„Kapitalismus ist der einzige Weg, gut zu leben!“

„….Am Ende sollte die völlige Trennung von Staat und Wirtschaft stehen. Der Staat sollte keine Rolle spielen in unseren wirtschaftlichen Aktivitäten, sondern nur unsere Rechte schützen, in wirtschaftlichen Fragen vor allem die Eigentumsrechte. Sonst sollte er uns allein lassen, das heisst: Es gibt keine Sozialwerke, keine Umverteilung von Wohlstand, keine Regulierungen, keine Kontrolle des Geschäfts – nur wir allein beim Verfolgen unserer ökonomischen Interessen…“ (Der US-Finanzwissenschafter Yaron Brook im schweizer „Tagesanzeiger„, lesenswert!)

122 comments

  1. wollecarlos

    Gott-sei-Dank, daß man im Bundesarchiv nachlesen kann:
    ———————————————————————————
    „Geheime Verschlussache b 5 -1158/89
    37. Ausf. Seiten 1-22
    Geheimhaltungsgrad darf nicht verändert werden

    27.120.1989

    VORLAGE

    für das Politbüro des Zentralkomitees der SED

    von Gerhard Schürer,
    Vorsitzender der staatlichen Plankommission

    ANALYSE
    der ökonomischen Lage der DDR mit Schlußfolgerungen

    Ausgehend vom Auftrag des Generalsekretärs des ZK der SED, Genossen Egon Krenz, ein ungeschminktes Bild von der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen vorzulegen, wird folgendes dargelegt:

    Der Ausbau der Infrastruktur, darunter das Straßenwesen, mußte insgesamt aufgrund der zurückgehenden Akkumulationskraft vernachlässigt werden…

    …wurden zur gleichen Zeit dringendste Reparaturmaßnahmen nicht durchgeführt und in solchen Städten wie Leipzig, und besonders in Mittelstädten wie Görlitz u.a. gibt es Tausende von Wohnungen, die nicht mehr bewohnbar sind.

    Auf der Grundlage unseres sozialistischen Planungssystems … „

  2. Lodur

    @wollecarlos
    „Erst 15 Jahre her, da konnte man das alles besichtigen, ” In einem demokratisch-sozialistischen System mit kollektiviertem Wohnraum …” in der “Doitschen Demogratischen Rebublik”.“

    Die (post-) stalinistische DDR war in etwa genauso demokratisch-sozialistisch wie Sie gebildet und stringent argumentierent.

  3. wollecarlos

    @Lodur
    „…Die (post-) stalinistische DDR war in etwa genauso demokratisch-sozialistisch …“

    Woher wissen Sie das?

  4. wollecarlos

    @wollecarlos
    Frau Wagenknecht von der Kommunistischen Plattform und Gregor Gysi von der SED/PDS sind nämlich ganz anderer Meinung, als Sie.

    Und -Kardinalsfrage- WER hat mehr Ahnung von solchen Systemen?

    Sie, oder die Beiden?

  5. wollecarlos

    @Lodur
    Sind das alles ganz, ganz Doofe und nur unser Lodürchen hat die Wahrheit mit großen Löffeln, mit Schöpfkellen, gefressen?

  6. Lodur

    @wollecarlos
    „Für MarxistInnen ist nicht dieser oder jener einzelne Aspekt für die Charakterisierung einer Gesellschaft wesentlich, sondern die Frage, welche Klasse herrscht und der Gesellschaft ihren Stempel aufdrückt. Kurioserweise bezeichneten – obzwar sie sich sonst selten einig waren – sowohl die „offizielle“ BRD als auch die SED die DDR als „sozialistisch“. Beide haben Unrecht. Während es der SED-Bürokratie darum ging, ihrem System eine Qualität zuzuschreiben, die es nicht hatte, ging es dem Westen darum, die offensichtlichen Mängel oder Verbrechen in der DDR als für den „Sozialismus“ typisch darzustellen.

    In Wahrheit verkörperte die DDR eine Übergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Sozialismus, in der Elemente beider Ordnungen (Ökonomie, Kultur, Traditionen usw.) miteinander ringen. Allerdings waren in der DDR wesentliche Grundlagen des Kapitalismus wie die Existenz der Bourgeoisie als Klasse, das Privateigentum an Produktionsmitteln beseitigt. Das kapitalistische Wertgesetz (Produktion von Profit, Marktkonkurrenz) war der – bürokratischen – Planung untergeordnet. Mit der Einführung des ersten Fünfjahrplans 1951 waren die alten ökonomischen Regularien fast durchgängig durch eine Wirtschaftsplanung ersetzt. Zugleich gab es aber noch „Reste“ des Kapitalismus wie Lohnarbeit oder Geldbeziehungen. […] Doch das ist nur eine Seite der DDR. Die andere, dunkle Seite bestand darin, dass die DDR von Anfang an eine Gesellschaft war, in der eine abgehobene, fast unkontrollierbare bürokratische Kaste die politische Macht inne hatte und an allen Schaltstellen der Gesellschaft thronte. Das historische Subjekt des Kapitalismus, die Bourgeoisie, war enteignet, doch deren Stelle nahm nicht etwa die Arbeiterklasse ein, sondern die Bürokratie. Indem aber die Arbeiterklasse, indem die ProduzentInnen und KonsumentInnen überhaupt nicht oder zumindest nicht direkt darüber bestimmen konnten, wie die Entwicklung der Gesellschaft verläuft, was und wie produziert wird, wie verteilt, wofür investiert wird usw. waren sie als die entscheidenden Triebkräfte der neuen Gesellschaft gefesselt.

    Dieser Ausschluss des Proletariats von der politischen Macht war doppelt fatal: erstens, weil eine Bürokratie denkbar ungeeignet ist, um eine komplexe Gesellschaft zum Kommunismus zu führen; zweitens, weil die Kenntnisse, die Bedürfnisse, die Erfahrungen der Massen nicht oder nur ungenügend in der gesellschaftlichen Entwicklung zum Tragen kamen.

    Nein, die DDR war nicht sozialistisch. Das – schon von Marx postulierte – gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft höhere Niveau von Arbeitsproduktivität und Lebensweise war in der DDR (wie im gesamten Ostblock) nie erreicht worden – aufgrund der Herrschaft der Bürokratie. Gescheitert ist mit der DDR insofern auch nicht der Sozialismus, sondern dessen stalinistisches Zerrbild.

    Die DDR war – in Trotzkis Begriff – ein degenerierter Arbeiterstaat. Also ein widersprüchliches Staatsgebilde, das eine nichtkapitalistische ökonomische Basis aufwies, dessen Struktur, dessen Entwicklung aber durch die Herrschaft der Bürokratie beschädigt und beeinträchtigt war.“

    http://www.arbeitermacht.de/ni/ni144/ddr.htm

    Lesen Sie diese hervorragende marxistische Analyse über den Charakter der DDR und glauben Sie nicht den Propagandalügen (post-) stalinistischer Bürokraten wie Egon Krenz oder Margot Honecker, die das System verteidigen, das sie mittrugen.

    Und was Gysi und Wagenknecht betrifft, so setzen diese sich seit einigen Jahren für einen sozial reformierten Kapitalismus ein, der von kleinen und mittleren Unternehmen getragen werden soll, die „realwirtschaftliche“ Investitionen tätigen und so neue Arbeitsplätze schaffen. Dieser reformistische Nonsense sagt schon alles über die geistigen Qualitäten dieser Möchtegernmarxisten aus. Und solche Hohlbirnen nehmen Sie als Referenz. Ja, ja, gleich und gleich gesellt sich halt gern.

  7. wollecarlos

    @Lodur
    Man kann wenig Gutes über Sie sagen, aber fleißig sind sei, das muss man Ihnen lassen.

    Da Sie ja nun zum 249. Male bewiesen haben, daß alle Unrecht und nur Sie alleine Recht haben, würde ich vorschlagen, daß Sie sich um eine Professur in Marxistischer Philosophie bewerben.

    Vielleicht in Cuba, das 1976 Annahme der marxistisch-leninistischen Verfassung und Durchsetzung der Planwirtschaft beschlossen hat.

