Demokratie: Auslosen statt wählen?

Es bedarf keiner langen Ausführungen, um festzustellen, dass die Parteiendemokratie in einer tiefen Krise steckt. Das Regime, so wie es heute konstruiert ist, läuft geradewegs auf den Abgrund zu. Das System schien so lange funktionsfähig, wie die Regierungen noch nicht überschuldet waren. Jetzt, da die Grenzen der Staatsverschuldung erreicht sind, kann keine Partei mehr den Himmel auf Erden versprechen, ohne dass der Versuch, die Versprechen zu verwirklichen, in den Staatsbankrott führt. Die Zeit ist reif für einen grundsätzlichen Wandel. Der Schlüssel ist nicht die Abschaffung der Demokratie als solche, sondern die Umwandlung der Demokratie in eine Demarchie. Der entscheidende Schritt auf diesem Weg ist das Zerbrechen des Herrschaftsapparates der politischen Parteien und die Einrichtung eines Systems der Auswahl der Volksvertreter durch Losverfahren. weiter hier

11 comments

  1. Dame Edna

    Eine sehr spannende Herangehensweise an das Thema Organisation des Staates! Ist einen Testlauf im kleineren Bereich schon mal wert.

  2. Thomas Holzer

    So man überzeugt ist, daß das gesamte Leben, von der Wiege bis zur Bahre, politisch durchflutet sein soll, dann bedarf es natürlich z.B. einer Demokratie.
    So man aber überzeugt ist, daß der Bürger mündig ist, er selbst für sich entscheiden kann, man einen robusten Rechtsstaat mit stringenten, verständlichen, dafür aber wenigen Gesetzen hat, braucht es keine Demokratie.

  3. de Voltaire

    Was immer gerne übersehen wird: Wenn das Parlament über Losentscheid besetzt wird, dann sind langfristig alle aktuell bestehenden, aktuell geforderten und zukünftig noch erdachten Quoten erfüllt. Zumindest solange die gewünschte Quote im Parlament der Zusammensetzung der Bevölkerung (oder der definierten Untergruppe) entspricht.
    Das wollen die Quotenfetischisten unter den Berufspolitikern aber trotzdem nicht hören …

  4. namor

    Die Komplikationen sind mannigfaltig und unberechenbar. “Ein Bürger ein Los” bedarf schon weiterer Zusatzbestimmungen. Die demenzkranke Oma, der inhaftierte Sittenstrolch, der gerade auf Weltreise bummelnde Maturant, etc. Vermutlich wird es dann ein überschaubarer Pool aus dem gelost wird. Und wie das Amen im Gebet werden sich Strukturen formen die erfolgreich ihre Player in den Pool bekommen.

    Bleiben wir bei “Ein Bürger ein Los”. Für kurze Zeit bekommt Mäxchen Müller enorme Macht, für die Zeit danach sorgt keine Partei. Sicherlich findet sich ein Zusatzeinkommen, wenn die Generalversammlung richtig stimmt. Oder Lobbyisten, die mit Leichtigkeit eine Mehrheit für ihre Sache zurechtreden, ganz ohne Geld dafür mit Moral und “Bildung”. Klimawandel, Flüchtlingskrise, Bosnienkrieg, RUS-Embargo, … Wenn sich acht Millionen Österreichern und hunderte Millionen Europäer solche Maßnahmen schmackhaft machen lassen, dann eine Generalversammlung noch viel leichter.

    Durch die Demokratie haben wir weder Person noch Dynastie die wir verjagen können. Die Assassinen konnten mit ihren Strategie der Selbstmordattentate den Ordensbrüdern (Partei) nichts anhaben. Was interessierte es die Partei wenn ein Mitglied abgewählt wird.

    Haben wir erst eine Generalversammlung, kann niemand mehr abgewählt werden.

  5. Christian Peter

    Der Autor spricht mir aus der Seele – die heutige Parteiendemokratie ist die entartetste Form der Demokratie, die jemals existierte. Die Erfinder der Demokratie würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, was aus der ehemaligen Volksherrschaft wurde. Man sollte nicht vergessen : Demokratie existiert bereits seit etwa 2.500 Jahren, politische Parteien erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts, also seit etwa 170 Jahren.

  6. Manfred Moschner

    Irgendwann setzt sich die Erkenntnis durch, dass der derzeit herrschende Zustand gar keine Demokratie ist. Philosophen beschreiben seit Jahrtausenden das, was wir derzeit haben: eine Oligarchie. Siehe Aristoteles und Montesquieu – wie auch vom Autor zitiert. Es ist nur der mangelnden Quellenkenntnis und einem alles verschleiernden Bildungssystem zu verdanken, dass die herrschenden Oligarchen samt ihren Günstlingen und Söldnern diese Erkenntnis erfolgreich unterdrücken können.

  7. CE___

    Interessanter Artikel, er geht nur denke ich am springenden Punkt vorbei.

    Egal welche Staatsverfassung vorherrscht, ein jeder Staat ist zum Scheitern verurteilt wenn das Staatsvolk in der überwiegenden Mehrzahl durch den “Esprit des Plünderers und Karawanenräubers” ideologisch verseucht und zersetzt ist.

    Wenn ein jeder Hanswurst im falschen Glauben ist irgendeinen eingebildeten und ihm von Plünderern eingeredeten “moralischen” Anspruch auf die Früchte der geistigen und/oder körperlichen Arbeit seines Nachbarn zu haben, der ihn bitte schön durchzufüttern und das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten hat, einfach weil der Nachbar durch mehr geistige und/oder körperliche Eignung oder einfach mehr Fleiss dies leichter erwirtschaften kann als er selbst.

    Das Drama von dem wir heute stehen ist dass bis vor dem 19. Jahrhundert solche Einstellungen noch als das bezeichnet wurden das es ist: die Einstellung von Plünderern, Räubern, Dieben und Kawaranenräubern.

    Aber seit dem 19. Jahrhundert diese niedrige Einstellung leider einen ideologischen Unterbau in Form des Marxismus bekommen hat dem zu viele Menschen erlegen sind.

    Mit allen weltweit ersichtlichen Langzeitschäden und Langzeitkontaminationen.

  8. bill47

    Wenn ich mich richtig an meinen Geschichtsunterricht erinnere, taten die alten Athener genau dieses. Wesentliche Dinge wurden vom Volk abgestimmt. Inhaber wesentlicher Ämter wurden gewählt. Die Funktion eines “Beamten” – etwa Polizisten, Henker etc. wurde per Losentscheid vergeben.

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