“Im Kopf sind wir alle Marxisten”

“Linksliberale, Kirchenführer, selbst Bürgerliche verwenden marxistische Denk-Topoi am laufenden Band, ohne es zu merken. Karl Marx konnte eingängig schreiben. Aber er hat die Dynamik des Kapitalismus nicht verstanden. Das Kapital, das er verteufelte, hat Wohlstand geschaffen und Millionen aus der Armut befreit.” (hier)

16 comments

  1. Selbstdenker

    Ein ausgezeichneter Artikel in dem das Grundproblem treffend beschrieben wird.

    Marx war kein Ökonom, sondern ein Philosoph in eigener Sache, der sich eines inkonsistenten Sammelsuriums mittlerweile mehrfach widerlegter ökonomischer Thesen bediente.

    Die “Strahlkraft” seines Werkes liegt nicht im Ergebnis und auch nicht in seiner Methodologie. Vielmehr liefert Marx eine intellektuelle Fassade für diejenigen, die eigene Unzulänglichkeiten anderen umhängen bzw. genuin amoralisches Verhalten über sein Werk – ein Kompendium der intellektuellen Unredlichkeit – legimieren wollen.

    Marx ist nicht der einzige radikal-egalitäre philosophische Terrorpate, aber er ist unter ihnen der erfolgreichste Vermarkter falscher und inkonsistenter Thesen, die er wortgewaltig in Papier einpackt.

    Der Autor vom NZZ-Artikel liegt mit seinem Befund völlig richtig, wenn er sinngemäß schreibt, dass Marx mit seinen ökonomischen Thesen krachend gescheitert ist, aber sich seine Rhetorik verselbständigt hat und tief ins bürgerliche Milieu eingedrungen ist, wo sie unhinterfragt nachgeplappert wird.

  2. Karl Markt

    “oder weil sie von persönlichen Abstiegsängsten geplagt sind,“

    “auch wenn es kurzfristig immer Verlierer gibt. “

    Wenn es “kurzfristig immer Verlierer gibt“, meint das dasselbe wie “es gibt immer Verlierer“.
    “Kurzfristig immer“ ist ein Widerspruch in sich, ein Oxymoron.

    Diese Verlierer, die es immer gibt, heißen bei Marx industrielle Reservearmee. Und weil es die immer gibt, plagen die Leute persönliche Abstiegsängste.
    Es scheint der Autor hat auch marxistisch programmierte Gehirnzellen.

    Produktivitätssteigerung führt nicht zu Arbeitszeitverkürzung, sondern Gesetzte.
    Würde allein Produktivitätssteigerung zu Arbeitszeitverkürzung führen, könnten wir mittlerweile Dienstag Mittag Schluss machen ((c) Michael Häupl), mit Blick auf die Produktivitätssteigerung seit der industriellen Revolution.

    Warum das nicht so ist, erklärt die Arbeitswerttheorie von Marx, doch die meisten Zeitgenossen sind damit intellektuell überfordert oder sperren sich aus emotionalen Gründen dagegen.

  3. Karl Markt

    “Der Wert eines produzierten Gutes stammt nicht aus der dafür verwendeten Arbeit, wie Marx behauptete, sondern aus der Wertschätzung der Konsumenten.“

    Wie der Autor vielleicht geprägt von marxistisch programmierten Gehirnzellen intuitiv anmerkt, geht es um den Wert eines “produzierten Guts“.
    Aha. Und was ist mit den nicht produzierten Gütern, also zum Beispiel reine Naturprodukte, wie Wasser in einem Fluss, Gemüse das im eigenen Garten wächst etc…?
    Warum haben die keinen Wert und sind gratis?

    Wie der Autor schon intuitiv andeutet, weil kein Produktionsprozess dahinter steht.

    Also folgt logischer Weise, dass es einen Produktionsprozess braucht, damit ein Gut seinen Wert bekommt.
    Und der Produktionsprozess löst sich auf in menschliche Arbeit, oder anders Lohnarbeit ist der einzige Kostenfaktor der Produktion.
    Und diese Kosten wälzt der Unternehmer um auf das Produkt.
    Deshalb bildet Arbeit den “Inhalt“ des Wertes.

    Subtrahiert man den Produktionsprozess, fällt auch der Wert (weg).

  4. Thomas Holzer

    Da kann sich der Karl Markt abarbeiten. Ich freu mich für ihn 😉

  5. Selbstdenker

    @Karl Markt:
    Und was ist mit den nicht produzierten Gütern, also zum Beispiel reine Naturprodukte, wie Wasser in einem Fluss, Gemüse das im eigenen Garten wächst etc…?”

