Ignoranz, Indolenz und Islamisierung

(ANDREAS TÖGEL) Gott ist tot – zumindest in der westlichen Welt, namentlich in Europa. Religion spielt im Leben seiner autochthonen Einwohner faktisch keine Rolle mehr. Die Einsicht, dass Menschen existieren, die einer Religion anhängen, die sowohl die Politik als auch den normalen Tagesablauf rigoros bestimmt, erschließt sich im „gottlosen“ Europa nur wenigen Zeitgenossen. Auch Angehörige der Bildungselite sind sich nicht darüber im Klaren, dass eine Trennung von Kirche und Staat in einer islamischen Gesellschaft undenkbar ist. Das liegt an der in Europa weit verbreiteten Ignoranz hinsichtlich der „heiligen Schriften“ des Islam.
Der herrschende Kulturrelativismus, verstellt den meisten Europäern den Blick für die Herausforderungen, die mit dem Erstarken einer vormodernen Parallelzivilisation verbunden sind, für die eine Trennung von Staat und Kirche unmöglich ist. Denn letztlich sind doch alle Menschen gleich und glauben an denselben Gott, nicht wahr?
Unkenntnis und Sorglosigkeit sind indes die wichtigsten Einfallstore für jede totalitäre Doktrin. Die Annahme, es sei doch gegenwärtig alles so friedlich und wunderbar, und nichts und niemand könnte daran je etwas ändern – einfach, weil man in seinem ganzen Leben nie etwas anderes gesehen hat -, ist auf verhängnisvolle Weise irrig. Der „Naturzustand“, also die Lebenswirklichkeit der überwiegenden Mehrzahl der Menschheit, war vor dem Zeitalter der Aufklärung, auf dramatische Weise unglücklicher, als sie es gegenwärtig ist. Hunger, Mangel, Armut und unausgesetzte politische Unterdrückung, bildeten eher die Regel als die Ausnahme. Der mit der Entstehung und dem Erstarken der marktwirtschaftlich-kapitalistischen Ordnung einhergehende Zuwachs an Freiheit und Wohlstand, war dramatisch.
Indes wird all das von den Altvordern Erreichte, gegenwärtig nicht nur durch eine seit 1989 ungeahnte Renaissance des Sozialismus in all seinen ekelhaften Schattierungen, sondern mehr noch durch eine weit gefährlichere Spielart des Kollektivismus gefährdet: Es geht um den Islam, der sich in der Alten, wie in der Neuen Welt immer stärker ausbreitet. Keine Ideologie, keine jemals ersonnene Doktrin, steht dem westlichen, aufgeklärt-liberalen Denken feindseliger gegenüber, als der politische Islam.
Bill Warner, ein US-amerikanische Physiker und Mathematiker, hat das islamische Schrifttum analysiert und ist dabei zu Erkenntnissen gelangt, die alarmierend zu nennen sind. Der Mann untersuchte, bewaffnet mit dem Werkzeug des Naturwissenschaftlers, die Gewichtung der Inhalte der „heiligen“ islamischen Texte. Nur 14 Prozent davon entfallen auf den Koran, 26 Prozent auf die Sira (die Biographie Mohammeds), der größte Teil aber, nämlich 60 Prozent, auf die Hadithen (Anekdoten und Aussprüche aus dem Leben Mohammeds). Nicht ohne Grund werden Muslime auch Mohammedaner genannt. Mohammed, der selbsternannte Prophet Allahs, nimmt in den heiligen Schriften des Islam weit mehr Raum ein, als Allah selbst.
Ohne Kenntnis der historischen Abfolge und der Sunna (so wird die Kombination von Hadithen und Sira bezeichnet), ergibt die Lektüre des Korans übrigens wenig Sinn.
Warners zentrale Erkenntnis lautet, dass mehr als die Hälfte der genannten „Trilogie“ sich nicht mit dem Seelenheil der Gläubigen beschäftigt, sondern mit der Behandlung der Ungläubigen, der „Kuffar“, durch die Rechtgläubigen. Der Umstand, dass 51 Prozent des heiligen islamischen Schrifttums der Behandlung der „Ungläubigen“ gewidmet sind, die 4/5 der Menschheit ausmachen, macht den eminent politischen Charakter dieser Religion deutlich.
Bill Warner sieht im Islam eine durchgängig „dualistische“ Doktrin. Alles – und auch das Gegenteil davon – lässt sich damit begründen. Die Erklärung für die Widersprüche, liefert ihre zeitliche Zweiteilung in die Jahre vor und nach der Flucht Mohammeds aus Mekka nach Medina. Der ältere, mekkanische Koran, enthält die gerne von seinen Apologeten zitierten Stellen eher friedlichen Charakters. Mohammed war zu dieser Zeit ein Prediger, der keine größere Zahl von Anhängern um sich zu scharen vermochte. Nach seiner Ankunft in Medina wandelte er sich vom Prediger zum politischen Agitator und Kriegsherrn und war in dieser Rolle beispiellos erfolgreich. So änderte sich auch der Ton des in Medina entstandenen Teils des Korans, der plötzlich einen mehrheitlich politisch-aggressiven Charakter annahm.
Da der Koran das Wort Allahs ist, verbietet sich jede Abweichung oder Interpretation. Während der Christ von Gott mit einem freien Willen zu entscheiden ausgestattet wurde, hat der Moslem keine Wahl: Er hat sich den durch Mohammed übermittelten Handlungsanweisungen Allahs, bedingungslos zu unterwerfen.
Der von Warner apostrophierte Dualismus des Islam, manifestiert sich im unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Muslimen und „Ungläubigen“. Eine „Goldene Regel“ (Behandle andere stets so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest!) oder so etwas wie Menschenrechte, sind dem Islam fremd. Denn Allah hasst die Kuffar und rechtfertigt diesen gegenüber jede Gewalttat. Im Islam ist kein Platz für personenbezogene Rechte von „Ungläubigen“.
Der „kleine Jihad“, also der Kampf für die Ausbreitung des Islam, ist für jeden Muslim verbindlich und wird mit allen Mitteln geführt. Jihad ist daher nicht ausschließlich als bewaffneter Kampf zu verstehen. Auch der Einsatz von Geld, die planmäßige Täuschung (Taqiyya), die Infiltration von Feindesland durch muslimische „Flüchtlinge“, sowie das Mittel der ungezügelten Proliferation, gehören dazu.
Angesichts der großen Zahl der bereits in der westlichen Zivilisation lebenden Muslime, erstaunt es, mit welcher Ignoranz und Indolenz ihnen europäische Politiker, Intellektuelle, aber auch Durchschnittsbürger entgegentreten.
.Dass im Rahmen des „heiligen Krieges“ in 1.400 Jahren rund 270 Millionen „Ungläubige“ getötet wurden, hebt den Islam aus allen anderen Religionen heraus. Keine andere (weltliche) Religion hat jemals mehr Opfer gefordert, selbst der Kommunismus und der Nationalsozialismus nicht. Wer meint, dass es in Europa, wo der Islam – besonders in England und Frankreich, aber auch in Schweden, Österreich und Deutschland -, tagtäglich an Boden gewinnt, künftig anders laufen würde, als im einst christlichen Orient, sollte sich dingend mit der Geschichte Mohammeds und seiner Nachfolger beschäftigen.
Bill Warner geht es nicht um den religiösen, sondern um den politischen Aspekt des Islam. Er behauptet nicht, dass jeder Muslim ein gefährlicher Jihadist ist. Seine Kritik richtet sich auch nicht gegen Muslime, sondern ausschließlich gegen den politischen Islam. Er hat wohl recht, wenn er feststellt, dass der Koran zwar das in der westlichen Welt heute politisch wirkmächtigste, zugleich aber auch das wohl am wenigsten gelesene Buch ist. Unwissenheit, wir wissen es, schützt indes nicht vor Strafe. Wer nicht weiß, womit er es zu tun hat, leistet seiner größten Bedrohung ungewollt Vorschub. Für die westliche Zivilisation ist es eine Überlebensfrage, wie sie der Herausforderung durch den politischen Islam begegnet.
Die Schriften Bill Warners können über sein „Center for the Study of Political Islam“ (CSPI) bezogen werden: https://www.politicalislam.com/ Sie sind absolut lesenswert!

11 comments

  1. wbeier

    >“Seine Kritik richtet sich auch nicht gegen Muslime, sondern ausschließlich gegen den politischen Islam“<
    Damit rudert er aber kräftig zurück ins PC-Fahrwasser weil er damit seine gesamte Studie entwertet. Gibts jetzt also auch einen unpolititischen Islam oder was?
    Auf einen groben Klotz würde auch ein grober (spiritueller) Keil gehören. Das bieten die beiden anderen Wüstenreligionen nur bedingt oder gar nicht. Wotan und Odin schau oba!

  2. sokrates9

    Es gibt nur einen Islam! Das „picking“ ist Häresie, nicht zulässig und wird gemäß Koran mit dem Tod bestraft!

  3. JSmith

    Die grosse Masse der Lemminge in Europa wird erst erkennen was sich da angesiedelt hat, wenn die Köpfe in grösserer Zahl zu rollen beginnen….jeder islamische Terrorakt wird kleingeredet und Radikalen Einzeltätern zugeschrieben.
    In der Zwischenzeit werden von anderen Teilen derselben Armee Fakten geschaffen…Stadtteile übernommen…devote korrupte Politiker bis hinauf nach Brüssel geschmiert und eine Politik der Verständigung ausgeübt…in der Öffentlichkeit jeder Gewaltakt verurteilt – insgeheim gefeiert!
    Dem Weisen sei angeraten vorbereitet zu sein….in jeder Hinsicht…es wird wieder mal interessant in Good old Europe….auch wenn die genannten Lemminge das vehement bestreiten….be prepared!

