine neuen?
Einzig mögliche Antwort: Unsere Politiker sind sich der abgöttischen Liebe ihrer Bürger gewiss.
@Rennziege
+1
@Tribun3
woher kommt denn dieses viel zu viel an geld?
dann klären sie uns doch!
haben die bösen Hedgefondmanager und Spekulanten ihre privaten Druckerpressen zu Hause stehen?
ein bisserl mehr logisches Denken ist ab und zu durchaus angebracht!
Ja, ich glaube schön langsam auch, dass unsere Politiker wirklich so dämlich sind.
@FritzLiberal
das Volk ist aber noch viel dämlicher!
@Thomas Holzer
Hauptsache in diesem erlesenen Forum hier versammeln sich die ganz Gscheiten zum gegenseitig auf die Schulter klopfen …
Durch Ihre Recherche angeregt widmete ich mich erneut besagtem Elaborat, wobei sich eine gar wundersame Wendung offenbarte: Zumindest die FED ist eine private Einrichtung, wonach der Befund des Dreier-Tribuns, es sei zuviel privates Geld im Umlauf, nicht gar so abwegig ist.
Würde man diese neu generierten Gelder und Gelderinnen unmittelbar an der Quelle abschöpfen und etwa umgehend im nahegelegenen Potomac versenken, so könnten die schöpferischen Zauberlehrlinge des Fiat-Money-Mantras ohne großen Schaden anzurichten ihrem liebsten Hobby fröhnen.
Alternativ verspricht ein anderes Modell Abhilfe: Die strikte Trennung in staatliches und privates Geld, wobei Staaten und Private ihr eigenes Geld herstellen und ausschließlich nur dieses annehmen bzw. an Ihresgleichen weitergeben.
Staaten könnten dann mit ihren eigenen Geldern nach eigenem Ermesen verfahren, wie etwa ihre Bediensten bezahlen, es vers(ch)enken oder, was aufs Gleiche hinauskommt, es anderen Staaten zu beliebigen Konditionen überlassen. Auf der anderen Seite verfahren all die privaten Bösewichte mit ihrem Geld nicht minder nach eigenem Gutdünken.
Einmal mehr: Nichts ist so bierernst, alsdaß es nicht Kerne von Wahrheit insich bürge.
Sie haben “Mein Name ist Merveilleux, ich bin Etatist” recht kryptisch formuliert. Nichts desto trotz — die Message ist angekommen, willkommen in unserer erlesenen Selbsthilfegruppe.
@Merveilleux
ob dieses Forum erlesen ist, mögen Andere beurteilen.
Ich klopfe Niemandem auf die Schulter, sondern erlaube mir nur, meiner Meinung Ausdruck zu verleihen.
Noch (sic!) ist dies ja erlaubt, auch wenn -das gebe ich gerne zu- in diesem Forum der PC- und Mainstream eher unterrepräsentiert sind;
dieses Faktum ich aber durchaus als Wohltat erachte
@gms
yep indeed, die FED ist so privat, daß das Direktorium vom US-Präsidenten ernannt wird, so habe ich mir Privatunternehmen immer vorgestellt
@gms
@Thomas Holzer
Darf ich als Dritte im Bunde den Monsieur Merveilleux ebenfalls willkommen heißen? Ohne Schmäh: Nicht jede Schulter hält das Klopfen aus. Doch wer sich selbst als “ausgezeichnet, überragend, spitze” bezeichnet, wird auch unsere proletarische Begeisterung aushalten.
@Thomas Holzer
Ja, ich weiß. Daher auch mein verklausulierter Vorbehalt (“nicht gar so abwegig”), mit der Betonung auf “gar”, mit drei ‘a’. Ausserdem und überhaupt: Sind nicht auch Politiker hin und wieder Privatmenschen?! Na also. Man muß den Linken ein Kleinwenig entgegenkommen, wenn man ihnen spielen will.
