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Finnland: Euro-Beitritt „historischer Fehler“?

„…..Finnland gesteht sich einen historischen Irrtum ein. Das Land hätte niemals der Währungsunion beitreten dürfen, hat der finnische Außenminister Timo Soini kurz vor Weihnachten in Helsinki verlauten lassen. Stattdessen wäre es besser gewesen, wie in früheren Wirtschaftskrisen die Währung einfach abzuwerten. Da würde die Nation besser dastehen als mit dem Euro….“ (hier)

Buchtip: „Der Euro“ von Hans-Werner Sinn

(CHRISTIAN ORTNER) Im Jahre 1790 verordnete Alexander Hamilton, damals erster Finanzminister der USA, dem jungen Land eine spektakuläre ökonomische Kur. Um einen „wirkungsvollen Zement für unsere Union“ zu schaffen, verfügte er, dass künftig der US-Bundesstaat für die Schulden der einzelnen Gliedstaaten einstehen würde. Die Folge waren Schuldenexzesse sonder Zahl und am Ende jede Menge pleitegegangener Bundesstaaten, Depression und Finanzchaos; für viele Historiker einer der Auslöser des Amerikanischen Bürgerkrieges statt „Zement für unsere Union“.

Hans-Werner Sinn, einer der renommiertesten Ökonomen Deutschlands, beschreibt diese Episode in seinem jüngsten Werk „Der Euro – von der Friedensliebe zum Zankapfel“ recht ausführlich, weil er sie als warnendes Beispiel Weiterlesen

Radikalisierung dank Euro

„……Für alle radikalen Parteien, seien sie links oder rechts, ist die Eurokritik ein Superthema. Jetzt müssten wir eigentlich sagen: So geht’s nicht weiter. Entweder machen wir eine schnellere Integration, was die Bevölkerung nicht will, oder wir finden einen geordneten Weg, um das Ding zu beenden. Davor scheuen sich die etablierten Parteien. Das ist die Chance der radikalen Parteien, weil die Bevölkerung merkt, dass da etwas nicht funktioniert, dass die Wirtschaft nicht Tritt fasst. Der Euro führt somit zu einer Radikalisierung in Europa, also zum Gegenteil von dem, was er bringen sollte…“ (hier)

Bittte nicht „Europa der Eliten“

„….Es wird also Zeit, auch auf europäischer Ebene Klartext zu reden: Will man mehr Integration, dann muss man dafür die Voraussetzungen schaffen. Und zwar auf demokratische Weise und nicht nach einem hochnäsigen „Europa der Eliten“-Modell. Schafft man das nicht, muss man überlegen, wie man die Gemeinschaftswährung mittelfristig halbwegs unfallfrei wieder auseinanderdividiert….“ (hier)

Der Euro als Wohlstandsvernichtungs-Maschine

(C.O.) August 1997, die Europäische Union bereitet mit einiger Begeisterung auf die Einführung des Euro vor. Nur ein amerikanischer Wirtschaftsnobelpreisträger namens Milton Friedman hält das für keine gute Idee. Er schreibt einen akademischen Aufsatz, „The Euro: Monetary Unity To Political Disunity?“, über die Frage, ob der Euro letztlich die „Vereinigten Staaten von Europa“ herbeiführen würde. Friedman zweifelt daran sehr: „Ich glaube, dass die Einführung des Euro den gegenteiligen Effekt haben wird. Sie wird politische Spannungen verschärfen, indem sie divergente Schocks, die durch Änderung der Wechselkurse leicht hätten gemildert werden können, zu umstrittenen politischen Themen macht [. . .]. Monetäre Einheit, die unter ungünstigen Bedingungen eingeführt wird, wird sich als Hindernis für die politische Einheit Weiterlesen

Ohne Plan und ohne Ziel

(C.O.) Wenn irgendwann in fernerer Zukunft eine „Geschichte Europas im beginnenden 21. Jahrhundert“ geschrieben wird, dann werden mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Erzählungen im Mittelpunkt stehen: eine über Gründung, Krise und darauffolgenden Überlebenskampf des Euro samt den Folgen für Europas Volkswirtschaften; und eine über die große Völkerwanderung aus der krisengeplagten arabisch-muslimischen Welt und Teilen Afrikas gen Norden. Diese beiden Herausforderungen Weiterlesen