Die Gedanken sind nicht mehr frei

“…..Längst haben die neuen Jakobiner die Grenzen dessen definiert, was als Meinung zulässig ist. Damit koppeln sie die Moral vom gesunden Menschenverstand ab. Der politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung als falsch zu erweisen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Ihr Diskurs setzt sich zusammen aus Sprachhygiene und einem blasierten, selbstgerechten Moralismus, aus Heuchelei, Sozialkitsch und einer politisch gefährlichen Perversion der Toleranz. Der Ton wird übrigens immer schärfer. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht nur, man hasst sie geradezu. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht….” (NZZ, sehr lesenswert, hier)

8 comments

  1. Der Tschakkomo

    Konservative/Rechte halten Linke für naiv oder weltfremd.
    Linke halten Konservative/Rechte für böse.

    Das erklärt ganz simpel, warum sich das Meinungsklima in einem Land so verschärft, sobald die Linken nicht an der Macht sind.

  2. sokrates9

    Es ist immer das Problem des intellektuell schwachen untergriffig und emotional zu werden wenn ihm die Argumente ausgehen! Was macht ein Kind wenn es bemerkt “falsch” zu liegen: Es wird aggressiv und schlägt zu, oder es beginnt mitleidheischend zu weinen…

  3. Josi

    Dieses Theater von wegen “wer aufmüpfig ist, der wird gehasst und beschimpft und ins Nazi-Eck gestellt”, geht mir langsam auf den Geist. Denn – wirklich, fürchtet man sich so sehr vor irgendwelchen linkslinken Moralisten, dass man sich nicht getraut, zu sagen, was man denkt? Warum? Aus lauter “Respekt” vor diesen Linken und ihren Meinungen? Ob mich irgendwelche Moralapostel, die keine Ahnung von Tuten und Blasen haben, hassen oder nicht, ist mir Blunz’n, so to speak.

  4. sokrates9

    Josi@ NS – Wiederbetätigung – Für Hitlergruß gibt es 10 Monate unbedingt! Ich kann mir nicht vorstellen dass heute noch wer dieser Naziideologie frönt! Wenn diese paar Hansl eine Demokratie nicht aushält ist das ganz traurig! Wie viele Prozent der USA sind rechtsextrem?

  5. Falke

    @Josi
    Wenn man eine andere Meinung äußert als vom Mainstream verlangt, kann das durchaus fatale Konsequenzen haben, etwa dass mein seinen Job verliert. Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass Arbeitnehmer gekündigt wurden, weil sie “rassistische” oder “rechtsextreme” Ansichten auf facebook veröffentlicht haben. Der bekannteste Fall ist wohl Thilo Sarrazin, der wegen seines Buches “Deutschland schafft sich ab” von der Deutschen Bundesbank entlassen wurde. Dass Sarrazin sich zu wehren gewusst hat, was die Bank letztlich Millionen gekostet hat, ist natürlich positiv, doch ein kleiner Angestellter hat bei weitem nicht diese Möglichkeiten.

  6. wbeier

    @Tschakkomo
    >Das erklärt ganz simpel, warum sich das Meinungsklima in einem Land so verschärft, sobald die Linken nicht an der Macht sind<
    Das impliziert doch, wenn Linke an der Macht sind, wird das Meinungsklima auf Augenhöhe, quasi im verständnisvollen Kamingespräch kreiert. Machen sie sich doch nicht lächerlich!

  7. Mourawetz

    @Tschakkomo

    Ein wahres Wort gelassen ausgesprochen. Wenn’s nicht nach der Nase der Linken geht, ist Feuer am Dach. Ziegelsteine werden geworfen, Autos in Brand gesteckt…

  8. Marcel Elsener

    @Josi: Nicht wer aufmüpfig ist, wird gehasst, beschimpft und ins Nazi-Eck gestellt, sondern wen man in irgendeiner Form für ‘rechts’ hält. Linke Aufmüpfigkeit ist hingegen wohlgelitten. Wenn man etwa einem AfD-Politiker eine Torte ins Gesicht schmeisst, dann wird man medial ganz bestimmt nicht dafür beschimpft.

    Beschimpfungen von Leuten, die man in irgendeiner Form für ‘rechts’ hält, sind tatsächlich an der Tagesordnung. Man braucht bloss die Zeitungen zu lesen oder den Fernseher einzuschalten. ‘Nazi’ ist nicht mehr ganz so populär als Beschimpfung, obwohl auch das noch gelegentlich vorkommt. ‘Rechtspopulist’, ‘Rechtsextremer’, ‘Rechtsradikaler’, ‘Faschist’, ‘Homophober’, ‘Islamophober’, ‘Frauenhasser’ und anderes sind die heutzutage verwendeten Begriffe – selbstverständlich immer negativ konnotiert. Ein sachliche Auseinandersetzung findet kaum mehr statt, die diffamierende Etikettierung des Andersdenkenden reicht vollkommen aus als Argumentation.

    Wo man zumindest den Anschein einer Argumentation erweckt, entstehen kunstvolle, riesige Gedankentürme, mittels denen man imaginiert, was irgendein sogenannter Rechtspopulist mit seiner Aussage gemeint haben könnte. Ein sehr schönes Beispiel ist die Gemeinsame Erklärung 2018 und die darüber ins Kraut schiessende Phantasie in den Massenmedien, was die Unterzeichner der Erklärung gemeint haben.

    Selbstverständlich ist das Ziel solcher Kampagnen eine Diskreditierung und nicht eine sachliche Auseinandersetzung. Oftmals funktioniert das, wie z.B. eingeschüchterte Hoteliers zeigen, die der AfD keine Konferenzräume mehr vermieten wollen oder Universitäten, die bestimmte Referenten nach Studentenprotesten wieder ausladen oder bei Onlinemedien wie ‘Achse des Guten’ oder ‘Tichys Einblick’, welche erhebliche Einbussen bei den Werbeeinnahmen hatten, nachdem ein leitender Mitarbeiter vom Werbeunternehmen Scholz & Friends die Werbepartner zu einem Boykott ebendieser ‘rechten’ Medien aufgerufen hat. Auch die jedes vernünftige Mass überschreitenden Hetzkampagnen gegen Donald Trump sind ein exzellentes Beispiel. Aber es funktioniert nicht immer; und ich habe den Eindruck, es funktioniert je länger je weniger gut.

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