Freude, schöner Götterfunke….

Manchmal müssen auch die hartnäckigsten EU-Skeptiker einsehen, wie alternativenlos das Europäische Friedensprojekt einfach ist. Hier zB.

15 comments

  1. Suwarin

    Ich kann es kaum erwarten endlich Porree ohne Schädlingsbefall oder Fäulnis in Supermarkt kaufen zu können.

  2. Michael Haberler

    Meine Arbeitstheorie ist wie folgt:

    Da ist wohl ein Rudel grenzgenialer militanter EU-Gegner in die Stäbe der Komission eingesickert

    und die blasen jetzt dem Rest der Truppe konstant Dinge wie “Nieder mit der Glühlampe!”, “Her mit EU-genormten Brauseköpfen!”, “Genormter Lauch für alle!” ins Ohr

    Jeden Freitag abend treffen sie sich und lachen sich einen Ast, dass der ganze Bullshit widerstandslos reingeht wie ein warmes Messer in die Butter

  3. world-citizen

    Ob es eine derartige Verordnung braucht, darüber lässt sich streiten. Aber wenn man eine solche für notwendig hält, ist es allemal besser, es gibt bloß eine, anstelle von 27 unterschiedlichen, deren Zweck einzi darin besteht, den Handel zu erschweren und die Endverbraucherpreise hoch zu treiben.

  4. Reinhard

    Naja, mal langsam.
    Vor allem jene, die sich gerne empören, wenn mal wieder herauskommt, dass für A-Klasse-Preis pestizidverseuchter D-Klasse-Dreck verkauft wird, sollten sich jetzt nicht aufregen. Die EU schafft einfach eine Qualitätsnorm, die früher eben jedes Land für sich festgelegt hat; da wir den Anspruch erheben, immer nur beste Qualität handeln zu wollen, kann es uns ja wohl nicht stören.
    Steht ja auch drin:
    “Die Anwendung dieser Norm hat den Zweck, eine Marktbelieferung mit Erzeugnissen minderer Qualität zu verhindern…”

    Bedenklich finde ich etwas anderes, nämlich den Satz: “Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.”
    So positiv ich die Erstellung einheitlicher und damit direkt vergleichbarer QualitätsNORMEN begrüße, so kalt schauert es mir über den Rücken, wenn man diese Norm mit einem Fingerschnippen an allen gesetzgebenden Organen eines souveränen Staates vorbei einfach zum GESETZ erklärt.
    Das ist pikant, denn so wandert die demokratische Gesetzgebung in die Hand nicht demokratisch gewählter Bürokraten. Damit hat sich einmal mehr die EU als Organisation mit schwersten demokratischen Defiziten erwiesen.

    Das Erschaffen von Normen (auf Wunsch bzw. Druck der Wirtschaft und des Handels) bzw. deren Übernahme auf eine höhere Gültigkeitsebene ist immer noch Aufgabe der Normungsinstitute (DIN, EN, ISO…), das Erschaffen von Gesetzen den Regierungen und Parlamenten der souveränen Nationalstaaten.

  5. KClemens

    world-citizen :
    Ob es eine derartige Verordnung braucht, darüber lässt sich streiten. Aber wenn man eine solche für notwendig hält, ist es allemal besser, es gibt bloß eine, anstelle von 27 unterschiedlichen, deren Zweck einzi darin besteht, den Handel zu erschweren und die Endverbraucherpreise hoch zu treiben.

    Sorry, solche Verordnungen sind der absolute Bullshit und sorgen dafür, daß Lebensmittel, die komplett in Ordnung sind, aber nicht so “schön” sind, vernichtet werden müssen, weil man das Zeug nicht los wird.

    Es kann ja nicht sein, daß z.B. 1/3 der Kartoffelernte noch vor Ort vernichtet werden muss, nur weil die Kartoffeln nicht dem EU-Schönheitsideal genügt.

    Das ist krank und ein Zeichen von abgehobener, übersättigter Selbstzufriedenheit zu Lasten derer, denen das Kleingeld für das schöne Gemüse langsam ausgeht.

