„EU tödlich bedroht“

Ich glaube, dass die EU tödlich bedroht ist…Wenn sich Menschen von einem Projekt, von einer Idee abwenden, dann geht das irgendwann seinem Ende entgegen” (EP-Präsodent Martin Schulz im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger)

19 comments

  1. FDominicus

    Nun dann hoffe ich, daß sich die Menschen abwenden. Aber ich denke unseren guten „Politikern“ wird schon etwas einfallen um „Ihre“ EU noch ein Weilchen zu erhalten….

  2. Thomas Holzer

    Ich unterstelle Herrn Schulz, daß er zuallererst sich persönlich bedroht sieht, vor allem sein finanzielles Auskommen 😉 hätte er doch bei einer Abschaffung des EU-Parlaments mit massiven Einbußen zu rechnen

  3. rubens

    @Thomas Holzer
    Das hat bis jetzt die EU am Leben erhalten, die persönlichen Vorteile. Einen anderen Grund kann ich leider nicht erkennen, na ja, vielleicht auch noch die Naivität seiner Bürger.

    Die sagen immer die Kommission braucht eh nur sehr wenige Mittel, doch wenn man bedenkt, welchen Rattenschwanz an Kostenträgern diese Bürokratie in den Staaten nach sich zieht, sind die Mittel dann doch beachtlich. Wir sollten die Auswirkungen dieses Faktums auf die Staatsverschuldung bedenken.

  4. Ehrenmitglied der ÖBB

    Ich weiss nicht ob Schulz ein Ossi oder Wessi ist, aber hat die Entwicklung in der DDR sicher beobachtet und zieht seine Lehren.
    ( Da er gelernter Buchhändler ist, hat er ja genügend Lesestoff über solche Phänomene?)

  5. pepito

    Wenn ein „Projekt“ oder eine „Idee“ nicht gut ist werden sich die „Menschen“ eben abwenden und es geht „seinem Ende entgegen“.
    Dies wird allerdings noch eine Weile dauern, denn die elektronischen Rechner haben viele Nullen . . . . . .

  6. KClemens

    Ehrenmitglied der ÖBB :
    Ich weiss nicht ob Schulz ein Ossi oder Wessi ist, aber hat die Entwicklung in der DDR sicher beobachtet und zieht seine Lehren.
    ( Da er gelernter Buchhändler ist, hat er ja genügend Lesestoff über solche Phänomene?)

    Er ist ein waschechter Wessi. In seinem früheren Leben war er Buchhändler in Aachen, Bürgermeister in Würselen (einer Kleinstadt bei Aachen) und natürlich war er auch immer Sozialdemokrat.

  7. Der Unternehmer

    Europa hat die Pest, den 30-jährigen Krieg, zwei Weltkriege und Diktaturen überstanden. Es wird auch die EU überstehen.

    Wenn Europa auf den Weltmärkten mithalten will und seinen Wohlstand erhalten will, dann muss die EU in der heutigen Form verschwinden.

    Man darf die Politfunktionäre mal an die Römischen Verträge erinnern.
    Subsidiarität, Freiheit im Warenverkehr, Abbau von Zöllen, freier Kapitalverkehr etc.

    Heute tut die EU-Kommission genau das Gegenteil. Darum haben sie auch Angst for den Menschen und Volksabstimmungen.

    Koppeln wir uns doch endlich vom Angloimperium ab. Einheitswährung: mit Gold gerne. Wichtig wäre endlich eine eigene Verteidungsstrategie ohne die USA und Hinwendung zu neuen Partnern.

  8. Kassandra

    @Der Unternehmer
    Damit sie sich keine Illusionen machen. Die Vorläuferorganisationen der EU wurden auch mit dem Blick darauf gegründet, weil man es besser machen wollte als nach dem ersten Weltkrieg. Also Deutschland einzubeziehen und diese Nation im Griff zu haben. Militärisch hat man das mit der Nato gemacht. Wirtschaftlich mit der Montan-Union oder was auch immer. Außerdem was wollen Sie mit einer Kleinstaaterei? Damit Europa noch bedeutungloser wird als es eh schon ist? Da kann man sich in Zukunft nicht einmal mehr gegen Großkonzerne durchsetzen. Ja, wir haben die Wahl: aber nur zwischen Pest und Cholera.

