„Die Armutsindustrie“: Wie man Porsche-Fahrern zu Bettlern rechnet

(MICHAEL HÖRL) Mit trickreich konstruierten Armutszahlen gelingt es einem Netzwerk SPÖ-naher Organisationen, NGOs und Medien, „unser System“ als ungerecht zu desavouieren. Das eiskalte Ziel: Geld, Macht – und coole Jobs in NGOs. In Wahrheit hat die Armut einen fremden Pass. Und sie kommt exakt wegen, und nicht trotz des Systems. Ein Investment-Banker mit 10.000 Euro im Monats logiert im Innenstadt-Penthouse (bei 3.000 Euro Miete). Klingt nicht nach großem Elend? Für die Statistik Austria leidet er unter „unzumutbarem Wohnungsaufwand“, was seine soziale Eingliederung erschweren dürfte.

„3% Arme“ als Massenphänomen

3% beträgt die „echte Armut“ in Österreich („erheblich materiell depriviert“), und viele haben einen fremden Pass. 97% der hier Lebenden betrifft das Phänomen also gottlob nicht. Konsumiert man zu viele Medien, meinte man, es wäre umgekehrt.

Denn es ist das abgekartete Spiel des sozialdemokratischen Österreichs – bestehend aus „Statistik Austria“, Sozialministerium, soziologischen Instituten, Schlüsselmedien  und der SPÖ-„nahen“ Armutsindustrie („Armutskonferenz, Caritas und Co.“) – die mit einer Flut dreist manipulierter Elendskennzahlen den Eindruck erwecken, Österreich hätte ein Armutsproblem.

Modell „Wahlerfolg durch Abstiegsangst“

Das soll die Abstiegsangst der Bürger anstacheln („Es kann auch dich treffen!“) und soll sie „starken und gerechten“ Links-Parteien zutreiben. Es war genau dieses Modell, welches Europas sozialistischen Parteien über 20 Jahre hinweg auf Siegeswellen schwimmen ließ.

In Wahrheit hat Europa ein Demokratieproblem. Weil viele Medien prinzipiell nicht recherchieren, wenn Informationen aus linken Quellen stammen – und sie auf diese Weise zugelassen haben, dass der Hass heute so hoch ist wie zuletzt in den 1920ern.

Armutsgefährdet mit 2.400 Netto

„Das System muss weg!“, schimpfte schon Arbeiterkammer-Präsident Tumpel seinerzeit – bloß mit 3% war dies nur schwer erklärbar. So war das linke Europa überglücklich, als am EU-Treffen von Laeken (2001) die bis dahin verschlafene Kennzahl der Armutsgefährdung offiziell zur Standard-Waffe im Kampf gegen den allgemeinen Wählerschwund erklärt wurde.

Sie erklärt normale Bürger „wie du und ich“ (also mit Job, Wohnung, Auto) einfach zu Armuts-„gefährdeten“, wenn sie 40% weniger als der Schnitt verdienen. Also zu Leuten, denen es meist gut geht – die aber irgendwann theoretisch vielleicht in die Armut rutschen könnten.

Die Kennzahl ist so konstruiert, dass sie möglichst viele Menschen trifft: Vierköpfige Familien mit 2.400 Euro netto im Monat (!) genauso wie Studenten in schicker Wohnung (so sie weniger als 1.160 Euro im Monat bekommen).

Offiziell beträgt sie 14% (1,2 Mio.). In Wahrheit kommen 540.000 (45%) von drüber der Grenze, wurden also nicht hier arm. Und dabei hat man hier noch Hundertausende Jobwechsler eingerechnet, die wegen der niedrigeren Arbeitslosenhilfe kurzfristig etwas weniger verdient haben. Langfristig, also über ein Jahr, sind ohnedies nur mehr 6% betroffen (94% also nicht).

Zuwanderung vergrößert „soziale Kluft“

Die Reichen werden immer reicher? Unsinn. Ober- und Mittelschicht sind zahlenmäßig gleichgeblieben. Es sind nur Hunderttausende Arme in die Unterschicht eingewandert (und haben sie damit vergrößert), was den Gini-Koeffizient leicht steigen ließ. Tatsächlich baut unser Sozialsystem die fremde Armut schneller ab, als Tal Silbersteins sie verwerten konnte.

