Freibier für alle, Deutschland zahlt

“Italiens neue Regierung ist auf den ersten Blick gelebte Realsatire. Wilde Rechts- und schräge Linkspopulisten gehen eine Koalition ein, als gelte das Motto „Clowns aller Länder, vereinigt euch”. Auf den zweiten Blick ist das Regierungsbündnis der rechtspopulistischen Lega mit der linksanarchischen Fünf-Sterne-Bewegung eine Kampfansage an Europa. Denn die beiden Parteien haben sich auf ein Programm geeinigt, das aus Italien ein sozialpolitisches Schlaraffenland machen soll: radikale Steuersenkungen, Frührenten für die Massen, Mindesteinkommen für alle, bessere Schulen, neue Krankenhäuser fürs ganze Land. Nach Berechnungen italienischer Universitäts-Institute belaufen sich die Kosten alleine für das Startprogramm auf runde 150 Milliarden Euro.

Das Populisten-Programm soll auf zwei Wegen bezahlt werden: Schulden und Europa. Am besten beides zusammen, indem die Europäische Zentralbank dem Land 250 Milliarden Schulden erlässt. Letztlich soll Deutschland haften und zahlen. Die Vorstellungen der neuen Machthaber in Rom erinnern fatal an die linksextreme Regierung in Griechenland vor zwei Jahren.

Die Finanzmärkte zucken angesichts der Revolutionspläne in Rom schon zusammen, die Börsenkurse in Mailand sind auf Talfahrt, der Zinsaufschlag (Spread) für italienische Staatsanleihen steigt, obwohl die EZB in Frankfurt immer mehr dieser Schuldtitel in ihre Bücher nimmt. Lega-Chef Salvini schwadroniert, höhere Schulden kümmerten ihn nicht. Und Sterne-Frontmann Di Maio findet eine verblüffend naive Formel für den Börsen- und Eurokrach, der nun droht: „Indikatoren wie Spread und BIP interessieren uns nicht, für uns zählt das Lächeln eurer Familien.”  (weiterlesen hier)

15 comments

  1. Thomas Holzer

    “Freibier für alle, Deutschland zahlt”

    Der Erhalt des Friedensprojektes EU wird den Deutschen die paar Milliarden ja wohl wert sein 😉

    Die haben’s ja eh knüppeldick: Ein paar Milliarden für die Neubürger, ein paar Milliarden für den Iran, ein paar Milliarden für die Energiewende, ein paar Milliarden für Griechenland…da kommt es auf Italien auch nicht mehr an

    @Christian Ortner
    Daß man jetzt jedes mal Name und email-Adresse neu eingeben muß, ist mehr als nur nervend

  2. sokrates9

    Der guten Ordnung halber: Nicht nur die blöden Deutschen, auch die Österreicher kommen voll zum Handkuss!!

  3. Lisa

    Sag ich doch immer: die Namen der Parteien sind heute austauschbar, jeder ist für Freiheit und Frieden, ist menschenfreundlich und umweltbewusst, liebt seine Heimat, mag Seinesgleichen etwas mehr als U-nbekannte und findet seine Wertvorstellungen etwas vernünftiger als alle andern möglichen – daher spiegelt so ein italienisches Bündnis nur die Realität.
    Randbemerkung: Dass das Lächeln der Familien mehr zählt als das BIP … hm, das Lächeln und das BIP hängen doch aber irgendwei zusammen. Vielleicht sollte Di Maio sich eher der Lyrik zuwenden.

  4. Origenes

    Ist doch alles egal, Europa hat und ist bereits verloren. Nur wer das ‘Glück’ einer frühen Geburt hat, kann sich das noch mit einem Lachen im Gesicht ansehen. Ist halt so!

  5. Christian Peter

    Die neue Regierung in Italien macht das, wofür sie gewählt wurde : Die Interessen der italienischen Bevölkerung zu vertreten und möglichste gute Bedingungen für das Land auszuhandeln. Ganz anders als in Ländern wie Österreich und Deutschland, wo sich Regierungen seit Jahrzehnten wählen lassen, um die Interessen der einheimischen Bevölkerung zu hintertreiben.

  6. Der Bockerer

    Die Party geht solange weiter, bis Deutschland nicht mehr zahlen KANN.

  7. CE___

    Na, wo sind denn jetzt die ganzen glühenden Europäer und Euro-Fanatiker und Euro-Apologeten in D, Ö, NL, FIN, LUX, usw. nun, aus Politik, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft, Kirche, Kunst und Kultur, usw, die uns tagein tagaus immer noch die Segnungen der EU und des Euro seit 2010 weiter feilbieten wie Maulaffen?

    Jetzt ist wieder ein Zeitpunkt gekommen hervorzutreten und einen “walk the talk” zu machen!

    Sprich sich als “Finanzfreiwilliger” beim Finanzamt zu melden um mit seinem Privatvermögen Bürgschaften zu übernehmen um seinen Heimatstaat etwaige Schuldenstreichungen Italien’s zu ersetzen.

    Und neue aufgelegte Anleihen der PIGS+F zu zeichnen und sich in das private Anleihendepot zu nehmen zur Pensionsvorsorge. Man kann ja schliesslich nicht alles auf den Schultern der EZB abladen.

    Nein, alle weg von der Bühne und eine Staubwolke und irgendwo verkrochen? Mimimimi wenn es um das eigene Geld geht?

  8. Kluftinger

    Ein Satz im Beitrag ist charakteristisch: Die Menschen wollen einfach etwas Neues….
    Wie in Frankreich mit Macron, wie in Österreich mit Kurz und horribile dictu wie in den USA mit Trump.
    Dass alte verkrustete Strukturen nicht mehr gewählt werden sieht man in Deutschland. CDU/CSU mit Müh`und Not voran, die SPD im Sinkflug.
    Die Menschen merken, dass ideologisch gefärbte Phrasen nicht mehr zur Problemlösung beitragen. Dabei geht es nicht so sehr um den Beweis dass alles besser wird, man versucht einfach eine neue Lösungsstrategie.

  9. Rennziege

    24. MAI 2018 – 11:32 — Lisa
    “Vielleicht sollte Di Maio sich eher der Lyrik zuwenden.”
    Das wird mühsam werden. Seite Dante Alighieri und Adriano Celentano ist die italienische Poesie mausetot. 🙂

  10. Falke

    Immerhin hat die neue Regierung die Absicht, die illegale Migration zu stoppen. Wenn sie es tatsächlich tut (und es ihr sogar gelingt), wäre das doch zumindest etwas Positives.

  11. Rennziege

    Ich werfe das Handtuch. Ich bin es leid, der unsäglich diktatorischen DSGVO, für die Herr Ortner nixxx kann, Tribut zu zollen. (Datenschutzgrundverordnung — die Erfinder dieses sprachlichen und rechtlichen Ungetüms sollte man pudelnackert an den nächsten Alleebaum binden und mit Hundstrümmerln und Katzendreck bewerfen dürfen )
    Ursprünglich hieß es ja, dieser Würgegriff sei allein der EU entsprungen; neuere Informationen besagen aber, dass der spiritus rector Heiko Maas sei, der ehemalige Justiz- und frischg’fangte Außenminister der Bundesrepublik. Als welcher er sich abermals täglich blamiert.
    Ich halte meine bescheidenen Beiträge in diesem angenehmen Wohnzimmer keineswegs als wertvoll; sie werden auch niemandem fehlen. Aber als Zaungast — pardon: Zaungästin, um korrekt zu tschändern — werde ich ab und zu vorbeischauen. Sind ja liebe und g’scheite Leut’ hier, die ich herzlich grüße!

  12. Rennziege

    P.S.: “… als wertvoll” muss natürlich heißen “für wertvoll”. Facedowning on Toronto sidewalks takes its toll. Bye!

  13. Humanist

    shall miss you Rennziege. verstehs aber. Die
    Katzendreckidee ist gut.
    bye! too

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