  9. pepito

    @Kassandra
    „Außerdem was wollen Sie mit einer Kleinstaaterei?“
    Und was wollen sie mit der EU ?
    Was können wir heute sehen ? Sind das die Ergebnisse der „Bemühungen“ des vergangenen Jahrzehntes ? Eher nicht sehr vielversprechend und zukunftsweisend.

  10. Der Unternehmer

    @Kassandra
    Ich kann Ihre Auffassung absolut nicht teilen. Wir haben keineswegs die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Die Sache mit Deutschland ist nicht so, wie wir es in den Geschichtsbüchern lesen. Schon Napolen sagte den klugen Satz: Geschichte ist die Lüge, auf die sich alle geneinigt haben.

    Der WK I war ein inszenierter Krieg gegen das wirtschtlich stark aufstrebende deutsche Kaiserreich. Eine der treibenden Kräfte war Churchill, weil er der falschen politischen Annahme war, dass Deutschland
    Großbritannien den Weltmachtsanspruch streitig machen würde. Es waren aber die USA, die das vorhatten. Churchill suchte sich Verbündete in den USA, einflussreiche Familien und Politiker. Einige davon sollten später Miteigentümer der 1913 gegründeten amerikanischen Zentralbank Fed sein. Auch der Eintritt der USA in den WK I gelang durch trickreiche Manöver, obwohl der damilige Präsident stets dagegen war. Der WK II war die Folge des ersten. Nach der Niederlage haben die Alliierten, insbesondere die USA,die deutsche Geschichtsschreibung übernommen und den Deutsche die alleinige Schuld zugewiesen, auch um sie moralisch zu destabilisieren, was sich bis heute auswirkt. Aber das nur am Rande. So sind auch die USA heute nicht unsere Partner oder Verbündete, sondern unser Hegemon. Selbst 23 Jahre nach der Wiedervereinigung haben die USA Deutschland nicht völkerrechtlich anerkannt. Deutschland ist bis heute ein Vasall der USA. Jede deutsche Regierung holt sich ihre Anweisung buckelnd aus Washington und Brüssel ab.

    Die allgemeine Aussage, dass nur große Einheiten, supranationale Institutionen in der Welt von heute überlebensfähig wären, ist eine Behauptung der Machteliten. Einer näheren Prüfung halten diese Behauptungen nicht stand. Dahinter steht politische Absicht und Interessen.

    Erinnern wir uns an Europa. Gerade durch die Kleinteiligkeit konnte die Idee der Freiheit von Europa aus ihren Siegeszug antreten. Im HHR gab es einen Wettbewerb nach oben (in der EU einen nach unten). Die fein austarierte Machtbalance zwischen Kaiser, Kurfürsten und Papst, dazu die Zünfte und freien Reichsstädte. Die haben sich weder vom Kaiser noch sonstwem die Butter vom Brot nehmen lassen.

    Die Zukunft wird derjenige gewinnen, der am flexibelsten ist. Das sind große Einheiten nun einmal nicht. Richtig wäre ein Europa der römischen Verträge: Subsidiarität, Beseitigung von Zöllen, vollkommene Freiheit für Waren- und Kapitalverkehr. Vollständige Freiheit für die Menschen (das war eine Forderung von Ludwig Erhard). Also ein funktionelles Europa, kein institutionelles.

    Um es umgangssprachlich zu formulieren: Europa muss sich von den bürokratischen Fesseln der EU lösen, den Euro abschaffen, Menschen und Wirtschaft von staatlicher Intervention befreien. Dann hat Europa eine glänzende Zukunft.

