“Medien stärker überwachen”

“…Die Beratergruppe, der auch die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin angehört, sprach sich dafür aus, in allen EU-Staaten unabhängige Medienräte vorzuschreiben, die Strafzahlungen verhängen, Gegendarstellungen erzwingen oder Medien die Zulassung entziehen können. Die EU-Kommission solle überwachen, dass diese Medienräte sich an europäische Werte hielten…” (Die FAZ berichtet)

15 comments

  1. mannimmond

    165 Jahre nach Einführung der Preßfreiheit: mit Zensur hat das nichts zu tun.

  2. KClemens

    Berater in digitalen Fragen ist übrigens niemand geringerer, als der Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg, der neulich in einem Interview mit einer Schweizer Zeitung hat verlautbaren lassen, daß er sich mit deutschen Medien nicht mehr abgäbe.

    Das nur als kleines Bonmot am Rande.

    Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr bekloppter,

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-will-e-zigaretten-wie-arzneimittel-behandeln-a-878914.html

    kommt Frau Kroes um die Ecke, und toppt das mal wieder. Ausnahmsweise mal ohne Quotenforderung.

  3. Markus Fichtinger

    Grundsätzlich ist es ja positiv, wenn sich die EU ihre Maske der “Gutmenschen” selbst abnimmt, und offen die dahinter versteckte Fratze des Totalitarismus zeigt. Vielleicht erkennen dann mehr Menschen die Gefahren, die hinter der EU in dieser Form stecken.

  4. KClemens

    Markus Fichtinger :
    Grundsätzlich ist es ja positiv, wenn sich die EU ihre Maske der “Gutmenschen” selbst abnimmt, und offen die dahinter versteckte Fratze des Totalitarismus zeigt. Vielleicht erkennen dann mehr Menschen die Gefahren, die hinter der EU in dieser Form stecken.

    Die Menschen erkennen das schon.

    Problem aber ist. Es geht hier nicht um die öffentliche Meinung, sondern um die veröffentlichte Meinung.

    Und die wird bestimmt von allen möglichen und unmöglichen NGOs, die Mainstreampresse immer im Schlepptau, oder auch als Vortrupp.

  5. Kassandra

    Was soll das EU-Bashing? Da wünscht sich irgendein Oberegulierer etwas von der EU und alle schießen sich auf die EU ein. Wenn etwas Unsinniges gemacht oder vorgeschlagen wird, stecken meisten nationale Interessen dahinter. Bitte sich zuerst an diese Herrschaften zu wenden. Bin schon neugierig, wie man europäische Werte definiert.

  6. Rennziege

    Ein Posting zum einschlägigen Bericht
    http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/pressefreiheit-eu-berater-wollen-medien-staerker-ueberwachen-12032982.html
    in der FAZ:

    Timm Esser (timmesser) 22.01.2013 09:50 Uhr:
    Die Heilige Inquisition war dagegen ein Kinderchor

    Wo bleibt die geballte Opposition aus den Medien …?
    Wo bleiben die “Volksvertreter” in den 27 “souveränen” Parlamenten…?
    Wo bleiben die Staatsanwälte und Haftrichter aus den 27 EU-Rechtsstaaten…?
    Wo bleiben die Intellektuellen, “Studierenden” und “Professierenden”…?
    Wo bleiben die freien Unternehmer aus dem Mittelstand…?

    Sind die ALLE nur feige oder rülpsen die ALLE schon an den EU-Trögen?
    Das kann ich mir nicht vorstellen. Also ist die EU-Zensur bereits Realsatire!

    Tim Esser war international tätiger Journalist. Auffällig ist in der Tat, dass diese EU-Infamie in deutschsprachigen Medien bislang unerwähnt blieb; vermutlich weil sie auch die Subvention systemfreundlicher Organe verheißt, die “europäische Werte” hochhalten. (Wie diese nach Lesart der EUdSSR gebraten und gebacken sind — eh scho’ wissen.)

    @Kassandra

    Ich fürchte, Sie urteilen zu mild, indem Sie nationale Interessen dahinter vermuten. Diese Chose erinnert frappant an die Volksrepublik China, die das Internet von allen Inhalten “reinigt”, die der Regierung missfallen, und ausländische Filme erst in die Kinos lässt, wenn alles rausgeschnitten wurde, was die Volksgenossen auf dissidente Gedanken bringen könnte.

  7. Bürger

    “Unabhängige Medienräte”.
    Bester Neusprech.
    Politische Einflußnahme, um den Einfluß der Politik zurückzudrängen.
    Überwachung ist Freiheit.

  8. Kassandra

    @Rennziege
    Kann schon sein, aber die EU in der derzeitigen Form ist eine Dachorganisation der Nationalstaaten. Es kann dort nichts beschlossen werden, was die “Mehrheit” (BRD, Frankreich) nicht will. Diese Konstruktion hat ihre Bequemlichkeiten. Wenn der Bürger murrt muss die EU als Sündenbock herhalten. So a la “das kommt von oben, da kann man nichts machen”. Und der obrigkeitsgedrillte Bürger nickt blauäugig und stimmt zu.

  9. herbert manninger

    Ich habe unsere EU-Polit-IdiotInnen bisher immer belächelt – aber jetzt wird’s wirklich gefährlich.

  10. Rennziege

    @Kassandra
    “… aber die EU in der derzeitigen Form ist eine Dachorganisation der Nationalstaaten.”
    Da übersehen Sie aber, welche Knebelrechte die EU-Bonzokraten, so namenlos die meisten für uns auch bleiben, sich mittlerweile angeeignet haben, ohne dass dies medial beleuchtet worden wäre. Dachorganisation? Kein Trost. Auch Gulags, KZ und Gefängnisse hatten und haben Dächer.

    Woraus schließen Sie eine Mehrheit der einstigen Montanunion? F und D bilden keine Mehrheit, sondern sind 2 von 27 Staaten mit je einer gleichwertigen Stimme.

  11. KClemens

    Kassandra :
    @Rennziege
    Kann schon sein, aber die EU in der derzeitigen Form ist eine Dachorganisation der Nationalstaaten. Es kann dort nichts beschlossen werden, was die “Mehrheit” (BRD, Frankreich) nicht will. Diese Konstruktion hat ihre Bequemlichkeiten. Wenn der Bürger murrt muss die EU als Sündenbock herhalten. So a la “das kommt von oben, da kann man nichts machen”. Und der obrigkeitsgedrillte Bürger nickt blauäugig und stimmt zu.

    Das war vielleicht 1967 mal so. Damals, in der EWG.

    Mittlerweile aber leben wir im zusammengebrochenen Ostblock, und die Parole heißt: “Vorwärts immer, rückwärts nimmer!”

  12. Christian Weiss

    Ungeachtet dessen, wo so eine Forderung herkommt: Wer sich solchem orwellschen Doppeldenk – Überwachung ist Freiheit! – widmet, gehört in eine Transportmaschine gepackt und über Pjöngjang abgeworfen. Das dortige Ministry of Truth braucht noch Fachleute.

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