Araber statt Europäer als Partner Israels?

„…..Gut möglich also, dass sich arabische Länder im Fall des Falles für Israel als verlässlicherer Partner erweisen würden als die europäischen. Das sagt nicht nur etwas über die Veränderungen im Nahen Osten, das sagt auch viel über Europa“ (hier)

14 comments

  1. eeeee

    Manche arabische Länder haben geheime Bündnisse mit Israel gegen den Iran. Das kam schon damals bei den Wikileaks-Botschaftsdepeschen heraus.

    Ich war letzte Woche in Israel und es war mal wieder toll wie immer.

  2. Thomas Holzer

    Die Europäer waren, wenn überhaupt, maximal verbal Partner von Israel. Lippenbekenntnisse, dafür sollten die Europäer und die EU ja mittlerweile bekannt sein, und natürlich, so ein militärisches Engagement erfolgt, in über 90% der Fälle auf der falschen Seite, zur falschen Zeit.

  3. Rado

    Was mich schon länger interessiert. Wie halten es die Israelis mit den „arabischen Israelis“?
    Da muss es ja eine erhebliche Anzahl geben, die loyal ist. Wie machen es die Israelis, die zu integrieren? Gibt es da ein übertragbares Erfolgsrezept?

  4. sokrates9

    Ob Israel gut beraten war Assad in Frage zu stellen und zu destabilisieren??

  5. Falke

    @Rado
    Als „Israelexperte“ (ich war in den letzten 12 Jahren 11 Mal in Israel, und nicht nur als Tourist) kann ich Ihnen eine gewisse Antwort darauf geben: Die in Israel lebenden Araber (fast 1 Million, die natürlich auch israelische Staatsbürger sind) sind zwar (innerlich) nicht echt loyal, es geht ihnen aber recht gut, sie haben Arbeit, müssen (dürfen!) nicht zum Militär, haben volle Religionsfreiheit und werden weder vom Staat noch von der jüdischen Bevölkerung diskriminiert. Jede Aktion oder Reaktion gegen den Staat würde ihre Lage wesentlich verschlechtern, daran haben sie natürlich kein interesse. Dazu gehören noch die Drusen, die übrigens besonders geschickte Händler und Unternehmer sind, und doch recht viele christliche Araber – viele davon besitzen – ausgezeichnete – Restaurants. Viele jüdische israelis sind allerdings der Meinung, dass sich auch die „eigenen“ Araber im Falle eines echten Krieges sofort auf die Seite der arabischen Staaten schlagen würden.

  6. Christian Peter

    Wen interessiert es ? Israel sollte alle in den vergangenen Jahrzehnten besetzen und besiedelten Gebiete räumen, dann wird es auch in Europa verlässliche Partner finden.

  7. ethelred

    Israel ist gut beraten, sich keinesfalls auf Europa zu verlassen, auch wenn seine Kultur und sein Staatsgefüge großteils aus ehemaligen europäischen Werten abgeleitet ist.
    Da Europa für die Zukunft keine einheitlichen Interessen besitzt, wird es auch mehr als „Fütterer“ wahrgenommen, denn als verläßlicher Partner. Die Doktrin „america fights, europe feeds“ ist Vergangenheit, für eine europäische Identität fehlt immer noch die Struktur, aber auch der echte Willen. Auch aus 28 oder mehr einzelnen Abstauberstaaten formt sich von selbst kein Kontinent. Sämtliche Annahmen, es bräuchte nur eine künstlich geschaffenen Krise in Europa, um es zu vereinen, haben eher das Gegenteil bewirkt. Der dahingehend bisher letzte Versuch, ab 2015 mittels des demokratisch nicht legitimierten Gesellschaftsexperimentes einer Migrationskrise, Fakten zu schaffen, scheitert spektakulär. Er überspannt die Fähigkeiten und Kapazitäten Europas in demokratischer, zivilisatorischer und ökonomischer Hinsicht. Angesichts der europäischen Defizienzen wird dieses wohl das letzte Experiment zur Einigung Europas sein und mittelfristig eine Art Groß-Libanon innerhalb der Grenzen von Frankreich, Belgien, Schweden, Deutschland und England schaffen.

  8. Thomas Holzer

    @ethelred
    Es gibt keine „europäische Identität“, ich denke auch nicht, daß sich eine solche je ausbilden wird, warum auch?!
    Zusammenarbeit kann auch so funktionieren, da braucht es keinen Zwang von gekünstelter Hymne, Fahne etc.
    Alle Viel-, Mehrvölkerreiche sind -nicht nur in Europa- immer kollabiert, und die Kollateralschäden waren immer enorm.
    Lasst die ach so verschmähte Kleinstaaterei wieder blühen, und Gesamteuropa wird sich wieder besser entwickeln, durch gegenseitige Befruchtung, gegenseitigen Wettbewerb

  9. sokrates9

    Ethelred@ …überspannt die Fähigkeiten und Kapazitäten Europas in demokratischer, zivilisatorischer und ökonomischer Hinsicht… Die Nationalstaaten sind die Lösung! Wenn sie Kleinstaaten wie Schweiz,Belgien, Holland aber auch Österreich betrachten entwickelten sich hier pro Kopf der Bevölkerung wesentlich höhere
    Potentiale im Bereich, Wissenschaft, Kultur, Technik im Vergleich zu den Megastaaten! Ein Europa gelenkt von ungewählten Bürokraten ist klassischer Kommunismus der nie funktionieren wird!

  10. astuga

    Diese Araber (die Regierungen? die Bevölkerungen? welche Länder überhaupt?) sind dann wohl als Partner Israels so zuverlässig wie es ehemals nach israelischen Einschätzungen die Türken und die Iraner waren…

    Aber gut, Hoffnung gilt ja als jene Kardinaltugend die dem Judentum zugeschrieben wird.

  11. Falke

    @Thomas Holzer 11:41
    Ist mir neu: Habe gerade voriges Jahr mit einem 18-jährigen arabischen Israeli gesprochen, der sich fürchterlich beklagt hat, dass er nicht in die Armee darf, obwohl das sein größter beruflicher Wunsch wäre.

  12. aneagle

    @astuga 13. März 2018 – 20:44
    schon richtig, Ihre Einschätzung der Stabilität von Bündnissen im mittleren Osten. Aber, sind europäische „Freunde“ tatsächlich noch konsistenter? Im Moment kann Israel sich nur auf sich selbst verlassen und politische Verbündete am Daumen einer Hand abzählen. Zuverlässig sind lediglich die Gegner und der Allah-gewollte Streit unter ihnen.

  13. astuga

    @aneagle
    Freunde sind ja nochmal was anderes als Partner…
    Israel kann aber schon seit Jahren verhältnismäßig gut mit Jordanien und Ägypten leben.
    Aber man sollte dann eben auch nicht zu viel an Wunschdenken betreiben oder es idealisieren.
    Gegen eine punktuelle Kooperation (etwa in Sicherheitsfragen) ist ja nichts einzuwenden, mehr sollte man sich aber nicht erhoffen.

    Das sind Regierungen die eben Realpolitik betreiben, aber das kann sich leider jederzeit ändern, und die Stimmungslage innerhalb dieser Länder ist auch eine andere.
    Israel profitiert sicher momentan davon, dass Araber, Iraner und Türken vor allem miteinander beschäftigt sind.

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