  6. KClemens

    Reinhard :
    Naja, mal langsam.
    Vor allem jene, die sich gerne empören, wenn mal wieder herauskommt, dass für A-Klasse-Preis pestizidverseuchter D-Klasse-Dreck verkauft wird, sollten sich jetzt nicht aufregen. Die EU schafft einfach eine Qualitätsnorm, die früher eben jedes Land für sich festgelegt hat; da wir den Anspruch erheben, immer nur beste Qualität handeln zu wollen, kann es uns ja wohl nicht stören.
    Steht ja auch drin:
    “Die Anwendung dieser Norm hat den Zweck, eine Marktbelieferung mit Erzeugnissen minderer Qualität zu verhindern…”
    Bedenklich finde ich etwas anderes, nämlich den Satz: “Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.”
    So positiv ich die Erstellung einheitlicher und damit direkt vergleichbarer QualitätsNORMEN begrüße, so kalt schauert es mir über den Rücken, wenn man diese Norm mit einem Fingerschnippen an allen gesetzgebenden Organen eines souveränen Staates vorbei einfach zum GESETZ erklärt.
    Das ist pikant, denn so wandert die demokratische Gesetzgebung in die Hand nicht demokratisch gewählter Bürokraten. Damit hat sich einmal mehr die EU als Organisation mit schwersten demokratischen Defiziten erwiesen.
    Das Erschaffen von Normen (auf Wunsch bzw. Druck der Wirtschaft und des Handels) bzw. deren Übernahme auf eine höhere Gültigkeitsebene ist immer noch Aufgabe der Normungsinstitute (DIN, EN, ISO…), das Erschaffen von Gesetzen den Regierungen und Parlamenten der souveränen Nationalstaaten.

    Da haben Sie nicht Unrecht. Das Problem ist nur, daß es hier eben nicht um Pestizide im Lauch geht, sondern um das äußere Erscheinungsbild des Lauchs. Noch ist Lauch ein Naturprodukt, das von Porreestange zu Porreestange eben unterschiedlich wachsen kann.

    Das Problem ist, daß man so tut, als sei Porree in der Werkhalle der Lauchproduction AG am Band gefertigt. Genau so, wie die Klimahysteriker glauben, daß die Erde ein Endprodukt vom Band ist.

  7. S.M.

    @Reinhard

    Ich enttäusche Sie ja ungern, aber jede Verordnung der EU ist gem. Art. 288 Abs. 2 AEUV:

    -in all ihren Teilen verbindlich,
    – hat allgemeine Geltung und
    – unmittelbare Geltung

    Dass der Bürger tatsächlich für so blöd gehalten wird, unschönes und grausliges Gemüse von qualitätsvollem zu unterscheiden ist ein Witz. Manche wollen vielleicht auch nur den D- Klasse Lauch essen, schonmal daran gedacht?

    Meine Herren, ich hoffe es besteht kein Zweifel, dass es keine staatliche Institution etwas angeht, welche Produkte der Konsument kauft. Wenn dem Konsumenten etwas nicht passt, so gibt es schon seit 2000 Jahren vertragliche Regelungen, um den Kaufvertrag aufzuheben bzw. die Ware auszutauschen.

    Die Primitivität und Ahnungslosigkeit, mit der sogar zum Teil hier diskutiert wird, ist erschreckend.

  8. Thomas Holzer

    derlei Normen tragen sicherlich zum Friedenserhalt inner der EU bei; ohne solche Erlässe würden sich die Bürger ja tagtäglich die Schädel einschlagen

  9. gms

    Nichts liegt mir ferner, als Eurokraten zu verteidigen, aber bevor wir uns aber speziell mit Kritik an der Lauchnormierung allzuweit aus dem Fenster lehnen: “Ende der Gültigkeit: 01/07/2009”

    Es findet sich aber noch ausreichend Absurdes unter:

    http://eur-lex.europa.eu/Result.do?direct=yes&lang=de&where=EUROVOC:002081&whereihm=EUROVOC:Vermarktungsnorm

    Ein Gustostücke: “Zur weiteren Überwachung des Bananenmarktes sollte vorgesehen werden, dass die Mitgliedstaaten der Kommission die Großhandelspreise für reife Bananen [….] mitteilen.” [Amtsblatt Nr. L 328 vom 10/12/2011 S. 0042 – 0042]

    Das Schicksal der DDR wollte die EU wohl mit allen Mitteln abwenden!

  10. KClemens

    gms :
    Nichts liegt mir ferner, als Eurokraten zu verteidigen, aber bevor wir uns aber speziell mit Kritik an der Lauchnormierung allzuweit aus dem Fenster lehnen: “Ende der Gültigkeit: 01/07/2009″
    Es findet sich aber noch ausreichend Absurdes unter:
    http://eur-lex.europa.eu/Result.do?direct=yes&lang=de&where=EUROVOC:002081&whereihm=EUROVOC:Vermarktungsnorm
    Ein Gustostücke: “Zur weiteren Überwachung des Bananenmarktes sollte vorgesehen werden, dass die Mitgliedstaaten der Kommission die Großhandelspreise für reife Bananen [….] mitteilen.” [Amtsblatt Nr. L 328 vom 10/12/2011 S. 0042 – 0042]
    Das Schicksal der DDR wollte die EU wohl mit allen Mitteln abwenden!