Mit der Ostöffnung explodieren die Mieten. Das trifft die (mietende) Unterschicht negativ, die (vermietende) Oberschicht positiv. Daran haben aber nicht Spekulanten Schuld – sondern die sozialdemokratische Politik offener Grenzen, die eben Verlierer wie Gewinner kennt.

Klassenkampf 2.0

Verteilungskämpfe im Stile eines Tumpels sind Schnee von gestern: Längst geht es nicht mehr zwischen Arm und Reich – sondern zwischen (hektischer) Produktiv- und (gemütlicher) Sozialwirtschaft. Es ist nur das Verhältnis völlig aus dem Ruder gelaufen…

Am wichtigsten aber: Das Schüren sozialer Wut aus wahltaktischen Motiven muss aufhören, es destabilisiert unsere Gesellschaft und schwächt sie wie einst die Weimarer Republik. Und lässt am Ende niemanden als Gewinner übrig.

 

(Michael Hörl Der Salzburger Wirtschaftspublizist beschäftigt sich mit Vorurteilen gegenüber Marktwirtschaft und Welthandel. Sein neuestes Werk, „Die Armutsindustrie“ erschien im Dezember 2017, seit heute ist die zweite, erweiterte Auflage erhältlich.)

Verlag „Frank&Frei, 112 Seiten, €14,90

 

 

11 comments

  1. Christian Weiss

    Das schöne an Methoden wie „Wer 60% des Durchschnitts verdient, ist arm“ ist, dass man immer Arme hat. Wenn der Durchschnitt in der 10-Zimmer-Villa mit Pool lebt und Rolls-Royce fährt, dann sind die mit dem 6-Zimmer-Einfamilienhaus und Mercedes S-Klasse armengenössig.
    Im Gegenzug mach der Wegzug von Superreichen die Armen reicher. Höhere Besteuerung von Spitzenverdienern und grossen Vermögen, welche dazu führt, dass diese abwandern und der Volkswirtschaft als Motor flöten gehen, führt dazu, dass die Armut abnimmt. Da lässt sich die höhere Besteuerung auch noch als „Erfolg“ in der Statistik ausweisen.
    Clever.

  2. Der Realist

    Es ist halt alles relativ, mit einem normalen Gehalt als Abgeordneter zum Nationalrat, drohte Herr Kern auch in die Armut abzugleiten, war er doch im Vergleich zu seinem Einkommen als oberster Eisenbahner schon als Bundeskanzler armutsgefährdet.
    Und zu den NGOs, diese werden überwiegend von den „Armen“, den Beziehern niedriger Einkommen finanziert, erstens über „Spenden“ aus ihrer Steuerlast, und zweitens sind gerade diese die erste Adresse wenn es ums Spenden geht. Bei diesen Organisationen gibt es eine Unzahl von coolen Jobs, an die der Durchschnittsbürger nicht herankommt, und mit den Gehältern laufen die Mitarbeiter nicht Gefahr zu verarmen. Vielleicht werden auch einmal die Gehälter der Geschäftsführer von sogenannten „Integrationshäusern“ öffentlich gemacht, diese Einrichtungen werden ja auch ausnahmslos mit Steuergeld und Spenden finanziert.
    Auch die vielzitierten Alleinerzieherinnen werden pauschal zu den Armen gerechnet. Gewiss, viele müssen bestimmt jeden Cent zweimal umdrehen bevor er ausgegeben wird, aber es gibt auch genug, die ein ordentliches Einkommen haben und auch der Kindsvater seiner Alimentationspflicht regelmäßig nachkommt.

  3. Thomas Holzer

    So etwas nennt man ja mittlerweile „fake news“ und/oder „alternative facts“; aber natürlich nur dann, wenn sie von den nationalen Sozialisten verbreitet werden. Die internationalen Sozialisten haben ja die immerwährende, endgültige Wahrheit gepachtet

  4. Gerald Steinbach

    Die Sozialisten sind im Niedergang begriffen und schlagen wild um sich

    Me too ist einfach einhergehend mit der muslimischen Zuwanderung und deren Auswüchse mit Vergewaltigungen, Grapschen,

    Der aufkeimende, derzeit in aller Munde – so wie me too, Antisemitismus, bevorzugt in D, S, A, F,….ist ebenfalls eine Erscheinung die seit der großen Völkerwanderung stark auftritt

    Beide „Phänomene“ werden den „weißen Mann“ in die Schuhe geschoben, der dumm aus der Wäsche schaut
    Der Verweis das die muslimischen Zuwanderer Antisemiten sind und Frauen vergewaltigen, ist ja jetzt obsolet, die autochthonen sind ja viel schlimmer…..