  4. Andreas Tögel

    Zur Klarstellung: Warner rudert nicht zurück und unterwirft sich auch keiner Forderung der PC. Er stellt nur fest, dass der religiöse Teil des Islam (der seiner Analyse zur Folge 49% der Schriften einnimmt) ihn nicht interessiert. Ob, wie und wie oft einer betet, geht tatsächlich keinen anderen etwas an. Wahr ist auch, dass es tatsächlich Muslime gibt, die nicht die Absicht haben, uns Kuffar die Köpfe abzuschneiden. Nicht jeder Moslem nimmt jedes geschriebene Wort als bare Münze und handelt zu 100% danach. Bitte nicht zu übersehen ,dass einige der im Westen lebenden, zu den schärfsten Kritikern des politischen Islam zählenden Intellektuellen, selbst Muslime sind. Meiner bescheidenen Meinung nach, macht Warner keinen Fehler, wenn er seine Kritik ausschließlich auf den uns Kuffar gewidmeten Teilen des Islam richtet. Zwar gibt es keinen unpolitischen Islam. Daraus aber den Schluss zu ziehen, er wäre deshalb überhaupt keine Religion, würde übers Ziel schießen.
    Wer nicht mehr Zeit dafür verwenden will, dem kann ich nur empfehlen, zumindest Warner Buch „Political Islam“ zu lesen. Das sollte an den Grundschulen zur Pflichtlektüre gemacht werden.

  5. Josi

    Warner vergisst auch zu erwähnen, dass der Koran sich an Männer richtet. Er „spricht“ zu Männern über Frauen, wie sie zu behandeln seien. Aber er spricht nicht zu Frauen auch, nimmt also nicht an, dass Frauen den Koran überhaupt lesen werden. Es heißt immer „sie …“ (die Frauen) „dies und das“, aber nie, sinngemäß „liebe Frauen, macht dies und das im Umgang mit den Männern“. Was ist mit diesem Aspekt, liebe „me-too“-FanatikerInnen?

  6. Christian Peter

    @A. Tögel

    Liberale Muslime sind eine verschwindend geringe Minderheit im Islam. Was erwarten sich sie von Anhängern einer Ideologie wie dem Islam, die die westliche Rechtsordnungen nur unter Vorbehalt anerkennen ?

  7. sokrates9

    Natürlich interessiert sich nicht jeder für Religion. Doch Religion dient als Fundament für die Rechtssysteme. Und die exekutieren dann brutal die religiösen Vorstellungen! Wie viele der 40 Millionen Iranerinnen interessieren sich für Religion?? Dennoch „dürfen“ alle den Schleier tragen!

  8. wbeier

    @Tögel
    >Wahr ist auch, dass es tatsächlich Muslime gibt, die nicht die Absicht haben, uns Kuffar die Köpfe abzuschneidenl<
    Na dann bin ich ja als in bereicherter Wohnumgebung Lebender ob der Expertise aus dem Elfenbeinturm wirklich beruhigt (Ironie). Mir ist auch wurscht ob jemand Kerzerln schlickt oder bückbetet – die Krux bleibt der ungehemmte religionsunabhängige Import in fast jeder Hinsicht Inkompatibler aus dem "fruchtbaren Halbmond". Der Islam spielt hier die identitätsstiftende Klammer der mit dem Westen Überforderten und Inkompatiblen. No na, der Djihad bleibt eben Auftrag. Nicht vergessen: Wir haben es nicht unbedingt mit der intellektuellen Auslese ihrer Herkunften zu tun

  9. Falke

    Der entscheidende Punkt ist die Tatsache, dass nur eine Minderheit der Muslime aggressiv ist. Damit können die Politiker immer behaupten, dass man die Muslime natürlich nicht unter Generalverdacht stellen kann, und somit wird gar nichts unternommen. Daher muss man das Problem von anderer Seite angehen: Entgegen der Ansicht von Tögel, bin ich durchaus der Meinung, dass der Islam keine Religion im herkömmlichen Sinn ist, sondern eine mit einem demokratischen Rechtsstaat absolut inkompatible Gesellschaftsform und Ideologie, die sich nur als Religion tarnt und die daher durchaus verfassungskonform verboten werden kann (und muss).

  10. wbeier

    qFalke
    >Der entscheidende Punkt ist die Tatsache, dass nur eine Minderheit der Muslime aggressiv ist.<
    Genau das geht in unsere abendländischen Schädel nicht rein: Es gibt keinen "Islam light"!! Trennen sie sich von ihrer Sozialisierung christlicher Prägung. Der Orient kennt nur Unterwerfung, Unterordnung, Stärke und Vernichtung.

  11. sokrates9

    Eine Minderheit genügt um ganze Völker zu unterjochen Nochmals 40 Mio Frauen lassen sich von einigen wenigen Mullahs den Schleier aufzwingen, 10% der Bevölkerung ist angeblich schwul und wird im Iran mit dem Tode bedroht!!

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