@gms
Sie haben vollkommen recht, vor allem dann, wenn z.b. der hochgepriesene Barack Obama gaaaaaaaaanz privat, im Kreise seiner trauten Familie von KEINER Kamera beobachtet, via Fernsehen z.b. Fussballspiele verfolgt; dann sind unsere Volksvertreter wirklich wieder Privatmenschen
@Rennziege
Sie dürfen, wir sind ja tolerant
@Thomas Holzer
Vieles was hier gesagt wird, hat schon seine Richtigkeit, ohne Zweifel. Aber dieses weinerliche Gejammer über die ach so bedrohte Meinungsfreiheit find ich ehrlich gesagt schon etwas weicheierig.
Zwischen dem empörten Aufschrei von linkssozialen Gutmenschen, die ihre eigene Agenda fahren (was ihnen natürlich zusteht), sowie deren Medien, und einer echten Unterdrückung freier Meinungsäußerungen ist schon noch ein haushoher Unterschied. Wer sich hier zum Helden des Widerstands im DDR-Staat stilisdiert, gibst sich der Lächerlichkeit preis. Und Kritik ist auch eine Frage des Stils: es ist ein Unterschied, ob man rationale Kritikpunkte an Missständen äußert oder über ganze Gruppen in Bausch und Bogen den Stab bricht.
@Merveilleux
zumindest werden Sie, u.U. zugestehen, daß mittlerweile eine öffentlich geäußerte Meinung, vor allem dann, wenn diese von bekannten Personen artikuliert wird, aber nicht in den sogenannten PC- Mainstream passt, sehr schnell als rechtsradikal, rassistisch etc. etc. mehr als nur kritisiert wird. (siehe Broder, Sarrazin, etc. etc.); von gerichtlicher Ahndung nicht mal zu schreiben
Ich habe mich NIE als Held des Widerstandes im DDR-Staat stilisiert, jedoch, bezugnehmend auf die Meinungsfreiheit kann ich nur schreiben: “wehret den Anfängen”
Meistens erfolgen entscheidende Einschnitte schleichend, fast unmerkbar, und diesen Einschnitten muss Einhalt geboten werden!
@Thomas Holzer
Aber dieser darf nicht aus der Reihe tanzen. Darf ich an JFK erinnern? Die FED ist zwar die größte Gelddruckmaschine aber eine Ausnahme. Die Mehrheit ist staatlich mit der Proforma-Etikette “unabhängig”. Diese Unabhängigkeit wird uns gerade sehr deutlich gezeigt.
@Thomas Holzer
Na schon, was man hier immmer wieder liest: böse EUdSSR, Kommunisten und Sozialisten regierten Europa. Wenn schon keine selbst stilisierten Widerstandskämpfer, dann ist hier ein Jammer- und Waschlappenverein, kein neoliberales Forum, immer wird nur gewinselt: Wir wüssten ja alles besser, aber wir dürfen nicht, können nicht, werden mundtot gemacht, eingesperrt. Bin bloß gespannt, was Ihr macht, wenns wirklich hart auf hart geht …
@Merveilleux
“Bin bloß gespannt, was Ihr macht, wenns wirklich hart auf hart geht …”
Dann, verehrter Merveilleux, besuchen wir Sie im Obdachlosenheim, um Ihnen bibeltreu die Füße zu waschen, wenn nicht gar voll der Reue zu küssen.
@Rennziege
Ihre Verknüpfung von Sinnfreiheit mit Originalität ist immer wieder bewunderungswürdig. Ein Sinn fürs Absurde eines Herzmanovsky würdig.
@Rennziege
Dass gnädige Frau auf den Plempel des Herrn merv überhaupt Antwort geben, halte ich für eine Fleissaufgabe.
@Prinz Eugen von Savoyen
Sie haben ja sooo recht, Durchlaucht!
Aber Schillers “Lied von der Glocke” begleitet mich auf allen Wegen:
“Von der Stirne heiß / rinnen muß der Schweiß …”
Ein Schweiß, der (auch für Armen im Geiste) des Fleißes nicht zuviel ist, sooft er auch an der Einfalt abperlt.
Und was sind Ihre sinnvollen Beiträge außer Raunzereien darüber, wie gut es den Sozialhilfeempfängern geht? Ihr selbstgerechten Pharisäer, noch oben buckeln und nach unten treten, “echte” Österreicher, wie sie im Buche stehen.