Es ist die grosse Frage: Ein europäisches Volk, was wäre das?

“Massenimmigration, Terrorismus, Ungleichheit: Der europäische Kontinent steht unter ungeheurem äusserem und innerem Druck, die Union steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Überleben kann sie nur, wenn sie zu einem geopolitischen Grossraum wird. Inspiration bieten ein paar Philosophen, unter ihnen, ja, auch Carl Schmitt.” (Ein längerer und schon jetzt umstrittener, aber interessanter Text in der NZZ)

11 comments

  1. CE___

    Warum muss es ein “europäisches Volk” geben?

    Frägt jemand nach einem “afrikanischen Volk”?

    Einem “asiatischen Volk”?

    Einem “südamerikanischen Volk”?

    Auf der einen Seite behelligen mich solche “Philosophen” mit der Vielfältigkeit der Welt hinsichtlich Völker und Kulturen, auf der anderen Seite schwärmen sie vom “neuen” “europäischen Menschen”?

    Vielleicht sollten diese Philosophien die Afrikaner, Asiaten und Südamerikaner zuerst mit diesen Gedankengespinsten beglücken.

    Stichwort “geopolitischer Grossraum”:

    Wer sagt dass nur ein sozialistisch/kommunistischer Einheitsblock a la EU mit ungewählten Bonzen, Politkommissaren und Nomenklatura samt Einheizwährung, ein “geopolitischer Grossraum” sein kann?

    Das spricht komplett gegen die Erfahrungen der europäischen Geschichte, wo die einzelnen Nationalstaaten für sich, unabhängig, und sogar sehr oft gegeneinander operierend, einen geopolitischen Grossraum geschaffen haben. Aber in entscheidenden Momenten dann immer auch “zusammen eine Schlacht schlagen konnten” oder zumindest ein Arrangement gefunden haben (zumindest bis 1914). Wobei was heisst nur “Grossraum”, eine weltweite Vormachtstellung wurde geschaffen!

    Und das auch gegenüber auf dem Papier geographisch noch viel grössere, per se wirtschaftsmächtigere, und bevölkerungsmässig um einige Welten dichtere, Kulturen und Völker.

    Bis man sich dann, idiotischerweise, in Übermut, zwischen 1914 und 1945 gegenseitig existentiell an die Gurgel ging, und zusammen alles verlor.

  2. Thomas Holzer

    Sozialismus pur, wieder einmal.
    Aus dem Artikel: “….als es für Hunderttausende Menschen auf der Flucht vor grausamen Zuständen um Leben und Tod geht”
    Wieder einmal falsch: Keiner dieser Hunderttausenden flüchtete “vor grausamen Zuständen um Leben und Tod”
    Nur weil man etwas Falsches immer wieder wiederholt, wird es nicht richtiger! Das sollte sogar dieser “bedeutende Philosoph” wissen

  3. sokrates9

    Die Stärke Europas bestand aus der Individualität der einzelnen nationalen Gebilde, den verschiedenen Sprachen, den verschiedenen Rechtssystemen und Philosophien, die auf entsprechende Religionen, Ausbildungen, kulturellen und klimatischen Unterschieden zurückgreifen! Es hat schon einen Sinn dass Jahrhunderte lang alle wesentlichen Erfindungen in Europa gemacht wurden, aber auch die – “Ismen” alle in Europa entstanden. Daraus einen kommunistischen Einheitsbrei wie es die EU vor hat zu bilden,meistens basierend auf den dem kleinsten gemeinsamen Nenner, kann nie erfolgreich funktionieren!

  4. wbeier

    Der gute Mann glaubt wohl nicht selbst daran, dass noch irgendwelche Stellhebel willentlich in irgendwelche Richtungen gelegt werden können. Die europäische Entwicklung ist längst zum wenig beeinflussbaren Selbstläufer geworden: Das ist eine Versuchsanordnung mit unterschiedlichsten Reagenzien sowie ungewissen Ergebniss und wir sind die Laborratten.