  5. Falke

    Es wäre doch empfehlenswert, wenn der Blogbetreiber darauf achten würde, dass zumindest der dicke, fette Haupttitel in halbwegs korrektem Deutsch abgefasst wird.

  6. Reini

    In Österreich hat jeder die Chance aus seiner „Armut“ herauszukommen, sich weiterzubilden oder zu arbeiten! Vom Sudern und Fernsehen hat sich noch keiner einen Wohlstand geschaffen. Mit der Werbung für die Hängematte wird’s auch nicht besser werden. Vielleicht wollen auch viele „Arme“ gar nicht „Reich“ sein? Es scheint die NGOs haben die größte Angst, sie leben von der Armut!

  7. Der Realist

    @Reini
    Im Grunde kann man Ihren Kommentar nur unterschreiben, aber es wird immer Leute geben, die es trotz großer Anstrengungen und Bemühungen einfach nicht schaffen. Und gebe es keine Armen, würde es ja auch keine Reichen geben.

  8. bill47

    Kleine Zeitung vom 29. Dezember 2017:
    „52.495 Menschen, die als Asylwerber nach Österreich gekommen sind: sie zahlen bis 2020 4,6 Mrd. Euro ein, erhalten aber 12,7 Mrd. Euro aus dem Staatshaushalt.“ Die „Asylbewerber“ kosten also im Zeitraum von 2013 bis 2020 den Steuerzahlern also über 8 Milliarden Euro, also mehr als eine Milliarde im Jahr. Andere Quellen sprechen von noch höheren Zahlen. Der Standard vom 7. Juni 2017( https://derstandard.at/2000058865225/Fluechtlingskosten-steigen-auf-2-7-Milliarden-Euro-im-naechsten-Jahr )schätzt diese Zuwandwrer Ausgaben für das heurige Jahr auf 2.7 Milliarden Euro. Östereich hat 8 Mio Einwohner, 3% davon sind 24000. Stoppt man die staatliche Unterstützung der Migranten und verteilt diese 2.7 Milliarden unter den 3% Armen, so könnte man jedem davon fast 10.000 Euro im Jahr zukommen lassen. Das ist im Vergliehc zu dem was NGOs zahlen natürlich wenig, dort gehts um andere Summen.
    Laut gehalt.de (https://www.gehalt.de/news/nur-noch-kurz-die-welt-retten-arbeiten-und-geld-verdienen-bei-ngo-s) verdienen im Vergleich dazu „Teamleiter“ bei Greenpeace zwischen 5.798,07 und 6.444,96 im Monat.

  9. Johannes

    Nach heutiger Auffassung von Armut waren wir alle in den 70igern und 80igern bettelarme Wesen, komisch das wir so glücklich waren.

  10. Kluftinger

    @ Realist/Reini
    Die die es trotz aller Mühe nicht schaffen, und derer gibt es leider sehr viele, denen sollte geholfen werden.
    Leider haben wir auch sehr viele Zeitgenossen die es nicht schaffen wollen.
    Ein Beispiel : nehmen sie all die Menschen in unserem Staat, die über den zweiten Bildungsweg mehr Qualifikation erwerben wollen. Die wollen!
    Und dann jene, die erklären, warum man ihnen solche Mühe nicht zumuten kann und der Staat versagt um ihnen zu helfen.
    Sie kenn diese Leute? Ich auch, leider zu viele.

  11. Michael Haberler

    Unter der fachkundigen Anleitung durch Herrn Pesendorfer ist die Statistik Austria zu einem monochrom roten Spin-Lieferanten verkommen.

    Die entblöden sich nicht, auf ihrer Website den Quatsch von Gender Pay Gap zu pushen. Das ist hier nur die letzte Eiterbeule.

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