“Italien läutet das Ende des Euro ein”

Jetzt ist es also soweit. Die sich anbahnende neue italienische Regierung ist fest entschlossen, das Illusionsschauspiel der Euroretter nicht mehr mitzuspielen. Der Kaiser ist nackt. weiter hier

16 comments

  1. Christian Peter

    Glaube ich nicht, denn im Regierungsprogramm der neuen italienischen Regierung ist in Sachen Euro nicht viel zu finden, lediglich die Beseitigung der Sparprogramme wird darin erwähnt. Was extrem enttäuschend ist, denn Beppe Grillos Movimento 5 Stelle wollte immer einen Austritt Italiens aus der Währungsunion, und hatte sich in der Vergangenheit aus diesem Grund nie auf eine Regierungsbeteiligung eingelassen.

  2. Gerald Steinbach

    Seltsam, wenn ich schon komplett am Sand bin wie Italien, in Schulden schwimme, beseitige ich die Sparprogramme, eine Logik die sich mir nicht erschließt

  3. Falke

    @Gerald Steinbach
    Offenbar verlassen sich die Italiener auf ihren Mann in der EZB, Mario Draghi. Das Problem ist nur, dass dieser nur bis Ende 2019 im Amt ist, dann folgt – wahrscheinlich – ein Deutscher. Dann wird es wohl für die Italien eher ungemütlich. Aber so weit denkt keine Regierung.

  4. Gerald Steinbach

    Falke
    Im Prinzip muss die EZB die Fehler der Politik irgendwie auch ausbaden, wenn Draghi anfängt an der Zinsschraube zu drehen, fängt sich an die Katze in den Schweif zu beißen.
    Der Club Med bekommt die Probleme mit ihren Bonds und das Spielchen fängt von vorne an
    Weidmann, der als Nachfolger von Draghi im Gespräch ist, würde ich persönlich für keine schlechte Wahl halten

  5. Johannes

    Das interessante an den Schuldenländern ist das die durchschnittlichen Spareinlagen der Bevölkerung in diesen Ländern über denen der Bevölkerung in den reichen Länder liegen.
    Italien ist eine Wirtschaftsgroßmacht, es kann nur eine verfehlte Steuer und Abgaben bzw. Ausgabenpolitik Schuld am desolaten Zustand sein, würde ich meinen.

  6. G.

    Selbst wenn ein Deutscher Monti nachfolgen sollte, wird dieser vonMerkels Gnaden sein und genau gar nichts ändern!

  7. Christian Peter

    Was aber auch klar sein sollte : Die wirtschaftlichen Verwerfungen im Süden Europas sind nicht nur auf den Euro, sondern vor allem auf den nicht funktionierenden EU – Binnenmarkt zurückzuführen. Die einzige Lösung : Die Handelspolitik wieder zu dezentralisieren und in die Hände der Mitgliedsstaaten zu legen.

  8. MM

    @Johannes: Italien geht es wirtschaftlich nicht gut. Die Leute halten ihr Zeug zusammen, meist eine Eigentumswohnung, anstatt wie in Deutschland teure Autos zu kaufen, die dann nach 10 Jahren wertlos sind. Deshalb ist die private Sparquote höher (der Median, nicht der Durchschnitt).

    Wenn Sie aber in Italien von Ihrer Arbeit leben müssen, wird es sehr schwierig, weil das Land unter einer Überregulierung und inzwischen auch unter Deindustrialisierung leidet. Wenn man jetzt einfach die Steuern erhöht und die Pensionen und die Gehälter der Staatsbediensteten senkt, dann ändert sich nichts daran, dass die Wirtschaft nicht läuft.

  9. MM

    Italien braucht Wirtschaftsreformen, keine Finanzreformen.

    Der Sparkurs, zumindest wie er meist öffentlich diskutiert wird und in Italien und Griechenland umgesetzt wurde, sieht einfach nur Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen vor. Nach 10 Jahren Krise und ohne Ende in Sicht haben die Italiener jetzt die Schnauze voll, weil sie merken, dass das nichts bringt.

    Die Italiener sind gut ausgebildet und die Löhne sind dort deutlich niedriger als bei ihren nördlichen Nachbarn. Irgendwas muss also falsch laufen, wenn niemand dort investieren will. Und es sind eben nicht die angeblich zu niedrigen Steuern.

    Leider kommen sie aber auch nicht drauf, was man stattdessen machen sollte. Zumindest kollektiv nicht. Und zwar, die Wirtschaft ankurbeln, indem man das Wirtschaften einfacher macht. Dann klappts mittelfristig auch wieder mit dem Budget. Regulierung reduzieren und vereinfachen. Bürokratie beschleunigen (geht bei einfacheren und weniger Regeln fast automatisch), Eigentumsrechte stärken, Rechtssicherheit schaffen (Justizverfahren können dort Jahrzehnte gehen). Die einzigen Parteien die zumindest rhetorisch diese Punkte aufgreifen, sind Forza Italia und die Lega. Erstere, also die Berlusconi-Partei, spricht davon aber schon seit 25 Jahren und es wird kaum was umgesetzt. Und die Lega hat einfach andere Schwerpunkte: Innere Sicherheit, Abwehrung der Invasion und Reduzieren des Pensionseintrittsalters.

  10. hstockmar@yahoo.com

    Der euro ist eine gute Sache, einige Prinzipien gehören aber reformiert. Ohne euro wäre Europa dem Dollardiktat noch mehr ausgeliefert und würde alle Vorteile der Seignorage ( bitte googeln ) verlieren. Jede internationale Handelstransaktion müsste in USD abgewickelt werden. Auch viel mehr Währungsabsicherung Geschäfte wären nötig. Gesamtkosten ein Vielfaches dessen, was uns z.B. Griechenland kostet ( das heisst nicht, dass einige Länder im Euroraum eigentlich nichts zu suchen hätten.

  11. Christian Peter

    @hstockmayer

    Unsinn. Der Euro verursacht Umverteilungskosten in Billionenhöhe, die von Ihnen genannten Kosten sind nicht einmal der Rede wert.

  12. Christian Peter

    @hstockmayr

    Alleine die Niedrigzinspolitik der EZB erleichtert die Sparer in Deutschland und Österreich um 60 Milliarden Euro pro Jahr, in Österreich verlieren Sparer ca. 5 Milliarden Euro pro Jahr. Insgesamt geht es dabei schon weit über eine halbe Billion Euro, die deutsche und österreichische Sparer in den vergangenen 10 Jahren durch den Euro verloren haben (Übernahme von Haftungen, Kosten für Rettungsschirme, Target2- Forderungen an das EZB – System, u.s.w. nicht berücksichtigt).

  13. Christian Peter

    Und weil es so gut läuft, werden demnächst die nächsten Krisenkandidaten Mitglied der EU werden : Serbien, Montenegro, Mazedonien, Albanien und das Kosovo. Federführend bei der Erweiterung der EU ist übrigens der Erweiterungskommissar Johannes Hahn – ÖVP.

  14. Christian Peter

    Bosnien und Herzegowina nicht zu vergessen, was auch aus anderen Gründen für Diskussionen sorgt, denn am Westbalkan leben mit einem Anteil von bis zu 98 % in manchen Ländern (z.B. Mazedonien) die meisten Muslime in Europa.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .