Schlagworte: Urschitz

Die Fake-News der Ökonomen

„Gerade noch rechtzeitig vor Neujahr haben uns zwei renommierte deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute die frohe Botschaft gebracht: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist 2016 wegen der Flüchtlingsausgaben um 0,3 Prozentpunkte stärker gewachsen, als es das ohne Migrationskrise getan hätte. Überrascht uns ehrlich gesagt nicht: Wenn mehr Leute konsumieren, erhöht das eben das BIP. Auch wenn der Mehrkonsum auf Regimentsunkosten läuft…..“ (hier)

Wenn die EZB vor der EZB warnt

„Der Chef des Europäischen Ausschusses für Systemrisken (ESRB), Mario Draghi, hat diese Woche die Regierungen von acht EU-Ländern – darunter Österreich – per Brief vor einer Überhitzung des Marktes für Wohnimmobilien gewarnt: Es drohe eine Immobilienpreisblase. Und wohin das führen könne, habe man in der jüngeren Vergangenheit ja nicht nur ein Mal gesehen. Danke, Herr Draghi, ganz lieb! Aber könnten Sie diesen Brief vielleicht auch an die EZB in Frankfurt adressieren? Dort sitzt nämlich ein Namensvetter auf dem Chefsessel, der diese Immobilienblase seit ein paar Jahren mit forcierten Anleihekäufen und konsequenter Nullzinspolitik mächtig aufpumpt….“ (weiter hier)

Wie man ein Pensionssystem ruiniert

„…..In Deutschland und auch in Österreich wurden und werden subventionierte Teilzeit und Frühpensionierung gern als Arbeitsmarktinstrument eingesetzt. Das ist bei der Altersteilzeit unproblematisch, weil dafür ja ohnehin Arbeitsmarktmittel eingesetzt werden, bei den Pensionierungen aber klar Missbrauch von Sozialtöpfen….“ (hier)

Hirschenkogel statt Mt. Everest

„….Wenn einer die Besteigung des Mount Everest ankündigt – und dann doch nur ein Gipfelsiegfoto vom Hirschenkogel schickt, dann darf er sich nicht über enttäuschte Gesichter wundern. Der Regierung ist dieses PR-technische Gustostück jetzt binnen weniger Wochen gleich zwei Mal gelungen: Zuerst sind die Herren Kern und Mitterlehner mit vergleichsweise recht ambitionierten Plänen für eine echte Reform der Gewerbeordnung (Halbierung der Zahl der gebundenen Gewerbe, ein einziger Gewerbeschein für die mehr als 400 Nebengewerbe) am betonharten Verhindererblock Wirtschaftskammer/ÖGB zerschellt. Und jetzt hat sich Finanzminister Schelling bei dem Versuch, die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern auf zukunftsträchtigere Beine zu stellen, eine blutige Nase geholt. Ist aber auch schwer, einen Reformzug in Fahrt zu bekommen, wenn in den Waggons neun ambitionierte Landesbremser sitzen…“ (hier)

Land der Zocker

Wie hohe Staatschulden zu Altersarmut führen

„….Das heißt, künftige Pensionisten müssen mit noch mehr Druck auf ihre zu erwartenden Pensionen rechnen. Und sie können das durch eigene Vorsorgeanstrengungen nur sehr ungenügend ausgleichen. Kein schönes Szenario, in das uns die Staatsschuldenmacherei der vergangenen Jahrzehnte, die ja die eigentliche Ursache der finanziellen Repression durch die EZB-Zinspolitik ist, da gebracht hat….“ (hier)

Hurra, wir spielen japanisches Roulette

„…..Die bisher gefährlichste Waffe hat diese Woche allerdings die japanische Notenbank ausgepackt: Sie will den Zinssatz dauerhaft durch politische Eingriffe auf null manipulieren und gleichzeitig – ebenfalls durch staatliche Engriffe via Notenbank – die Inflation auf „deutlich mehr“ als die bisher angepeilten zwei Prozent treiben. Das wäre, zu Ende gedacht, eine reale jährliche Vermögensabgabe von mindestens zwei Prozent für Sparer und Anleihehalter (nicht jedoch für Aktionäre und Immobilienbesitzer) – und wohl auch das Ende jeder kapitalgedeckten Altersvorsorge. Das ist aber nicht das Hauptproblem. Dieses ist vielmehr, dass man dafür äußerst riskante Manöver fahren muss. Denn der Versuch, mit Nullzinsen Inflation anzukurbeln, scheitert im Prinzip ja seit Jahrzehnten….“ (hier)

Diese Steuerreform ist eine Nullnummer

„In den ersten sieben Monaten seit Inkrafttreten der Steuerreform, die ja in Wahrheit lediglich eine nachträgliche Korrektur der kalten Progression war, sind die Lohnsteuereinnahmen um 1,36 Mrd. Euro gesunken, die Verbrauchs- und Verkehrssteuern haben aber 1,13 Mrd. Euro mehr in die Kassa gebracht. Verbrauchs- und Verkehrssteuern – das sind die Abgaben, die die Profiteure der Lohnsteuerkorrektur im Alltag abdrücken – von der Mehrwertsteuer über die Mineralölsteuer bis zur Biersteuer. Man kann also ruhig sagen, dass sich der Finanzminister 83 Prozent des „mehr Netto vom Brutto“ über Bundessteuern wieder zurückholt….“ (hier)

Falsches Spiel mit kalter Progression

„…Die kalte Progression ist eine Besteuerung der Inflation. Sie ist für jede Regierung aus zwei Gründen komfortabel: Erstens wirkt sie als versteckte Steuererhöhung. Zweitens gibt sie Regierungen Gelegenheit, alle paar Jahre eine bloße Teilrückvergütung dieser Inflationssteuer als jeweils größte Steuererreform aller Zeiten zu verkaufen….“ (hier)