Eine sehr berechtigte Frage

Sehr geehrter Herr Dr. Moser! Sehr geehrter Herr Rechnungshofpräsident!

Sie treffen in dem im Betreff genannten RH-Bericht (über die geplante Sanierung des Wiener Parlamentsgebäudes)

http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/2012/berichte/teilberichte/bund/Bund_2012_11/Bund_2012_11_1.pdf

folgende Feststellungen:

1. Die auf S. 56 angegebenen Sanierungskosten OHNE Effizienzsteigernde Maßnahmen und OHNE den 38,5 Mio € laufende Sanierung der 6 davor liegenden Jahre ( S. 54) betragen mit Kostenüberschreitungsrahmen netto 311,79 Mio €.

Die Gesamtnutzfläche des Parlaments (ohne angemietete Nebengebäude) beträgt 15.789 m² (S. 21).

Einer einfachen Division zufolge, errechnen sich somit „schlanke“ 19.747,- €/m² zu sanierender Nutzfläche, auf Kostenbasis 2010 !
In ATS: 271.700,- /m². Das ist, entschuldigen Sie bitte, ein WAHNSINN!

Als seit 25 Jahren im Immobilienbereich Selbständigem drängen sich daher folgende Fragen förmlich auf:

1.Hat keiner Ihrer RH-Prüfer diese Milchmädchenrechnung angestellt?

2.Wurden diese Kosten in keiner Weise hinterfragt und/oder mit anderen Bauvorhaben der BIG verglichen?

3. Ist es vielleicht Absicht, diese 19.747,- €/m² NICHT explizit im Bericht anzugeben?

Ein Luxusbauvorhaben kann leicht mit 5.000,- €/m² NEU errichtet werden. Selbst unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes können und dürfen Sanierungskosten keine 400% eines Luxusneubaus ausmachen!

4. Was bitte, ist hier abgelaufen?

Sollen unsere intelligenten Gesetzgeber im NR hier gar von den bösen Firmen über den Tisch gezogen werden? – Oder gibt es andere Interessen bzw. vielleicht auch vor der Öffentlichkeit tunlichst zu versteckende Baumaßnahmen, wie unterirdische Fluchtwege per U-Bahn oder Dergleichen?

5. Von den exorbitanten Hin- und Zurücksiedlungskosten inklusive „Vertiefender Risikopotentialanalyse“ für 183 Abgeordnete samt deren „Hofstaat“ ganz zu schweigen.

Ihrer Stellungnahme mit großem Interesse entgegen sehend, verbleibe ich,

mit vorzüglicher Hochachtung,

Peter Matzenberger
ACADEMIA Immobilientreuhand GmbH
Witthauergasse 38
A-1180 Wien

4 comments

  1. Rennziege

    Sofern der gescheite Herr Matzenberger überhaupt einer Antwort für würdig befunden wird: Vermutlich wird sich der Rechnungshof auf den Denkmalschutz sowie auf die geistige Hinfälligkeit und Orientierungslosigkeit der p.t. NR-Abgeordneten ausreden. Häusltüren mit zusätzlichen Braille-Punkterln müssen halt von teuren Staatskünstlern gestanzt werden.

  2. geh ma

    vielleicht ist ja noch ein ausbau mit dachwohnungen für unsere edelVIPs inkludiert…

  3. aneagle

    erst der Ausgang die nächsten Wahlen wird bestimmen, wer für die Parlamentssanierung mit der Vermutung der Korruption und/oder Spekulation vor Gericht gezerrt und verurteilt werden wird, welche Partei bei den Sanierungsmaßnahmen mitsaniert wurde und wer eine weisse Weste vorzeigen oder trotz massiver Involvierung nicht mal verdächtigt werden darf. Solange der Wahlausgang und damit die zu verfolgenden Täter ungewiss sind, kann niemand dingfest gemacht werden. Es gilt bis dahin die Unschuldsvermutung ! Rumänien und Bulgarien ja ganz Osteuropa zieht neidvoll anerkennend den Hut vor den österreichischen Politgentlemen, von denen man durchaus lernen kann, sich mit nicht weniger als allem zufriedenzugeben. RESPEKT ! 🙂

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