    Oder ist Ihnen das noch nicht sozialistisch genug? Dann machen Sie Ihren eigenen sozialistischen Staat auf, denn eine große Auswahl haben Sie nicht:

    Von den über 60 sozialistischen Staatsexperimenten seit 1945 hat ja nicht mal eine halbe Handvoll überlebt. Und die meistens mit Hilfe der bösen Kapitalisten in Form von Entwicklungs- und sonstiger (auch militärischer) Hilfe… Zum Lachen, nicht wahr?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_sozialistischer_Staaten

    Wenn Sie schreiben, daß der Sozialismus erst die Vorstufe des Marxismus sei, dann muss man ja das Allerschlimmste befürchten!

    Als Bonbon für Sie ein Zitat aus der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6.4.1968, revidiert am 7.10.1974:

    „Artikel 1
    Die Deutsche Demokratische Republik IST ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.“

    Naja, ein süß-saures Bonbon!

  8. Lodur

    @wollecarlos
    „Wenn Sie schreiben, daß der Sozialismus erst die Vorstufe des Marxismus sei, dann muss man ja das Allerschlimmste befürchten!“

    WO soll denn bitte das stehen? Sinnerfassend lesen können Sie wohl auch nicht. Der Sozialismus ist die Vorstufe zum Kommunismus. Der Marxismus ist ein auf Basis des Historischen Materialismus und der Hegelschen Dialektik erarbeitetes Theoriesystem der sozioökonomischen Gesellschaftsanalyse. Aus lauter Halbbildung und der damit verbundenen Begriffsverwirrung wissen Sie nicht einmal, was Sie lesen und was für einen Stumpfsinn Sie schreiben.

    „Als Bonbon für Sie ein Zitat aus der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6.4.1968, revidiert am 7.10.1974:

    “Artikel 1
    Die Deutsche Demokratische Republik IST ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.”

    Naja, ein süß-saures Bonbon!“

    Wie gesagt, Sie sind ein Opfer stalinistischer Propagandalügen. Und außerdem, die schärfsten Kritiker des Stalinismus sind die Trotzkisten, Revolutionären Marxisten und/oder libertären Sozialisten, also die Linken selbst. Trotzki und Co. haben schon in den 30er und 40er Jahren den Stalinismus angegriffen und seinen reaktionären Charakter erkannt. Zu einer Zeit als die bürgerlichen Regierungen Europas und der USA noch voll und ganz von Stalin beeindruckt waren.

  9. wollecarlos

    @Lodur
    Sie haben Recht, Sozialismus ist nicht die Vorstuffe des Marxismus, sondern des Kommunismus.
    In der Eile, und wegen der Nebensächlichkeit, Ihnen was zukommen zu lassen, habe ich mich „versehen“!

    Und sehen Sie mal, wie eng diese beiden idiotischen „-musse“ zusammenliegen!

    Und nochmals haben Sie Recht, wenn Sie schreiben:
    “ Der Marxismus ist ein … Theoriesystem.“

    Sag ich doch auch.

    Theorie, blutleer und niemals in die Praxis umgesetzt. Selbst in den mehr als 60 Ländern nicht, wo die „Vorstufe“ zum marxistischen Kommunismus leidvoll erprobt wurde.

    Endlich sind wir wieder mal einer Meinung!

    Nun können wir uns beruhigt schlafen legen. Gute Nacht,
    (Und kraulen Sie nicht so in Karls Bart herum! Der braucht seine Ruhe)

  10. Lodur

    @wollecarlos
    „Theorie, blutleer und niemals in die Praxis umgesetzt. Selbst in den mehr als 60 Ländern nicht, wo die “Vorstufe” zum marxistischen Kommunismus leidvoll erprobt wurde.“

    Wenn Sie den Stalinismus meinen. Der war KEINE Vorstufe des Kommunismus, ja nicht einmal des Sozialismus. Höchstens dessen bürokratisch deformiertes Zerrbild.