    Wasser im Fluss hat nicht keinen Wert, sondern lediglich einen sehr niedrigen relativen Wert, solange es im Überfluss vorkommt. Zudem ist dieser Wert subjektiv. Ein Mensch wird einem Liter Flusswasser nicht den gleichen Wert beimessen wie einen Liter Wasser aus einer Mineralwasserquelle.

    Um jeweils einen Liter Wasser aus einem Fluss, dem Meer oder einer Quelle zu schöpfen brauche ich den gleichen Aufwand und dennoch hat es nicht den gleichen Wert. Erst recht nicht, wenn ich diese drei Liter Wasser nach Saudiarabien verkaufe.

    Ihr Vergleich hinkt komplett.

  6. Thomas Holzer

    Wenigstens ist der Herr Marx für die Frau Nahles “noch immer aktuell” 😉

  7. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Natürlich ist Marx immer noch aktuell; z.B. in Venezuela oder in Nordkorea.
    Da hat dieser deutsche Polit-Trampel (angeblich eine Frau) gar nicht so unrecht.

  8. Ländler

    “Und was ist mit den nicht produzierten Gütern, also zum Beispiel reine Naturprodukte, wie Wasser in einem Fluss, Gemüse das im eigenen Garten wächst etc…?
    Warum haben die keinen Wert und sind gratis?”
    Sie scheinen keinen eigenen Garten zu haben, wenn ich die Kosten für mein Hochbeet, Samen, Stecklinge usw berücksichtige, könnte ich sehr viel Gemüse im Laden kaufen … gratis iSv kostenlos ist es nicht, dafür aber sicher öko, bio, vegan und frei von Kinderarbeit 😉

  9. Karl Markt

    @Ländler
    “Kosten für mein Hochbeet, Samen, Stecklinge usw“

    Ja klar, weil Sie die im Geschäft kaufen. 😉
    Verwenden Sie jedoch die Samen direkt aus dem Garten, kosten die nichts.
    Nur die, die von jemand ANDEREM produziert wurden, kosten etwas, weil Sie ja dessen Arbeit bezahlen müssen.
    Ein typischer Denkfehler.

  10. astuga

    Dass Marx und Engels insgesamt falsch lagen erkannt man schon alleine daran, dass die historische Realität und der real existierende Sozialismus sie widerlegt haben.

    Da können sich die ideologischen Wiedergänger noch so sehr an einzelnen Passagen des “Kapitals” aufhängen und abarbeiten.
    In jedem noch so kruden Werk wird man auch stimmige oder scheinbar stimmige Passagen finden.
    An den Früchten sollt ihr sie erkennen!

  11. astuga

    Wo Marx auch mal richtig lag…
    Karl Marx aus “Karl Marx – Friedrich Engels – Werke, Band 10”
    http://www.mlwerke.de/me/me10/me10_168.htm

    Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist “harby”, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen.

  12. Johannes

    Lieber Markt was nützt es dem fleißigsten, motiviertesten Menschen, wenn Sie so wollen Arbeiter, wenn es nicht jemanden gibt der bereit ist das Risiko auf sich zu nehmen um überhaupt erst Betriebsstätten vorzufinanzieren und zu bauen, Ideen zu entwickeln, das Unternehmen so zu führen das andauernd gegen starke Konkurrenz Aufträge eingehen die Arbeit erst ermöglichen?
    Ihr Marxisten tut immer so als ob die Arbeit allgegenwärtig wäre, die Unternehmer nur darauf warten müssten das ihnen alles in den Schoss fällt. Marx wird gerade jetzt gefeiert, China liefert ein Denkmal und gerade China ist von den Ideen Marx weiter entfernt den je.
    Wenn ihr alles so gut wisst dann tut es doch, aber bitte wenn es geht mit weniger Todesopfer als wie in der Vergangenheit, auch DDR Methoden sind nur mit Gewalt wieder einzuführen, also müsst ihr euch schon was besonderes einfallen lassen um zu reüssieren.

  13. Daniel B.

    “Wenn ihr alles so gut wisst dann tut es doch, aber bitte wenn es geht mit weniger Todesopfer als wie in der Vergangenheit”

    Die Umsetzung Marxistischer Ideen geht nie ohne Ermordung der ~10% “Reichen”.
    “Reich” sein, also mehr zu haben als der Durchschnitt, ist im Sozialismus immer klassenfeindlich. Sind die 10% “Reichen” ermordet, kommen die nächsten 10% übriggebliebenen “Reichen” dran…kann man aus der Geschichte von Rot-China oder der UDSSR lernen….wenn man denn will!

    150 Jahre Marxistische Ideen, mindestens 150 Millionen Ermordete!

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