Japans verkannte Stärken

„Die insulare Lage, die kulturelle Eigenständigkeit und der einzigartige Gesellschaftsvertrag ermöglichen es Japan, auch in Zeiten der Globalisierung eigene Wege zu gehen.“ (hier)

8 comments

  1. CE___

    Japan ist wirklich ein ganz spezieller Fall welcher in vielen Dingen ein Vorbild sein kann.

    Ein Land/Kultur/Nation, welches nach jahrhundertelanger Abschottung „plötzlich“ von aussen 1853 mitgeteilt bekam dass es in der bisherigen Weise so nicht weitergehen kann.

    Und man reagierte und beschloss mitzuspielen anstatt, wie zum Beispiel China zu gleichen Zeit, in einen bräsigen und durch nichts mehr haltbaren Überheblichkeitskomplex zu verfallen oder darin weiterzuschwelgen.

    Aber anstatt zusammen mit der Übernahme von ausländischem Know-How, Institiutionen und Technik seine Vergangenheit zu verfluchen und sein jahrtausendealtes kulturelles Fundament „als altem Schrott“ samt oder sonders über Bord zu werfen, hat man sein kulturelles Fundament wo nötig abgeschliffen (zB. Samurai-Kaste) damit es passt, aber insgesamt und weit überwiegend intakt gehalten.

    Und auch nur das von aussen übernommen was man nach langen Reisen durch in die Welt ausgesandte Delegationen überhaupt als übernehmens- und nachahmenswert und die eigene Nation stärkend ansah.

    Und hier auch weise Voraussicht und/oder Glück bewiesen dass man das zur gleichen Zeit das von Marx in Deutschland in die Welt versprühte Gift des Marxismus NICHT mit übernommen hat.

    Den das Gift des Marxismus, auf dem alle Massenmord-Ideologien wie die verschiedenen Schattierungen des Kommunismus wie Stalinismus, Maoismus, Pol-Pot, Castro, Ho-Chi-Minh, und auch der Nationalsozialismus aufbauen, hat zumindest meines Wissens nach in Japan keinen Halt gefunden bzw. man hat mit örtlichen Ablegern „kurzen Prozess“ gemacht, wo heutige Generationen nur danke sagen können.

    Und ja, auch wenn die ordinären Gelddruckorgien der BoJ schlussendlich ins Desaster führen, oder die schwachen Geburtenzahlen das Sozialsystem unter Druck setzen, denke ich besteht das kulturelle Fundament auf dem diese Schwierigkeiten mit allen ihren damit verbundenen gesellschaftlichen Verwerfungen überwunden werden können, und die Japaner sich nicht noch eine zusätzliche Ebene an Risken und Problemen aufgehalst haben, nämlich die einer unkontrollierten illegalen Masseneinwanderung von der eigenen Kultur nur fremd oder gar feindlich gegenüber stehenden Fremden und sich von dort „Rettung“ und „Erlösung“ erhoffend.

    PS: Und nein, das oben gesagte heisst auch nicht dass ich den militanten Nationalismus, den Japan nach seiner erfolgreichen Erneuerung an den Tag gelegt hat, gut oder nachahmenswert finde.

    Aber es soll sagen dass es einen Mittelweg geben muss zwischen heutiger deutscher kompletter Selbstaufgabe und Selbstverleugnung und übersteigerten, überheblichen Nationalismus, welche beide den Keim des Scheiterns in sich tragen.

  2. sokrates9

    Japaner lassen sich keine Steinzeitkultur aufzwingen! Das halte ich für beachtlich!

  3. Mona Rieboldt

    Japan hat früh auf Roboter gesetzt wegen einer älter werdenden Gesellschaft. Sie wollten keine ausländischen Arbeitskräfte, wollen weiterhin eine homogene Gesellschaft bleiben.
    CE
    Die ehemalige Samurai-Kaste sind vielfach heute Beamte, also im Staatsdienst. Und den Kaiser haben sie behalten, wenn er auch keine Macht hat, so wird er doch verehrt.

  4. CE___

    Mona Rieboldt

    Ja, es wird sicherlich im grossen japanischen Staatsdienst etliche Nachkommen von ehemaligen Samurai geben, unbestritten. Das allerdings in der Umbruchzeit die „arbeitslos“ gewordenen Samurai grosso modo eingefangen und den Staatsdienst versetzt wurden ist mir neu, auch habe ich bisher von keinen jetzigen Sumarai im Staatsdienst gehört, die dort mit den daisho Angst und Schrecken verbreiten. Ja, und den Kaiser haben sie behalten, eben wie ich schrieb, man warf nicht alles über Bord.

    Und ihr Punkt jetzt?

  5. Falke

    „Gesellschaftsvertrag zwischen den Bürgern und dem Staat. Es gibt keine namhaften ethnischen, religiösen, sprachlichen und kulturellen Minderheiten. Reformen und Innovationen, die die Geschlossenheit der japanischen Gesellschaft bedrohen könnten, werden sorgsam vermieden. Japan will keine namhafte Zuwanderung. In der ersten Hälfte 2017 hat es nur drei Flüchtlingen Asyl gewährt.“ Japan kann insgesamt optimistisch in die Zukunft blicken. Würden die EU-Staaten dem japanischen Beispiel folgen? Gott behüte, da sei Merkel/Juncker/Macron bevor! Unsere Zukunft ist völlig unsicher; dafür sind wir aber „weltoffen“!

  6. astuga

    Die Samurai-Familien finden bzw fanden sich weniger im Staatsdienst, sondern eher im Bereich der Unternehmenskonglomerate.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Zaibatsu
    Der japanische Staat bzw die polit. Parteien sind in gewisser Weise der verlängerte Arm dieser Großkonzerne.
    Wobei das ja oft auch im „Westen“ so ist, nur gilt es bei uns eher als politisch anrüchig denn als Normalzustand.
    Historisch führend bei dieser Entwicklung war der Nabeshima-Clan, der eng mit dem vom schottischen Abenteurer und Geschäftsmann Thomas Blake Glover kooperierte.

  7. Christian Peter

    Nicht zuletzt ist die Stärke Japans der Einwanderungspolitik geschuldet, denn in Ländern mit hoher Einwanderung geht letztendlich jeder gesellschaftlicher Zusammenhalt verloren. Dieser gesellschaftliche Erodierungsprozess ist momentan in Westeuropa im Gange.

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