  11. Lodur

    @wollecarlos
    Jetzt habe ich wieder einmal mehr als genug von Ihrem Unwissen, das Sie mit provokanten Sprüchen verzieren. Lernen Sie erst einmal die Grundlagen der Ökonomie (damit meine ich NICHT nur die marxistische, sondern auch die bürgerlich-liberale), dann können wir (eventuell) weiter diskutieren.

  12. wollecarlos

    @Lodur
    In Tibet gibt es Gebetsmühlen.

    Sie waren wohl schon mal dort.

    Weil Sie gebetsmühlenartig schreiben, und schreiben, und schreiben.

    Und immer wieder wiederholen:
    Sozialismus hat nichts mit Stalin, Honnecker, Ulbricht usw. zu tun.
    Und Kommunismus erst gar nicht.

    Da sind und waren die Menschen in mehr als 60 Staaten auf dieser Welt nun völlig anderer Ansicht.

    Für die gibt/gab es eine gerade Linie von

    Marx > Engels > Lenin > Stalin > Ulbricht> Honnecker > Mao > Castro

    zum Sozialismus und dann zum Kommunismus.

    Leider haben diese Ideologieversuche einigen Hundert Millionen Menschen das Leben gekostet. Weitere Hunderte Millionen mussten (und müssen, siehe Nordkorea und China) unter primitivsten Bedingungen leben und haben nicht mal ansatzweise die allgemeinen Menschenrechte.

    Aber Lodürchen ist eben ein Schlau-Genie, er weiß es besser als die betroffenen Menschen in den kommunistischen Diktaturen, denn das sind diese rund 60 Länder gewesen oder sind es noch.

    Diktaturen, diesmal rot eingefärbt.aber von braun nicht weit entfernt. Diktaturen!

  13. Lodur

    @wollecarlos
    „Aber Lodürchen ist eben ein Schlau-Genie, er weiß es besser als die betroffenen Menschen in den kommunistischen Diktaturen, denn das sind diese rund 60 Länder gewesen oder sind es noch.“

    Revolutionäre Marxisten wie Leo Trotzki, Ernest Mandel, Ted Grant, Alan Woods, Tony Cliff, libertäre Sozialisten wie Noam Chomsky, Postmarxisten wie Immanuel Wallerstein oder selbst bügerliche Historiker wie Wolfgang Wippermann haben erkannt, dass der Stalinismus mit Sozialismus im marxistischen Sinne genauso viel zu tun hat wie Sie mit ausgewogener, sachkundiger Argumentation. Nämlich gar nichts.

    „Eigentlich kam Stalin, seitdem er mit Lenin in nähere Berührung gekommen war, das heißt besonders nach dem Oktoberumsturz, aus dem Zustand einer unterdrückten, aber um so gereizteren Opposition gegen Lenin nicht mehr heraus. Bei seinen großen, neiderfüllten Ambitionen mußte Stalin seine intellektuelle und moralische Minderwertigkeit auf Schritt und Tritt fühlen. […] Eine ähnliche „Umgruppierung“ wurde in der gesamten Leitung der Partei vorgenommen, von oben bis unten. Und nicht nur dies: sondern ohne Ausnahme auch in allen übrigen Parteien der Internationale. Die Epoche der Epigonen trennt von der Epoche Lenins nicht nur ein geistiger Abgrund, sondern ein vollendeter organisatorischer Umsturz.

    Stalin ist das Hauptwerkzeug dieses Umsturzes. Er besitzt praktischen Sinn, Ausdauer und Beharrlichkeit in der Verfolgung seiner Ziele. Sein politischer Horizont ist äußerst beschränkt. Sein theoretisches Niveau vollkommen primitiv. Sein zusammengestoppeltes Buch Die Grundlagen des Leninismus, in dem er versucht, den theoretischen Traditionen der Partei einen Tribut zu zollen, wimmelt von schülerhaften Fehlern. Die Unkenntnis der fremden Sprachen zwingt ihn, das politische Leben der anderen Staaten aus Berichten Dritter zu verfolgen. Nach der Art seines Verstandes ist er ein hartnäckiger Empiriker, dem jede schöpferische Einbildungskraft fehlt. Der oberen Parteischicht (in den breiteren Kreisen kannte man ihn überhaupt nicht) schien er immer ein Mensch, der nur für zweite und dritte Rollen geschaffen war. Und daß er jetzt die erste Rolle spielt, charakterisiert nicht so sehr ihn selbst wie die Übergangsperiode des politischen Hinabgleitens. Schon Helvetius sagte: „Jede Periode hat ihre großen Männer, und wenn sie sie nicht hat – erfindet sie sie.“ Stalinismus ist vor allem die automatische Arbeit des unpersönlichen Apparates am Abstieg der Revolution.“