  11. Kassandra

    @Der Unternehmer
    was den Auslöser des WK1 betrifft sind wir da ganz verschiedener Meinung. Es war Wilhelm und seine Militärschickeria die den Status quo nicht akzeptieren wollten. Der Krieg war für ihn spätestens 1912 unausweichlich. Entsprechende Zitate gibt es. Seine Aufrüstungspolitik beweist es. „Aufgezwungen“ – diese Sicht kann ich nicht teilen. Und was Churchill betrifft hatte er grundsätzlich recht. Er hatte nur den anderen Machtstrebenden nicht sehen wollen. Wollen Sie etwa andeuten, dass er sich mit diesem bestialischen Nazisregime zusammen tun hätte sollen. Verhandlungen hat es ja gegeben. Aber darum geht es mir nicht, sondern wie es weiter geht. Besser ist ein wirklich funktionelles Europa. Tatsächlich! Daher ist die Marschrichtung klar. Vielleicht haben wir doch eine zusätzliche Option. Aber dazu brauchen wir eine nationale Politik welche darauf pocht. Aber was wollen Sie mit Mitbürger die sich ständig bevormunden lassen? Es ist ja nicht so, dass die Demokratie versagt hat sondern der sogenannte Demokrat. Und was Deutschland betrifft bin ich vollkommen Ihrer Meinung: ein Vasall, mehr nicht. Und Deutschland selbst kann es nicht ändern. Das Misstrauen ist noch immer sehr groß. Die sogenannte Energiewende hat das sicher nicht abgebaut. Ein Musterbeispiel für Irrationalität. Die Kleinteiligkeit Europas konnte nur so lange funktionieren, als Europa der einzige wesentliche Wirtschaftsraum war und die Verkehrswege keine andere Möglichkeiten zuließen. Aber schon die Bildung des Nationalstaates England hat die deutsche Hanse sehr deutlich zu spüren bekommen. Nur so zum Beispiel. Es sind immer die Machtverhältnisse die zu berücksichtigen sind.

  12. Kassandra

    Noch etwas: Überlebensfähig ist Europa sicher auch ohne EU. Aber wie gesagt noch bedeutungloser. Es ist wie ein chinesisches Sprichtwort sagt: wenn die Winde der Veränderung wehen, baut der eine Mauern und der andere Windmühlen.

  13. Thomas Holzer

    „Es ist ja nicht so, dass die Demokratie versagt hat sondern der sogenannte Demokrat.“

    So argumentieren die Sozialisten/Kommunisten aller Länder auch noch immer:
    Es ist ja nicht der Sozialismus, welcher versagt hat, sondern der Sozialist -sprich der Einzelne- welcher nicht fähig war, diese ach so gute Idee in der Realität umzusetzen.

  14. Dorf-bewohner

    @Thomas Holzer
    Genau dieser Satz ist mir auch aufgefallen.

    Wenn das System Demokratie wegen fehlender „Eignung“ der Beteiligten nicht funktioniert, taugt es eben nicht!
    Jedenfalls nicht mit dem gleichen Stimmrecht für alle, unabhängig ihres Beitrags zur Lösung der von ihnen „demokratisch“ legitimierten Aufgaben und Forderungen.

    Und interessant ist auch die Nicht-Beherzigung des den Chinesen zugeschriebenen Sprichwortes im eigenen Land.
    Mir hat noch kein Reisender etwas über viele Windmühlen in China berichtet.

  15. Kassandra

    @Thomas Holzer
    Sie meinen irgendwelche höheren Mächte verhindern, dass es in Österreich eine echte lebendige Demokratie gibt? Oder ist es doch so, dass wir die Wähler dafür sorgen sollten? Ich erinnere mich noch wie leicht es war die Legislaturperiode auf 5 Jahre zu verlängern. Ohne Abstimmung! Eine Kleinigkeit. In der ach so geschmähten USA würde es zumindest Diskussionen geben. Bei uns: einige Randnotizen in den Zeitungen aber keinerlei Proteste.

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