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Eine Frage der Souveränität

(C.O.) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird, wenn nicht alles täuscht, im Herbst zum Schluss kommen, dass Staaten wie Polen oder Ungarn im Unrecht sind, wenn sie sich weiterhin weigern, eine nennenswerte Zahl von Migranten entsprechend jenem Schlüssel zu übernehmen, den die Union mehrheitlich, aber gegen den Willen der Osteuropäer, beschlossen hat. Denn juristisch deutet viel darauf hin, Weiterlesen

Der Wähler will Rache

(CHRISTIAN ORTNER) Gefragt, warum die FPÖ für so viele Wähler so attraktiv sei, gab Bundeskanzler Christian Kern jüngst in einem Gespräch mit der deutschen „Zeit“ Interessantes zu Protokoll. „Die Wähler wollen das System und die Eliten auf den Knien sehen“, meinte er, „weil sie sich deklassiert, ausgeschlossen und nicht ernst genommen fühlen.“ Daran ist richtig, dass es dieses Bedürfnis, nicht nur eine längst obsolet gewordene Regierung einfach gegen eine – hoffentlich – bessere auszutauschen, sondern „die Eliten auf den Knien sehen zu wollen“, wirklich Weiterlesen

Ciao Euro, Hello Lira!

(CHRISTIAN ORTNER) Werden wir in ein paar Jahren, wenn wir für ein Wochenende nach Venedig fahren, vorher Euros in „Neue Lire“ umtauschen müssen, um unseren ersten Stehkaffee bezahlen zu können? Eher ja, vermuten unisono der bekannte liberale deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn und sein eher links der Mitte verorteter amerikanischer Kollege Joseph E. Stiglitz. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Italien dauerhaft Teil des Euro bleibt, fällt von Jahr zu Jahr“, sagt Sinn. „Den Italienern wird gerade klar, Weiterlesen

Wie unmoralisch ist Sparen?

(C.O.) Wenn die österreichischen Banken und Sparkassen Ende Oktober, so wie jedes Jahr, wieder einmal den sogenannten Weltspartag inszenieren, wird dies ein Ereignis von ziemlich hoher absurder Qualität sein. Denn wer heute noch spart, gilt in der brandgefährlichen Welt der Null- und Negativzinsen, wie sie die Europäische Zentralbank unverdrossen betreibt, als gefährlicher Irrer. Gefährlich ist der Sparer aus der Sicht der EZB, weil er nicht so viel konsumiert, wie er könnte, und damit keinen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leistet; und irre, weil er dabei zusieht, Weiterlesen

Österreich braucht eine seriöse rechte Partei

(C.O.)Hierzulande haben vermutlich nur einige wenige politische Feinspitze registriert, was deutsche Demoskopen am Abend der Wahlen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern so alles über die tieferen Motive der Wähler herausbekommen haben. Dort hat ja bekanntlich die neue rechte Protestpartei AfD Merkels regierende CDU ziemlich demütigend überrundet, der Merkel’schen Willkommenskultur Weiterlesen

Pfründe sichern, ein antifaschistisches Projekt?

(CHRISTIAN ORTNER) Seit am Sonntag der FPÖ-Kandidat ein außerordentlich beachtliches Ergebnis erzielte und damit recht gute Chancen auf ein Büro in der Hofburg hat, scheinen sich Kommentatoren und politische Analytiker darin einig zu sein, dass die rot-schwarze Koalition eine Art „Dead Man Walking“ ist. Spätestens nach den Nationalratswahlen 2018 sei, so der Konsens, nach einem Wahlsieg der FPÖ eine blaue Kanzlerschaft nicht mehr zu verhindern und damit die politische Nachkriegsordnung Geschichte. Angstlüstern ist die hyperventilierende Schnappatmung Weiterlesen

Achtung, bundesweiter Weichei-Alarm!

(CHRISTIAN ORTNER) Gehört es im Europa des 21. Jahrhunderts noch zu den Verpflichtungen eines Mannes, eine ihm nahestehende Frau im Fall des Falles mit Gewalt gegen einen oder auch mehrere Angreifer zu beschützen, wenn sie in der Öffentlichkeit physisch bedrängt wird?   Seit ruchbar wurde, dass bei den Gewaltexzessen der Kölner Silvesternacht gesunde, kräftige Männer hilf- und vor allem tatenlos zusahen, wie ihre Partnerinnen übel bedrängt worden sind, hat das deutschsprachige Feuilleton Weiterlesen

Die Mitschuld der Medien am Willkommens-Karneval, Teil II

Michael Fleischhacker, Ex-Chef der „Presse“ und Leiter von „nzz.at“ , fand meine letzte Kolumne „unbehaglich“. Eine Replik von Christian Ortner.         Geschätzter Michael Fleischhacker, es betrübt mich sehr, dass Du nach Lektüre meines letztwöchigen Kommentars an dieser Stelle („Die Mitschuld der Medien am verrückten Willkommens-Karneval“) nicht nur „Unbehagen“ und „Irritation“ verspürt hast, wie Du es beschreibst, sondern diese unerquicklichen Emotionen offenbar intensiv genug waren, dass Du sie Deinen Lesern in einem ausführlichen Text unter dem Titel „Trostpreisträger“ zur Kenntnis bringen mußtest.
Nun, ich hoffe, es hat Dir Erleichterung gebracht Weiterlesen