    Trotzki hat schon 1929 in seiner Autobiographie die intellektuelle Inkompetenz und Skrupellosigkeit Stalins gekonnt enttarnt.

  14. wollecarlos

    @Lodur
    Lieber COPY & PASTE-Professor Lodur,

    da kopieren Sie viel und oft und lange, was ein paar Menschen über den Kommunismus denken.

    Das dürfen die auch und Sie natürlich auch.

    Aber wenn ein Kommunist über Kommunismus schreibt, ist es eben weder neutral, noch objektiv, noch wissenschaftlich, im Sinne eines Diskurses.

    Aber es ist ein netter Zeitvertreib, hier und Heute. Früher wurden solche Leute mit dem Pickel ermordet.

    Oder andersherum:

    Fragen Sie einen Metzger etwas über die Genüsse gebratenen Fleisches.
    Und befragen Sie den gleichen Mann zu vegetarischer Ernährung.

    Was, glauben Sie, kommt bei diesem Metzger besser weg? Die Fleischeslust oder die Salatschüssel?
    Mal gaaaanz öhhrlich!

  15. Lodur

    @wollecarlos
    Lesen Sie die Stalinismusanalysen der von mir genannten Herren, diese widerlegen nämlich Stalin und seine Epigonen (z. B. Mao, Pol Pot, Ho Chi Minh usw.) anhand des klassischen Marxismus. Und selbst Wolfgang Wippermann, ein bürgerlicher Historiker und Alter Herr des Corps Vandalia Rostock, kommt zum Schluss, dass hinterfragt werden müsse, ob es sich bei den Regimen in der Sowjetunion, China, Kambodscha etc. überhaupt um kommunistische bzw. sozialistische Systeme gehandelt habe.

    „Aber weder die Verwandlung in Aktiengesellschaften und Trusts noch die in Staatseigentum hebt die Kapitaleigenschaft der Produktivkräfte auf. Bei den Aktiengesellschaften und Trusts liegt dies auf der Hand. Und der moderne Staat ist wieder nur die Organisation, welche sich die bürgerliche Gesellschaft gibt, um die allgemeinen äußeren Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise aufrechtzuerhalten gegen Übergriffe sowohl der Arbeiter wie der einzelnen Kapitalisten. Der moderne Staat, was auch seine Form, ist eine wesentlich kapitalistische Maschine, Staat der Kapitalisten, der ideelle Gesamtkapitalist. Je mehr Produktivkräfte er in sein Eigentum übernimmt, desto mehr wird er wirklicher Gesamtkapitalist, desto mehr Staatsbürger beutet er aus. Die Arbeiter bleiben Lohnarbeiter, Proletarier. Das Kapitalverhältnis wird nicht aufgehoben, es wird vielmehr auf die Spitze getrieben. Aber auf der Spitze schlägt es um. Das Staatseigentum an den Produktivkräften ist nicht Lösung des Konflikts, aber es birgt in sich das formelle Mittel, die Handhabe der Lösung.

    Diese Lösung kann nur darin liegen, dass die gesellschaftliche Natur der modernen Produktivkräfte tatsächlich anerkannt, dass also die Produktions-, Aneignungs- und Austauschweise in Einklang gesetzt wird mit dem gesellschaftlichen Charakter der Produktionsmittel. Und dies kann nur dadurch geschehen, dass die Gesellschaft offen und ohne Umwege Besitz ergreift von den jeder anderen Leitung außer der ihrigen entwachsenen Produktivkräften. Damit wird der gesellschaftliche Charakter der Produktionsmittel und Produkte, der sich heute gegen die Produzenten selbst kehrt, der die Produktions- und Austauschweise periodisch durchbricht und sich nur als blind wirkendes Naturgesetz gewalttätig und zerstörend durchsetzt, von den Produzenten mit vollem Bewusstsein zur Geltung gebracht und verwandelt sich aus einer Ursache der Störung und des periodischen Zusammenbruchs in den mächtigsten Hebel der Produktion selbst.“ (F. Engels, Entwicklung des Sozialismus, MEW 19, 221f.)