  5. Thomas Holzer

    Hinzu kommt, daß ich die Wahrscheinlichkeit, daß sich die Mehrzahl der Neubürger als Europäer sehen wird, und vor allem dementsprechend verhält, als mehr als nur gering einschätze; die werden auch in einem “Vereinten Europa” segregiert als Afghanen, Ethiopier, Türken, Syrer und was sonst noch so alles sich in Europa befindet, leben

  6. Johannes

    Ich weiß nicht wie oft ich es schon gehört habe, so wie im ersten Absatz, Europa ist gescheitert alles scheint zu spät, vorbei die letzte Chance, aus is mit Europa.
    Und doch geht es immer weiter, zwar nicht so wie manche es sich wünschen, aber Europa ist nun mal kein Wunschkonzert.

    Die zweite Aussage im Artikel die mir aufgefallen ist, “Europa muss mit einer Stimme sprechen“ nein muss es nicht, denn würde es dies tun wäre es eine Diktatur. In der Türkei spricht nur eine Stimme, sowas wollen wir nicht. Ja, in China spricht auch nur eine Stimme, wollen wir wie China sein? In Russland spricht eine Stimme, wollen wir wie Russland sein? Auch in Amerika spricht eine Stimme, die von Bush junior hat uns den Golfkrieg 2 beschert wollen wir uns in Europa einer Stimme ausliefern die dann alle mit hinein zieht?
    Ich will das nicht.
    Europa soll langsam wachsen wie eine Eiche, es soll sich viel Zeit lassen dabei lassen, von Generation zu Generation sollen die jungen Leute sich näher kommen, Sprachen lernen und Gemeinsamkeiten finden.

    Die Wirtschaft soll sich nach und nach vernetzen, und Subsidiarität das oberste Gebot bleiben.
    Subsidiarität sorgt für Wettbewerb, für Eigenverantwortung und erst durch sie wird man sich auf Europa einlassen. Denn derzeit haben viele Staaten das Gefühl sie sollen entmachtet und diszipliniert werden von einigen Beamten in Brüssel.
    Noch nie war das Misstrauen gegenüber Brüssel größer als jetzt, das ist Realität, da führt kein Weg vorbei.
    Brüssel wollte und will alles übers Knie brechen, das Versagen der EU in der schweren Krise 2015 war ein wesentlicher Pull-Faktor für die Wanderbewegungen und hat nach meiner Meinung das Vertrauen auf die EU bis in Grundfesten erschüttert.

    Das größte Problem der jetzigen EU sind ihre Kommissare, es tut mir leid aber wenn Mogherini diese eine Stimme sein soll die nach außen spricht, dann ist es meiner Meinung nach besser wenn wir diese “eine“ Stimme nicht haben.

  7. Wanderer

    Natürlich könnte ein Großraum Europa wirksamer gegen Masseneinwanderung und Terrorismus kämpfen als die Nationalstaaten. Mir leuchtet aber nicht ein, wozu da unbedingt ein europäisches Volk und eine Transferunion notwendig sind.

  8. Johannes

    Europa ist verloren, hat die letzte Chance verpasst, jetzt sind wir endgültig bedeutungslos, ein Haufen Staaten ohne Macht und Ansehen. China lacht über uns, Putin fährt Ringelspiel mit uns und Trump will auch nicht auf und hören.
    Aber wenn wir mit einer Stimme sprechen, dann, ja dann werden die alle erzittern und gehorsamst tun was Brüssel diktiert.

    Ich sage Europa hat nur dann eine Chance wenn wir die Subsidiarität ausbauen, uns beim wachsen Zeit lassen, denn Respekt und die Würde der Nationen nicht schlecht reden und in Generationen denken.
    Was da im Moment abgeht ist Hysterie, dilettantischer Geltungsdrang und sehr wenig staatsmännische und von mir aus auch staatsfrauische Qualitäten.
    Ich will nicht das Frau Mogherini die Stimme Europas nach außen ist, da kommt nichts gscheites heraus, nach meiner Meinung.

  9. Christian Peter

    Unglaubliche Vorgänge in Italien : EU Putscht Regierung, sozialdemokratischer Präsident verhindert eurokritische Regierung und beauftragt stattdessen IWF – Mann und Finanzlobbyisten mit der Regierungsbildung.

    https.//deutsch.rt.com/meinung/70559-italiens-juengste-krise-ist-eu-putsch/

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