Die freie Privatstadt als alternative Ordnung

Stellen Sie sich ein System vor, in dem Ihnen ein privates Unternehmen als „Staatsdienstleister“ Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum bietet. Diese Leistung umfasst innere und äußere Sicherheit, einen Rechts- und Ordnungsrahmen sowie eine unabhängige Streitschlichtung. Sie zahlen einen vertraglich fixierten Betrag für diese Leistungen pro Jahr. Der Staatsdienstleister als Betreiber des Gemeinwesens kann diesen „Bürgervertrag“ mit Ihnen später nicht einseitig ändern. Sie als „Vertragsbürger“ haben einen Rechtsanspruch darauf, dass er eingehalten wird und einen Schadensersatzanspruch bei Schlechterfüllung. Um alles andere kümmern Sie sich selbst, können aber auch machen, was Sie wollen, begrenzt nur durch die Rechte der anderen und die sonstigen überschaubaren Regeln des Zusammenlebens. weiter hier.

2 comments

  1. Christian Peter

    So liberal/libertär ich auch bin, aber diese ständig zirkulierende Idee der „freien Privatstadt“ ist völliger Schwachsinn und zeigt die Grenzen eines rein auf Privatautonomie basierenden Gemeinwesens auf.

    Entscheidend ist nämlich die Verteidigung nach außen. Diese muss von den Bürgern selbst organisiert und wahrgenommen werden. Davon kann man sich nicht freikaufen. Ohne eine Schutzmacht ist die „freie Privatstadt“ schnell Geschichte.

    Der reale Anlassfall für diese Fantasie ist schnell gefunden: Hong Kong. Doch würde diese sehr liberale Stadt ohne die Atommächte Großbritannien (bis 1997) und China (ab 1997) nicht existieren.

    Und noch ein Kritikpunkt, bei aller Liebe zu Hong Kong: Sehr lebenswert ist es dort für die Unterschicht nicht, in ihren Käfigwohnungen. Pensionisten sammeln Kartons auf der Straße auf, der Mindestlohn beträgt 4 EUR/Stunde bei enormen Lebenserhaltungskosten. Liberalismus muss aufpassen, dass er nicht in Menschenfeindlichkeit und brutalen Sozialdarwinismus umschlägt.

  2. Christian Peter

    @Christian Peter

    Ein Privatstaat oder Privatstadt kann niemals funktionieren, da die Bürger ohne staatlichen Zwang für unabdingbare Leistungen wie z.B. äußere Sicherheit u.a. nichts bezahlen würden. Ein derartiges Gemeinwesen wäre von Vornhinein zum Scheitern verurteilt.

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