    „Die Aufgabe des Sozialismus … ist vielmehr nur die Übertragung der Produktionsmittel an die Produzenten als Gemeinbesitz. … Der Sozialismus richtet sich ganz speziell gegen die Ausbeutung der Lohnarbeit.“ (F. Engels, Bauernfrage, MEW 22, 493.)

    „Gegen diese in allen bisherigen Staaten unumgängliche Verwandlung des Staats und der Staatsorgane aus Dienern der Gesellschaft in Herren der Gesellschaft, wandte die [Pariser] Kommune zwei unfehlbare Mittel an. Erstens besetzte sie alle Stellen, verwaltende, richtende, lehrende, durch Wahl nach ALLGEMEINEM STIMMRECHT der Beteiligten, und zwar auf JEDERZEITIGEN WIDERRUF durch dieselben Beteiligten.

    Und zweitens zahlte sie für alle Dienste, hohe wie niedrige, nur den Lohn, den andere Arbeiter empfingen. …

    Diese Sprengung der bisherigen Staatsmacht und ihre Ersetzung durch eine neue, in Wahrheit demokratische, ist im dritten Abschnitt des ‚Bürgerkriegs‘ (von K. Marx) eingehend geschildert.“ (F. Engels, Einleitung zu „K. Marx: Bürgerkrieg in Frankreich“, MEW 17, 623.)

    Der Stalnismus und seine Epigonen (z. B. Maoismus) wird durch Karl Marx und Friedrich Engels selbst widerlegt. Wobei beweisen ist, dass der Stalinismus kein Sozialismus im marxistischen Sinne sein kann, höchstens sein bürokratisch deformiertes Zerrbild.

    Für einen Propagandagläubigen wie Sie, wobei Sie in diesem Fall ironischerweise nicht nur auf die antikommunistische, sondern auch auf die stalinistische reinfallen, ist das natürlich schwer zu verkraften. Tja, das linke Spektrum ist eben nicht auf den Stalinismus reduzierbar, wobei sich eigentlich die Frage stellen müsste, inwiefern der Stalinismus überhaupt links war.

  16. Lodur

    @wollecarlos
    „Aber wenn ein Kommunist über Kommunismus schreibt, ist es eben weder neutral, noch objektiv, noch wissenschaftlich, im Sinne eines Diskurses.“

    Ist es sehr wohl. Denn wer, wenn nicht ein sachlich argumentierender Kommunist (wie z. B. Trotzki), kann erkennen, was Kommunismus oder Sozialismus im marxistischen Sinne sein soll? Etwa ein bürgerlicher Ökonom, der alles verteufelt, was links der Mitte ist? Oder ein halbgebildeter Möchtegernliberaler wie Sie, der fragwürdige stalinistische Quellen wie die DDR-Verfassung zitiert, um den „sozialistischen“ Charakter dieses Staastwesens zu „beweisen“?

  17. wollecarlos

    @Lodur
    „Der Stalnismus und seine Epigonen (z. B. Maoismus) wird durch Karl Marx und Friedrich Engels selbst widerlegt. “

    Ich erstarre vor Ehrfurcht!

    Waren Marx und Engels Hellseher, daß sie widerlegen konnten, was ein halbes Jahrhundert später geschah, als sie längst schon kein Unheil mehr anrichten konnten?

  18. Lodur

    @wollecarlos
    Sind Sie so ignorant oder tun Sie bloß so? Marx und Engels haben dargelegt, dass Verstaatlichung ohne Arbeiterkontrolle und eine alles beherrschende Bürokratie NICHT zu einer Emanzipation der Arbeiterklasse und zu einer sozialistischen Gesellschaft führen können (vgl. #19).

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