Europäer wollen keinen Krieg in Nahost führen – das ist verständlich

„Die Vorstellung des Westens, militärisch aus der arabischen Welt eine bessere Welt zu machen, hat sich als eher naiv und untauglich erwiesen. Leider.“ (hier)

9 comments

  1. Rado

    Warum sollte die arabische Welt eine bessere werden, wenn „der Westen“ stets auf Seiten möglichst radikaler Islamisten seine Freunde sucht oder in einen Konflikt hineingschaft’lt?

  2. fxs

    „Der Weg zur Hölle ist mit gutenb Vorsätzen gepflastert“,nirdendwo stimmt dieseWeisheit so, wie im Nahen Osten. Wohlmeinende westliche NGOs glauben dort Gutes zu tun, wenn sie versuchen dort „Demokratie“ zu installieren. Die Herrscher im Nahen Osten betrachten ihr Amt als Möglichkeit zur Bereicherung und unternehmen alles, um diesen Zustand aufrecht zu halten. Potentielle Konkurrenz wird gnadenlos verfolgt. Das berührt normalereweise die Massen jedoch kaum. Die werden ja in Ruhe gelassen und profitieren teilweise von der Situation. In Lybien z.B. betrieb der böse Gadaffi die Modernisierung des Landes. Er investierte viel in die Wasserversorgung. Natürlich gibt es auch Leute, die selbst gerne an die Bereicherungsposition kämen. Diese sind leichtes Ziel für Kräfte, die einen Regime-Change herbeiführen wollen und in dien Typen glauben, geeignete Nachfolger für die alten Amtsinhaber zu finden. Wenn jetzt ein Machtwechsel nicht problemlos gelingt, die alten Machthaber nicht quasi über Nacht entmachtet werden können,we hren sich diese mit aller Brutaität und verfolgen dann auch die in ihren Augen untreu gewordenen Teile der Zivilbevölkerung, sowie die Aufständichen/Befreier/Rebellen ihrerseits die dem altenRegime verbundenen Teile masakrieren.
    Generell ist jedoch fest zu halten, dass die „alten Machthaber“ im arabischen Raum westlichen Wertvorstellungen wesentlich näher standen, als die, die durch den „arabischen Frühling“ nach oben gespühlten. Religionsfreiheit, Rechte von Frauen, hatten unter Saddam Hussein, unter Gadaffi und haben unter Sadat einen höheren Stellenwert als unter ihren „Nachfolögern“ oder „Möchtegernnachfolgern“. Darüber hinaus sollteman nicht vergessen, dass die „alten Machthaber“ in vilen Fraghgen gutrmitihren europäischenNachbarn kooperierten. Aber natürlich kann man die Brutalität von Aufständischen/Befreiern/Rebellen ignorieren, sich nur auf die der aktuellen Amtsinhaber konzentrieren und deren Territorium zum Austesten von Waffensystemen nutzen. Ist nun Deine Luftabwehr wirklich besser als meine Raketen? Ist zwar aus europäischer Sicht ziemlich dumm, aber es gibt ja genug Dumme, die sich dabei wohl fühlen.

  3. Thomas Holzer

    @fxs
    Der erste Satz Ihres Beitrages bringt es kurz und bündig auf den Punkt.
    Man nehme nur die letzten 20 Jahre her und betrachte nüchtern die Ergebnisse des -sowohl finanziellen als auch militärischen- Eingreifens des Westens: nicht ernüchternd, vielmehr desaströs
    Kipling, mehr als vor hundert Jahren, und nichts hat sich geändert, nur „unsere“ Politikerdarsteller verdrängen die Fakten:
    When you’re wounded and left on Afghanistan’s plains,
    And the women come out to cut up what remains,
    Just roll your rifle and blow out your brains,
    An’go to your God like a soldier.

