Auch so ein Fall von Gerechtigkeit…

(von ANDREAS UNTERBERGER)  Die Parteien führen am Nasenring des Boulevards immer absurdere und peinlichere Kämpfe um Wasserverkaufs- oder Spekulationsverbote auf, während sich ihre Schäfchen in geschützten Nischen weiterhin wohlig und meist unentdeckt suhlen können. Eine jährliche Pension von über 30.000 Euro für Bürotätigkeit ohne Risiko und besondere Anforderungen: Davon wagt die große Mehrheit der Österreicher nicht einmal zu träumen. Wobei es bei diesen 30.000 wohlgemerkt nur um einen Zuschuss geht; sie werden zusätzlich zur normalen ASVG-Pension ausbezahlt! Wie man an solchen Luxus herankommt? Wichtig ist, dass man der Partei beigetreten ist und nie goldene Löffel gestohlen hat. Und dass man einen Job bei der „Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau“ hat. Deren gigantische Pensionsprivilegien hat nun der Rechnungshof aufgedeckt. Während – neue – Politikerpensionen seit Jahrzehnten abgeschafft sind, gibt es für die 345 pensionierten Bediensteten dieser völlig überflüssigen Anstalt den genannten Durchschnittsbetrag. Damit verdienen sie noch deutlich mehr als die ÖBB-Pensionisten selbst – obwohl einem schon deren Privilegien die Zornesader schwellen lassen. Ach ja, fast hätte ich‘s vergessen: Selbstverständlich ist man bei dieser Privilegienanstalt auch unkündbar. Anders würde ja am Ende kapitalistischer Leistungsdruck entstehen . . . (Tagebuch)

 

5 comments

  1. pepito

    Die da von „ungelicher Verteilung“ reden verteilen am ungleichsten – und dies noch dazu ohne Einsatz, Risiko etc. – das sind die „Reichen“ !

  2. Thomas Holzer

    Aber bitte nicht doch. bitte keine Neiddebatte, die haben sich diese Pensionszahlungen sicherlich redlich verdient, wird der Herr Haberzettel uns sicherlich umgehendst mitteilen 😉

  3. aneagle

    Betr.: EUR 30.000 Zuschuss für völlig überflüssigen unkündbaren Bürojob

    fairerweise muß ergänzt werden, dass der Lebenslauf von AK Präsident Sg.Hr. Heribert Tumpel JEDEM zur Nachahmung zur Verfügung stand, lange bevor er jetzt hier gekürzt skizziert wurde. 🙂

  4. Manuel Leitgeb

    @aneagle
    Nein, nicht jedem. Sondern nur Menschen die kaum/keinen Charakter und Anstand haben. Denn um einen solche Lebenslauf zu haben und als AK Präsident zu enden, muß man sich ohne wenn und aber der Partei andienen (ob Rot oder Schwarz is relativ egal) und darf keine Skrupel besitzen.
    Wie schon Sinowatz:“Ohne Partei bin ich nichts.“ … dafür lüge ich auch vor Gericht unter Wahrheitspflicht.

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