    Auch wenn die Normierung wieder aufgehoben ist: Wie kann man überhaupt nur auf solche Normierungen kommen, ob mit oder ohne Verfallsdatum?

    Das zeugt doch von absoluter Unterforderung und Langeweile. Menschen, die eine sinnvolle Arbeit haben, kommen nicht auf so einen Blödsinn.

  11. Thomas Holzer

    Auch wenn die Normierung wieder aufgehoben ist: Wie kann man überhaupt nur auf solche Normierungen kommen, ob mit oder ohne Verfallsdatum?
    Das zeugt doch von absoluter Unterforderung und Langeweile. Menschen, die eine sinnvolle Arbeit haben, kommen nicht auf so einen Blödsinn.

    Da haben Sie vollkommen recht; es geht einzig und alleine um das Fakt, daß derlei Schwachsinn überhaupt in Verordnungen/Gesetze etc. Eingang findet.
    Und das für derlei Schwachsinn Menschen sogar noch bezahlt werden

  12. Reinhard

    Wer von der Entstehung von Normen keine Ahnung hat, dem mag es ja so scheinen, als wäre da Langeweile im Spiel, aber Ahnungslosigkeit muss man jetzt nicht mit Zähnen und Klauen als wohl erworbenes Recht verteidigen. Es stehen immer handfeste wirtschaftliche oder politische Interessen dahinter.
    Außerdem sind Normen per se nicht rechtsverbindlich, daher habe ich nichts gegen Normen an sich.

    Werte/r S.M., wenn Sie meine Worte verstanden hätten, wüssten Sie, dass Sie mich nicht enttäuschen. Genau jenen Fakt, nämlich rechtlich unverbindliche Normen per diktatorischem Erlass mit Gesetzeskraft zu versehen und somit rechtliche Verbindlichkeit zu schaffen, ist der, den ich kritisiere.
    Also eigentlich geben Sie mir Recht und ich Ihnen dankend ebenso.

    KClemens, auch Sie haben Recht, aber das ist eine Crux die vom lieben Konsumenten selbst kommt. Testen Sie es und legen sie ein paar Äpfel besten Geschmacks aber natürlicher Optik neben die wasserigen gleichförmigen Geschmacksneutralitäten des Normobstes und beobachten sie mal das Kaufverhalten.
    Die Idee lieber künstlichen Dreck zu fressen als mal eine Made auszuspucken kommt nicht aus der EU…

  13. S.M.

    @Reinhard

    Entschuldigen Sie das Missverständnis; ich bin daran gewöhnt, dass Normen, die keine Gesetzeskraft haben, die absolute Ausnahme sind. Rechtsterminologisch ist nämlich eine Rechtsnorm grundsätzlich verbindlich. Als Ausnahme fallen mir nur Normen im Wirtschaftsverkehr ein, die jedoch großteils über vertragliche Interpretation bzw. Auslegung wiederum verbindlich sind.

  14. gms

    S.M. :
    Entschuldigen Sie das Missverständnis; ich bin daran gewöhnt, dass Normen, die keine Gesetzeskraft haben, die absolute Ausnahme sind.

    Verbindlichkeit erhalten Normen einzig durch Gesetze oder Verordnungen.

    Ihrem Wesen nach sind Normen die Quellen von Begriffen, wobei Sachverhalten ein Token zugeordnet wird. Wenn auch “DIN A4” oder eine “16er-Schraube” Folgen einer Normierung sind, so hindert doch niemand einen Hersteller oder Händler daran, ein Schreibpapier im Format 26*34mm zu produzieren und zu vermarkten. Selbiges gilt für eine 34 3/5 Inch-Schraube, die definitiv nirgendwo Gegenstand einer Norm ist.

    Im Anlaßfall, jener der Lauchverordnung, bestünde eine zulässige Normierung einzig in der Erzeugung von Klassen, wonach EUX4-Lauch diesen und EUK7-Lauch jenen Kriterien zu genügen haben, wolle man mit diesen Bezeichnungen Lauch vertreiben.

    Tatsächlich und über alle Maßen anmaßend, war das Vorgehen, die Bezeichnung “Lauch” selbst zu verbieten für jenen Lauch, der zwar definitiv einer ist, aber nicht in die beschriebenen Klassen fällt.

    Hätte man analog dazu verboten, etwas als Schraube zu vermarkten, was bislang in keiner Schraubennorm aufscheint, wäre selbst dem Oberflächlichsten aufgefallen, wonach Normen das eine und Rechtsverbindlichkeiten etwas ganz anderes sind.

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