Lob des Müssens

(FRANK JORDAN) Als Selbständige im Bereich Public-Relations ass ich fast täglich in Restaurants. Das Motto damals: „Kohlenhydrate sind was für Schwächlinge“. Der Grund war denkbar einfach: Entgegen hardcore-feministischen Parolen wonach tamponfreies Bluten Kunst und rosarote Geschlechtsteile-Käppis ein Zeichen von Aufklärung sind, spielt Aussehen im Geschäft sehr wohl eine Rolle. Schmierige Haare, fettige Gesichter, unkontrollierte Körperbehaarung und 100 Kilogramm Lebendgewicht sind kein USP, wenn man als Kunden nicht nur das Sozialamt gewinnen will. Ich als Gut- und Gerne-Esser hatte also ein Interesse, mich zurückzuhalten. Heute gilt ein anderes Motto: „Kohlenhydrate sind Sicherheit“. Der Grund ist budgetärer Natur, da ich mich für ein Einkommen entschieden habe, das unter der Besteuerungs-Grenze liegt. Kurz: Ich habe mich nach offizieller Lesart für „Armut“ entschieden als Schutz vor dem Zugriff des Staats auf meine Lebenszeit und Lebensleistung. Gemeinsam ist beiden Situationen, dass es Selbstverpflichtungen sind. Selbstauferlegtes „Müssen“, das Disziplin erfordert. /weiter hier

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .