Freihandel nützt allen, aber niemand will ihn

Laut einer kürzlich von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Studie über die Einstellung der Menschen zum internationalen Handel ergab eine Umfrage, dass durchweg mehr als die Hälfte der Befragten in den jeweiligen Ländern der Meinung sind, dass die Regierung die heimischen Unternehmen besser gegen die ausländische Konkurrenz schützen solle. Für Deutschland beträgt der Prozentsatz 57 Prozent, für Frankreich gar 75 Prozent. In Mexiko und der Türkei sind es 89 bzw. 90 Prozent der Befragten, die mehr Protektionismus fordern. weiter hier

10 comments

  1. mh

    Freihandel nützt allen, außer Staatsgünstlingen.
    Und bekanntermaßen lebt in Österreich nur eine Minderheit von ihrer eigenen Arbeitsleistung.

  2. Mourawetz

    „Keine Zölle, keine Hemnisse! Das ist die Weise, wie es sein sollte.“, sagte Trump in Kanada, TTIP aus der Versenkung wieder hervorholend.

  3. sokrates9

    Steigende Produktivität in der Landwirtschaft um so als Bergbauer mit den US – Großfarmen mithalten zu können?? Die Welt besteht nicht nur aus Schwarz / Weiß!

  4. Christian Peter

    Dass Freihandel allen Beteiligten Vorteile verschafft, ist ein uraltes Dogma, das die Realität längst widerlegte (bester Beleg : EU – Binnenmarkt). Zudem geht das Modell von Ricardo von bestimmten Voraussetzungen für komparative Vorteile aus, wie z.B. die vollständige Auslastung der Ressourcen der jeweiligen Volkswirtschaften und zog außerdem nicht den entgrenzten und vollständigen Freihandel in Betracht. Außerdem müssen aus volkswirtschaftlicher Sicht neben den Erwerbskosten die Kosten für die Finanzierung der Arbeitslosigkeit hinzugerechnet werden, die die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer verursacht. Aber auch die Exportländer der Billigprodukte haben nicht nur Vorteile, weil die Entwicklung des Binnenmarktes und andere Sektoren der Wirtschaft vernachlässigt werden, wie man momentan in China und Deutschland beobachten kann. Das bedeutet : Die Theorie, wonach Freihandel Vorteile für alle Beteiligten schafft, ist ein uraltes Märchen, das längst widerlegt ist.

  5. Falke

    Obwohl man bei den “Studien” der Bertelsmann-Stiftung immer sehr skeptisch sein muss, kann man dieser einen wohl glauben: Beweis: der massive Protest in Europa gegen CETA, TTIP usw. Daher darf man sich überhaupt nicht wundern, wenn Trump Handelsbarrieren errichtet: auch in den USA ist so etwas bei der Bevölkerung sehr populär. Überdies hat es Trump im Wahlkampf versprochen – und zum Ensetzen der EU-Politiker hält Trump seine Wahlversprechen ein.

  6. Christian

    Nicht böse sein, aber ich halte das für Unfug.Die Menschheit kann zum heutigen Tag nicht mehr durch ständige Produktivitätssteigerung und noch mehr schädigende Transporte gesund und glücklich werden (wobei mehr Geld nur in der heutigen Zeit so viel – zu viel -bedeutet.
    Nachhaltigkeit, weitgehende Selbstversorgung, Umweltschonung, Tierliebe, Reduzierung der unnötigen Transporte (Rinder aus Brasilien nach Österreich, zum Lachen). Und bei Geld muss man zurück zum Echt=gedeckten Geld der Nationalbanken, das Bankenwesen gehört verändert.
    Aber ich weiß, noch gehört die Zeit den ewigen Mehr
    MehrMehr-Gläubigen…

  7. fxs

    Globalisierung/Freihandel nuttz einigen, meist den Großen und den Händlern. Schaden erleiden die, die ihre Leistungen und Produkte nicht zu den Bedingungen einer exportorientierten Massenproduktion erstellen können. Unsere Bauern sind ein – aber nicht das einzige- Beispiel.

  8. Selbstdenker

    Der Binnenmarkt ist das Einzige, dass bei der EU halbwegs funktioniert. Man hätte es bei der EWG belassen sollen und die mengenbezogenen Agrarförderungen – eine Massnahme, die der Lebensmittelknappheit der Nachkriegszeit geschuldet ist – zurückfahren sollen, dann hätte es gepasst.

    Entgegen politischen Narren wie CP, die in ihrem Leben noch nie ein Unternehmen geführt haben bzw. Verantwortung für etwas übernommen haben, bin ich ein Anhänger vom Freihandel.

    Man kann aber jedes positive Prinzip in sein Gegenteil verkehren indem man es überdehnt und aus einer dogmatischen Blindheit geradezu pervertiert.

    Den Markt für brasilianische Massenware im Agrarbereich zu öffnen und gleichzeitig in Österreich exzessive Einschränkungen für heimische Produktionsbetriebe über den Weg der Raumordnung einzuführen erachte ich – freundlich formuliert – als absurd.

    Der Freihandel funktioniert auf bilateraler Ebene hervorragend. Die sogenannten Freihandelsabkommen dieser Tage sind hingegen politische Freihandelssimulationen.

    Die Sache läuft in etwa so: um den Marktzugang für bestimmte Güter zu bekommen, fordern Schwellenländer, dass die Westler bestimmte Sektoren über die Klinge springen lassen. In anderen Fällen sind es Rüstungsgüter oder die Akzeptanz einer schleichenden Islamisierung.

    Wir haben es nicht mit Freihandel im eigentlichen Sinne, sondern mit Gegengeschäften (besser: Kuhhandel) zu tun, die politisch organisierte Lobbies häufig zu Lasten Dritter einfädeln.

    Die Frage ist immer: was genau ist das Gegegeschäft. Speziell die deutschen Exportweltmeister sollten sich allmählich diese Frage ernsthaft stellen.

    Mit Freihandel, wie ich ihn verstehe, hat das nur wenig zu tun.

  9. Christian Peter

    @Selbstdenker

    ‘Der Binnenmarkt ist das Einzige, dass in der EU halbwegs funktioniert’ ?

    Menschenskind, wie benebelt muss man sein, den EU – Binnenmarkt als einen ,Erfolg’ zu bezeichnen ? Was glauben Sie, worauf die wirtschaftlichen Verwerfungen in Europa zurückzuführen sind ? Vergleichen Sie die Wirtschaftsdaten vor der Einführung des Binnenmarktes mit denen von heute, vielleicht wird Ihnen dann ein Licht aufgehen.

  10. Christian Peter

    @Selbstdenker

    ‘Der Freihandel funktioniert auf bilateraler Eben hervorragend. Die sogenannten Freihandelsabkommen sind hingegen politische Freihandelssimulationen’

    Freihandelsabkommen sind stets bilaterale oder multilaterale Abkommen.

    ‘Mit Freihandel hat das wenig zu tun’

    Das stimmt, echten Freihandel gibt es nur innerhalb eines Staates. In der EU ist der Freihandel mit den 4 Grundfreiheiten Kapitalverkehrsfreiheit, Dienstleistungsverkehrsfreiheit, Warenverkehrsfreiheit und Personenverkehrsfreiheit aber weit gediehen, mit allen negativen Konsequenzen für Europa, die wir heute erleben. Weit sinnvoller wäre es, den Binnenmarkt aufzulösen und die Handelspolitik wieder in die Hände der Mitgliedsländer zu legen.

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