Das musste einmal gesagt werden!

(FRANZ SCHELLHIORN) Die Republik Österreich hat also nach der nicht restlos geglückten Veranlagung von Steuergeldern durch das Land Salzburg den Stecker gezogen: Spekulationsgeschäfte auf Pump werden der öffentlichen Hand künftig per Gesetz untersagt. Nicht schlecht. Aber klar, dass Landespolitiker öffentliche Wohnbaugelder nicht so einfach auf die Roulettetische der internationalen Hochfinanz werfen dürfen, musste ja auch einmal gesagt sein, nicht wahr? Um das jedem Regierungsmitglied klarzumachen, braucht es in diesem Land natürlich schleunigst auch ein eigenes Gesetz!

Da bleibt nur noch zu hoffen, dass die Bundesregierung so konsequent bleibt und bald allen Erwerbstätigen verbietet, Geld in die staatliche Pensionskasse einzuzahlen. Damit wäre nämlich die derzeit größte Hochrisikospekulation im öffentlichen Bereich mit einem Schlag beendet. Obwohl es kein Geheimnis ist, dass der Staat seine Versprechen gegenüber den jüngeren Einzahlern nur durch ein größeres Wunder halten kann, nimmt das staatlich legitimierte Pyramidenspiel ungehindert seinen Lauf. Aber damit das alle wissen, braucht es vermutlich auch ein eigenes Gesetz. (“Presse”)

 

16 comments

  1. hartamwind

    staatliches Pensionssystem=Pyramidenspiel!!!

    Genau die richtige Definition, deshalb sind nicht staatliche Pyramidenspiele ja auch verboten, wegen der zu erwartenden Konkurrenz!

  2. Rennziege

    Schellhorn at his best!

    P.S.: Irgendwo stand zu lesen, i waaß nimmer wo, dass Franz Schellhorn “Die Presse” verlassen werde. Was ihm, der sicher Alternativen hat, möglicherweise nützt — aber den Niedergang einer einst liberalen Galionsfigur mur beschleunigen kann. Weiß jemand mehr darüber?

  3. Anton Volpini

    @Rennziege

    Ich glaub, er geht nach Ontario. Gute Leute gehen dorthin.
    Der Prinz allerdings, der bleibt im heiligen Land, umringt von engen Bergen, die auch seine Aussicht dementsprechend verbergen! 🙂

  4. Rennziege

    @Anton Volpini

    Gut gegeben, Herr Volpini! Manche Berg- und Seeregionen Ontarios erinnern tatsächlich an Kärnten, lieber Landsmann. (Übrigens kenne ich auch den, der sich mit Ihnen im Spätsommer 2011 in Mille Statuae treffen wollte, aber auch dort arbeiten musste; schließlich frequentieren wir seit Jahren dieselbe Villa, komplett mit Familien.)
    Es kommt mir nicht zu, zum Prinzen etwas zu sagen. Außer dass ich ihn und seine prägnanten Statements nicht minder schätze als seinen knorrigen Humor, auch wenn wir gottlob nicht immer einer Meinung sind. — Herzliche Grüße an Sie und ihn, falls er uns noch ein Auge schenkt.

  5. Anton Volpini

    Ob er uns noch ein Auge schenkt, ist auch schon egal.Ich kanns ihm allerdigns nach empfinden, ist doch das Golgeck auch sehr nah vor meinen Augen.
    Unglaublich, daß Sie von Mille Statue sprechen!
    Sollten Sie den Anderen, den, den ich dort einmal treffen wollte, der, der wieder einmal wegen Familienverpflichtungen keine Zeit gehabt hat, rein zufällig heute abend treffen, dann richten Sie bitte schöne Grüße aus. 🙂

  6. Rennziege

    @Anton Volpini

    Servas! “It takes all kinds to make a world” sagen die Briten, wenn sie meinen: Gottes Tiergarten ist groß. Den Anderen kann ich erst im kommenden August von Ihnen grüßen, mach’ ich aber gern, wenn wir uns dort wieder treffen, das Goldeck südlich vor Augen; wir sind dort geboren, aber schon seit langem Auslandskärntner. Zur alljährlichen Begrüßung singen wir immer noch alle drei Strophen von “Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt …”

    Denn schon das Kärntner Heimatlied ist ein liebenswertes Unikum: Es beginnt mit der Erwähnung zweier anderer Bundesländer.

  7. herbert manninger

    Wann kommt das Gesetz, das das Einhalten von Gesetzen gebietet, in weiterer Folge, weil dann doch wieder notwendig, das Gesetez, das das Gesetz, das das Einhalten von Gesetzen gebietet, gebietet, wann kommt as Gesetz, weil……
    Und wann begreift der viel belächelte Mittelstandsbürger, dass nur ER Gesetze befolgen muss, während sie für die Unter- (inkl. Wirtschaftsflüchtlinge und linke,gewaltbereite “Autonome”)- und Oberschicht(exklusive Angehörige nichtlinker Parteien) nur dann gelten, “wenn’s gerade passt”?

  8. Ehrenmitglied der ÖBB

    Eigenes Gesetz?
    Herr Schellhorn hat recht! No na könnte man beinahe sagen.
    Aber da gibt es ein kleines Bundesland im Imperium Österreichs, das braucht kein Gesetz!
    Schlicht und ergreifend deshalb, weil es nie mit öffentliche Geldern spekuliert hat: Vorarlberg! (das ist sogar der Kronen-Zeitung aufgefallen).
    Sausgruber LH a.D. damals im O-Ton: “so etwas tut man nicht”!
    (was nicht heisst, dass es nicht auch in Vbg. Stimmen gegeben hat, die die Finanzabteilung wegen der ach so “konservativen” Anlagenpoltik gerügt haben – sie haben widerstanden)!
    Conclusio: man braucht kein Gesetz, man muss es einfach nicht tun!

  9. Franz Schellhorn

    @Rennziege
    Also ich werde zusammen mit privaten Investoren einen liberalen Think Tank in Österreich aufbauen. Ohne natürlich zu hoffen, meinen persönlichen Niedergang damit zu beschleunigen oder nach dem Trostpreis zu greifen. Das Ganze wird natürlich NICHT aus Steuergeldern finanziert…
    Am umfangreichsten und genausten wurde hier berichtet: http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/ein-think-tank-fuer-oesterreich-1.17811617
    mit besten Grüßen, Franz Schellhorn

  10. Luke Lametta

    Lieber Herr Schellhorn, ich wünsche Ihnen bestes Gelingen und dass das mit den “für 3 Jahre ausfinanziert” stimmen möge. Geben Sie alles!, ich las die Presse nur mehr wegen Ihnen und den Kollegen Jilch, Ortner und Urschitz.

  11. Rennziege

    @Franz Schellhorn
    Lieber Herr Schellhorn,
    vielen Dank für Ihre erhellende Antwort! Pardon! Vielleicht hab’ ich zu flapsig formuliert. Von einem persönlichen Niedergang war in keiner einzigen Silbe die Rede, nur von dem einer einst liberalen Galionsfigur namens “Die Presse”, auf deren Brücke es nun immer einsamer und angepasster wird.
    Nicht nur alle guten Wünsche begleiten Sie auf Ihrem neuen Weg, sondern auch die Gewissheit, dass Sie der bleiben werden, der Sie waren und sind. Herzliche Grüße!

    @Luke Lametta
    Meine “Presse”-Lesegewohnheiten gleichen (ab jetzt im Präteritum) den Ihren aufs Haar.

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