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Wohlstand für alle – eine gescheiterte Idee?

(ANDREAS TÖGEL)  Der deutsche Ökonom Marcel Fratzscher zu Gast bei der Agenda Austria.  Seit 1957, als der deutsche Wirtschaftsminister Ludwig Erhard sein Buch mit dem Titel „Wohlstand für alle“ veröffentlichte, ist viel Zeit vergangen. Von dem von ihm vertretenen Erfolgsmodell der „Sozialen Marktwirtschaft“ ist kaum etwas übrig – ein Befund, den sozialistische und liberale Beobachter teilen – wiewohl aus unterschiedlichen Gründen.

Fratzscher, der von der FAZ links der politischen Mitte verortet wird, widmet sich in seinem jüngsten Buch dem Thema der materiellen Ungleichheit. Diese bildet auch das Thema seines Vortrags Weiterlesen

Warum kommt der Staat mit unserem Geld nicht aus?

„Die entscheidende Frage lautet also, warum die Bundesregierung mit all dem Geld nicht auskommt. Während Deutschland mit einer Steuer- und Abgabenquote von 39,6 Prozent des BIP Budgetüberschüsse erwirtschaftet, häuft Österreich mit 44,0 Prozent neue Schulden an. Nur um die Dimensionen klarzustellen: Wäre Österreich ausgabenseitig ähnlich gut aufgestellt wie das mit hohen Kosten für die Wiedervereinigung belastete Deutschland, ersparten sich die Bürger 14 Milliarden an Steuern und Abgaben – jedes Jahr! Das wären also zwei größte Steuerreformen in der Geschichte des Landes, oder 3400 Euro mehr Geld für jeden Erwerbstätigen“ (hier)

Steuern: Die kalte Progression schlägt weiter brutal zu

„Nach Berechnungen der Agenda Austria hat der Finanzminister dadurch von der letzten Tarifanpassung 2009 bis zum Inkrafttreten der jetzigen Reform Anfang 2016 kumuliert rund 11,5 Mrd. Euro zusätzlich lukriert. Anders gesagt: Die Steuerbürger haben 11,5Mrd. Euro zu viel bezahlt, jetzt bekommen sie das über mehrere Jahre mit großer Geste zurückerstattet.“ (hier)

So viel knöpft Ihnen der Staat wirklich ab:

Mit dem Brutto­maten sehen Sie, wie viel Sie im Jahr er­wirt­schaften. Wie hoch der Wert Ihrer Arbeits­leistung ist, wie viel Sie zur Fin­anzierung staatlicher Auf­gaben beitragen und wofür das von Ihnen bereitge­stellte Geld ausgegeben wird. Der Brutto­mat ent­schlüsselt den un­über­sichtlichen Lohn­zettel und hilft Ihnen bei der Be­ant­wortung der Frage, ob der Staat Sie möglicher­weise zu stark in Anspruch nimmt. Oder ob die öffen­tliche Gegen­leistung für Sie in Ord­nung geht. (hier)

Immer diese Schweizer!

„……Suchte man nach dem fundamentalen Unterschied zwischen den beiden benachbarten Alpenvölkern, wäre er wohl darin zu finden, dass die Schweizer so etwas wie kollektivistisch denkende Individualisten mit einem beneidenswert erwachsenen Zugang zum Staat sind. Während wir Österreicher individualistisch handelnde Kollektivisten sind, die zwar gerne «Der Staat sind doch wir» rufen, um ihn dann bei jeder Gelegenheit mit einem Geldautomaten zu verwechseln, der stündlich vom freundlichen Herrn Notenbankgouverneur aufgefüllt wird…“ (Franz Schellhorn, AgendaAustria)