Die ‚Tiger-Schule‘ Großbritanniens

Es läutet in der ‚Michaela Community School‘ im Nordwesten von London. Die Schüler packen ihre Taschen und gehen hinaus auf den Gang. Sie müssen die Klassen wechseln und gehen langsam, schweigend hintereinander an der Wand entlang in eine Richtung. Die anderen kommen ihnen entgegen, ebenfalls an der Wand in einer Reihe hintereinander. Sie lächeln einander zu, scherzen leise über die kommende Stunde oder verabreden sich für den gemeinsamen Heimweg nach der Schule. Niemand stößt, keiner rempelt, niemand schreit oder macht blöde Witze über einen anderen Schüler oder eine Schülerin. Trotz der Hunderten Schüler, die durch die Gänge gehen, ist es völlig ruhig. weiter hier

9 comments

  1. Mourawetz

    “Unsere Lehrer stehen vor den Schülern und diese haben zuzuhören und aufzupassen. Unsere Lehrer sind Autoritäten, nicht weil sie mächtiger sind als die Schüler, sondern weil sie mehr wissen und mehr können.” Katharine Birbalsingh

    Ziemlich neuartiger Ansatz, davon in den letzten Jahrzehten nichts gehört. Man sollte das ausprobieren. Warum nicht? Nur nichts unversucht lassen. Nach jahrzehntelangem, kläglichen Versagen der Schulmodelle können wir es uns nicht leisten, eine ziemlich erfolgreich scheinende Methode zu ignorieren, auf einen Anlauf mehr oder weniger kommt es auch nicht an, aber echt jetzt, bei dem Budget, nach den unzähligen fehlgeschlagenen Schulversuchen. Vielleicht klappt es ja auch in Österreich.

    Stell dir vor, es ist Schule und alle gehen hin.Pünktlich noch dazu. Und lernen was dabei.

  2. Calderwood

    Das Traurige an diesem Bericht ist, daß er eine seltene Ausnahme beschreibt und nicht eine Selbstverständlichkeit, die überall gilt und von der Abweichungen nur in Gruselfilmen vorkommen.

  3. TomM0880

    Ich hätte mich sehr wohl gefühlt in dieser Schule.

    Mir waren die strengsten Lehrer immer am liebsten, da sie Verfehlungen mit Nachdruck ahnden, Leistung aber entsprechend würdigen.

    Ich hatte nie Probleme mit den “Paukern”.

  4. astuga

    Schön, dass diese Schule funktioniert.
    Wahrscheinlich aber auch weil bereits im Vorfeld alle die sich diese Schule nicht leisten können oder wollen, und jene die das Curriculum überfordert erst gar nicht aufnimmt.
    Und sollten die Bilder aussagekräftig sein, dann sind die Briten so oder so am A***.
    Da sie sich selbst aus ihrer Heimat herauszüchten.
    http://mcsbrent.co.uk/vision/

    Die Schüler in britischen Koranschulen sind übrigens im Regelfall auch alle still und brav, und respektieren die Lehrer.

  5. Lisa

    @astuga: Ihr letzter Satz gibt zu denken…
    Andererseits ist diese Art autoritativer Sozialisierung auch im aussermuslimischen Bereich den Kindern eine Hilfe – und hat im übrigen in England lange Tradition (nur schon die Schuluniform!) und alle Länder, die viel von Stil, Bildung, sozialem Aufstieg und Britishness halten, kopieren das. Kinder und Jugendliche brauchen Regeln (auch wenn sie den Teenies erst mal nur ein Anlass sind, sie zu brechen!) Eine Schule, die jeden aufnehmen muss, kann sich solche Regeln und eigenmächtige Bedingungen allerdings nicht erlauben: das ist der Nachteil der “Volks”schule mit ihren abstrakten unpersönlichen und oft politisch indoktrinierten Vorgaben. Die im Wolkenkuckucksheim der Ideale ausgebildeten Lehrpersonen bringen keine Veränderung, da Andersdenkende gleichzu Beginn aussortiert werden…

  6. astuga

    @Lisa
    Gegen all das ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
    Ich störe mich eher daran, dass diese Schule eine Art multikulturelle Rosinenpickerei betreibt, in einem gesellschaftspolitischen Umfeld das insgesamt aber durch die selbe Politik ins schulische Chaos gestürzt wird.
    Und man uns das dann dennoch als vorbildhaft präsentiert.

    Die Vienna international School in Wien hat auch einen guten Ruf.
    Wichtiger wäre aber, dass das gesamte Schulsystem funktioniert.
    Von der lobenswerten Ausnahme hat niemand etwas.

  7. Johannes

    Antiautoritäre Erziehung schadet vor allem den Kindern und rächt sich später an den Eltern oder Erziehern.
    Kinder die ohne Autorität erzogen werden sind meist unglücklich, nach meiner Beobachtung, sie neigen dazu die Erwachsenen immer mehr zu provozieren um endlich lernen zu können wie das Leben wirklich ist.
    Mir tun Kinder die wie kleine Erwachsene behandelt werden sehr leid, wer Kinder so behandelt stiehlt ihnen die Kindheit.
    Erziehen bedeutet nicht einengen, sondern Hilfe geben im Finden seines eigenen Weges.
    Kritische Geister sind immer wichtig, aber nicht um der Kritik willen, nicht um der Gewalt willen, sondern im freien Wettbewerb der besseren Ideen die sich nicht dem anderen aufzwingen.

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