Braucht Europa ein Pearl Harbour?

(GEORG VETTER)  Im Jahr 2011 haben Kampfflugzeuge das libysche Regime in Grund und Boden gebombt, um den Menschenrechten zum Durchbruch zu verhelfen. Das war angesichts der Erfahrungen im Irak eher ein kühnes Unterfangen. Führend beteiligt waren dabei eher die Franzosen als die Amerikaner. Der Traum eines arabischen Frühlings war allerdings bald ausgeträumt. Mangels jeglicher staatlicher Strukturen herrschen dort bis heute Mörderbanden und Menschenhändler, die das große Geschäft wittern.
Dennoch machen sich immer noch Tausende Afrikaner und Afrikanerinnen auf den Weg, um den Weg nach Europa zu schaffen und sich hier ein besseres Leben erhoffen. Wie viele es direkt an die Küste schaffen und wie viele den lauernden Verbrechern in die Hände fallen, kann man schwer abschätzen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil dürfte allerdings versklavt und anschließend auf Schlauchbooten ins Meer geworfen werden. Jüngst berichteten Frauen, dass sie mehr als ein Jahr gefangen gehalten wurden, dass sie in der Gefangenschaft Kinder geboren haben und diese verstorben sind.
In gewisser Weise erinnert diese Situation an die Vereinigten Staaten von Amerika zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. So sehr der Vergleich hinkt: Auch dort war man damals nicht besonders aufnahmewillig.
Mehr als zwei Jahre haben sich die USA aus dem Krieg herausgehalten. Dieser „Neutralität“ oder diesem „Isolationismus“ machten erst die Japaner mit dem Überfall auf Pearl Harbor ein Ende. Letztlich wurden die Konzentrationslager befreit.
Wer weiß: Vielleicht braucht auch Europa erst sein Pearl Harbor, um dem Sklavenhandel im Norden Afrikas eines Tages ein Ende zu setzen?

4 comments

  1. Erich

    Solange Deutsche zu Tausenden an einem Ort, an dem ein Mensch brutal erstochen wurde, ein Pop”konzert” besuchen und die Gruppen mit ihren Hetztexten feiern, solange Jugendliche offen zugeben, dass sie nur wegen des Gratis”konzerts” kommen und ihnen der Mord egal ist, solange Protestaktionen empörter Bürger sofort zur Forderung nach Verbot der einzigen Opposition und verstärktem Kampf gegen Rechts führen, solange der tägliche Einzelfall ignoriert wird, solange wird es zumindest in Deutschland keine Reaktionen in der Art wie nach Pearl Harbour geben. Was soll denn noch alles passieren??

  2. Thomas F.

    Bei den Eropäern hilft auch Pearl Harbour nichts. Die schauen zu, bis sie halb aufgefressen sind von einem imperialistischen Krebsgeschwür. Und dann müssen die USA einspringen. War schon damals so.
    Jetzt schauen sie feige zu, wie Putin in ein Land nach dem anderen einmarschiert und trauen sich den Verteidigern nicht einmal Waffen zur Verfügung zu stellen.
    Dank Russland und Serbien haben wir in Europa wieder Krieg, was davor unvorstellbar schien. Am Balkan wurde dem Treiben nach vielen Jahren europäischen ‘Verhandelns’ durch amerikanische F15 ein Ende geboten, als sie nach dem Massker am Markale Markt begannen die serbischen Stellungen um Sarajevo zu bombardieren und damit die serbischen Großmachtphantasien zerschlugen. Die Europäer hätten ewig zugesehen und erst ‘alle diplomatischen Möglichkeiten ausgeschöpft’, sich also von Leuten wie Milosevic und Putin für blöd verkaufen lassen.
    Dass Europa irgendwo in der Welt konzertiert und entschieden eingreift um ein sich ausweitendes Problem rechtzeitig zu bekämpfen, ist völlig illusorisch. Auch beim Islamischen Staat hätte Europa ewig zugesehen und bequem mit Wortspenden reagiert.

  3. Falke

    @Thomas F.
    Doch, Europa (genauer: die EU) “greift entschieden ein” (oder tut zumindest so), um Probleme zu lösen – und macht sich dabei lächerlich: etwa, um die Iran-Sanktionen der USA oder die von den USA gekappten Milliarden für die “Palästinenser-Flüchtlinge” auszugleichen. Zumindest über die Grundintelligenz, dass ein Wirtschaftskrieg gegen die USA voll in die Hose gehen muss, sollten sogar die EU-Gewaltigen verfügen.

  4. Triumph Cruiser

    … Europa bräuchte einen aus den Weiten des Weltalls kommenden Felsbrocken in der Größe von Irland und einen direkten Einschlag … – Europas “Probleme” wären auf einen Schlag gelöst …

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