  4. Rennziege

    20. APRIL 2018 – 17:00 — Thomas Holzer
    Theodor Fontane schrieb ein Gedicht zum Thema, Rudyard Kipling zitierend:

    Theodor Fontane, „Das Trauerspiel von Afghanistan“

    Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
    Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
    „Wer da!“ – „Ein britischer Reitersmann,
    Bringe Botschaft aus Afghanistan.“

    Afghanistan! Er sprach es so matt;
    Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
    Sir Robert Sale, der Kommandant,
    Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

    Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,
    Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
    Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
    Er atmet hoch auf und dankt und spricht:

    „Wir waren dreizehntausend Mann,
    Von Kabul unser Zug begann,
    Soldaten, Führer, Weib und Kind,
    Erstarrt, erschlagen, verraten sind.

    Zersprengt ist unser ganzes Heer,
    Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
    Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
    Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.“

    Sir Robert stieg auf den Festungswall,
    Offiziere, Soldaten folgten ihm all?,
    Sir Robert sprach: „Der Schnee fällt dicht,
    Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

    Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
    So lasst sie?s hören, dass wir da,
    Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,
    Trompeter blast in die Nacht hinaus!“

    Da huben sie an und sie wurden?s nicht müd?,
    Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
    Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
    Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

    Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
    Laut, wie nur die Liebe rufen mag,
    Sie bliesen – es kam die zweite Nacht,
    Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.

    „Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
    Vernichtet ist das ganze Heer,
    Mit dreizehntausend der Zug begann,
    Einer kam heim aus Afghanistan.“

    Der eine übrigens, der heimkam, war der Regimentsarzt, und dem fehlte ein Bein.
    An Afghanistan haben sich nicht nur weiland die Briten, sondern später die Russen die Zähne ausgebissen. UNO-Truppen, Amerikaner und Deutsche vor unseren Augen ebenfalls.

  5. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Danke, muß zu meinem Bedauern gestehen, daß ich diesen Fontane bis dato nicht kannte.

    Zu Ihrem letzten Satz: Ja eh, aber „unsere“ Politiker kennen eben die Geschichte nicht, können daher auch nicht aus ihr lernen und verkünden daher mit Inbrunst: „Europas Freiheit wird am Hindukush verteidigt“. Die Dummheit ist natürlich grenzenlos, nur kostet sie leider meistens allzu viele Menschenleben

  6. sokrates9

    Die Europäischen Menschen – Ausnahme Politiker – wollen keinen Krieg in Nahost führen. Das ist richtig so ! Warum soll nur ein einziger Soldat wegen Allah sterben! Grundlage all dieser Kriege ist doch die Religion!

  7. Rennziege

    20. APRIL 2018 – 17:46 — Thomas Holzer
    @Rennziege
    Leider wurden die Apostrophe Fontanes durch das Posting zu Fragezeichen umgewandelt, wie ich jetzt sehe. Ansonsten ist alles wie im Original.
    Ich freu‘ mich, dass Sie dieses Gedicht mögen, das historisch ziemlich genau ist.
    Herzliche Grüße!

  8. Johannes

    Deutschland und Österreich haben sich aus jeden Konflikt herauszuhalten wenn Russland beteiligt ist.
    Einzig Russland würde diese beiden Länder angreifen, rechtfertigt eine Verteidigung.

    Wir alle wissen wie es war als Russland vor unserer Tür stand, wir sind exponierter als Frankreich und England.
    Wer in der ersten Reihe steht kriegt am ehesten die Watschen ab, um ehrlich zu sein für irgendwelche arabischen Konflikte sollten wir uns nicht in die Gefahr begeben in einen Konflikt gezogen zu werden der uns keinen Nutzen aber viel Schaden bringen kann.

    Amerika ist ein Player im Reigen der Einflussnahmen, die USA können es sich leisten mit Russland um Einfluss zu kämpfen, wir lassen besser die Finger davon, ein zweites mal nach 1955 werden wir sonst nicht davonkommen und was auf Hilfe zu setzen ist wenn es ernst wird haben die Ungarn 1956 erfahren.
    Daher den Ball schön flach halten und es sich mit keinem verscherzen.

  9. Kluftinger

    @ Rennziege
    Wieder ein Plus in der Bewunderung ihrer Bildung/Belesenheit und natürlich der Verwendung derselben.
    Und da wäre noch viel anzumerken…..

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .